Raesfeld ist seit über 35 Jahren schuldenfrei. Welche Prioritäten setzen die Kandidaten, um den Kurs beizubehalten. Vier Männer wollen Bürgermeister von Raesfeld werden: Dirk Kuhmann (CDU), Johannes Ostermann (UWG), Andreas Erzkamp (SPD) und Jonathan Schmidt (parteilos).
In dieser Serie beantworten sie 31 gleiche Fragen, ehrlich, direkt und ohne Kürzungen. Jeden Tag gibt es einen neuen Teil mit den Antworten auf ein bis zwei Fragen.

Haushaltsführung & Finanzen
4. Raesfeld ist seit über 35 Jahren schuldenfrei. Welche Prioritäten setzen Sie, um diesen Kurs beizubehalten – oder würden Sie ihn gegebenenfalls verändern?
Dirk Kuhmann
Ich halte die Schuldenfreiheit für eine wichtige Errungenschaft. Sie ist das Ergebnis jahrelanger erfolgreicher Rats- und Verwaltungsarbeit. Es ist auch das Resultat aus der Beachtung der Prinzipien der Haushaltsaufstellung und Haushaltsausführung, insbesondere der wichtigsten Haushaltsgrundsätze des § 75 der Gemeindeordnung NRW wie Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.
Mehr als drei Jahrzehnte schuldenfrei zu sein, stellt nahezu ein Alleinstellungsmerkmal dar und zeichnet Raesfeld über die regionalen Grenzen hinaus aus. Schuldenfreiheit ist ein wichtiger Pfeiler des Verwaltungshandelns und des Gemeinwohls. Sie zeugt von strategischen und wirtschaftlich guten Entscheidungen, die getroffen wurden. Diesen Weg möchte ich gerne weiterverfolgen.
In diesem Zusammenhang ist mir eine wirtschaftliche und zielgerichtete Mittelverwendung wichtig, um die Aufgaben der Gemeinde auch langfristig und nachhaltig zu erfüllen, ohne dabei unnötig Geld zu verschwenden. Die monetären Mittel gilt es folglich optimal einzusetzen. Dazu gehört für mich auch, weiterhin Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Die Fördermittelakquise ist in der Vergangenheit sehr erfolgreich betrieben worden.
An dieser Stelle verweise ich auf die jüngsten Fördermittelzusagen in Höhe von 10,7 Millionen Euro u. a. für die Umsetzung des Dorfentwicklungskonzeptes und das Schloss Raesfeld.
Neben der Wirtschaftlichkeit und der stetigen Aufgabenerfüllung gehören für mich zur Fortsetzung der Schuldenfreiheit auch weiterhin die Fortsetzung der Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen, Digitalisierung und die Bürgerbeteiligung. Gerade auch die Einbeziehung der Bürger in Entscheidungsprozesse kann dazu beitragen, dass Projekte besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnitten sind und somit weniger Ressourcen verschwendet werden.
Ebenfalls möchte ich die interkommunale Zusammenarbeit weiter ausbauen. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen können Synergieeffekte genutzt und Kosten gesenkt werden. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass dieser Weg nur gemeinsam mit Verwaltung und Politik beschritten werden kann. Insofern bedarf es eines engen Austausches mit allen Beteiligten.
Johannes Ostermann
Die Schuldenfreiheit ist ein besonderes Merkmal von Raesfeld und steht für eine verantwortungsbewusste Haushaltspolitik, die auch zukünftigen Generationen gerecht wird. Diesen Weg möchte ich fortsetzen. Dabei ist mir ein sorgfältiger und verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Geldern besonders wichtig. Investitionen sollen gut geplant, nachhaltig und langfristig tragfähig sein – unnötige Ausgaben oder teure Prestigeprojekte lehnen wir als UWG ab.
Ein ausgeglichener Haushalt ist für uns ein zentrales Ziel. Gerade bei freiwilligen Ausgaben müssen wir sicherstellen, dass sie solide finanziert sind. Gleichzeitig liegt mein Fokus auf Effizienzsteigerung, Digitalisierung und nachhaltiger Entwicklung, um dauerhaft Kosten zu senken.
Andreas Erzkamp
Ein solider Haushalt ist ein Fundament, auf dem wir aufbauen können. Ich möchte diesen Weg fortsetzen. Aber ich weiß aus meiner Managementerfahrung: Wer gar nicht investiert, lässt Chancen liegen. Zukunftsprojekte wie ein Ärztehaus oder bessere digitale Infrastruktur sind Investitionen in die Lebensqualität – und diese müssen wir mit Augenmaß ermöglichen.
Jonathan Schmidt
Eine solide Haushaltsführung bleibt mein Ziel. Aber: Wir stehen vor großen Investitionen (z.B. Kanalisation, Dorfentwicklungskonzept, Schulen, Digitalisierung). Wenn es sinnvoll ist, bin ich bereit in die Zukunft zu investieren, ohne Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Dies natürlich in enger Zusammenarbeit mit der Politik.
Weiter geht es im 5. Teil mit mit der Frage: Wären Sie unter bestimmten Bedingungen bereit, neue Schulden aufzunehmen? Wenn ja: in welchem Bereich und mit welcher Begründung?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.



























