Start31 FragenRaesfeld wählt 2025 – 31 Fragen, 4 Kandidaten: Teil 3

Raesfeld wählt 2025 – 31 Fragen, 4 Kandidaten: Teil 3

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Welche drei Themen stehen vor der Bürgermeisterwahl für die Kandidaten an erster Stelle und warum? Vier Männer wollen Bürgermeister von Raesfeld werden: Dirk Kuhmann (CDU), Johannes Ostermann (UWG), Andreas Erzkamp (SPD) und Jonathan Schmidt (parteilos).

In dieser Serie beantworten sie 31 gleiche Fragen, ehrlich, direkt und ohne Kürzungen. Jeden Tag gibt es einen neuen Teil mit den Antworten auf ein bis zwei Fragen.

Vier Kandidaten treten bei der Bürgermeisterwahl in Raesfeld an

3. Welche drei Themen stehen für Sie an erster Stelle und warum?

Dirk Kuhmann

Die Unterstützung der Wirtschaft, Dienstleister, des Handels, Start-ups, der Gastronomie und der Landwirtschaft ist für mich ein wichtiges Thema. Die Verwaltung und den Bürgermeister verstehe ich in diesem Zusammenhang als verlässliche Partner. Eine starke Wirtschaft bedeutet unter anderem die Sicherung und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen.

Ferner steigt das Steuer- und Abgabenaufkommen, wodurch mehr finanzielle Mittel für Investitionen, Infrastruktur und soziale Projekte zur Verfügung stehen. Gleichfalls führt ein wirtschaftliches Wachstum zu höheren Einkommen und Lebensstandards für die Einwohnerinnen und Einwohner, was auch die Kaufkraft steigert.

Bereits in meiner Nominierungsrede im März 2025 hatte ich in diesem Zusammenhang gesagt, dass mir die Einstellung eines Wirtschaftsförderers wichtig ist, um kurze Kommunikationswege und schnelle Lösungen anzubieten. Als ehemaliger Wirtschaftsförderer weiß ich, dass eine starke Wirtschaft entscheidend zur Sicherung sowie Steigerung der Lebensqualität und zur nachhaltigen Entwicklung von Raesfeld beiträgt.

Das Thema Familie, Schule und Wohnungsbau stellt für mich ein weiteres wichtiges Thema dar. Kinder sind bekanntlich die Zukunft der Gesellschaft und die Erwachsenen von morgen. Wenn es darum geht, unsere Kinder bestmöglich zu fördern, sollten wir vor Investitionen nicht zurückschrecken. Als Vater von zwei Kindern weiß ich natürlich, wie wichtig es ist, dass unsere Kinder mit der bestmöglichen Unterstützung und unter optimalen Rahmenbedingungen aufwachsen sollen. Das heißt in meinen Augen, dass wir eine ausreichende Anzahl von hochwertigen Kitaplätzen vorhalten und attraktive Kita-Angebote, zum Beispiel flexible Betreuungszeiten, unterstützen. In dieser Beziehung engagieren sich neben privaten Trägern gerade die Kirchen stark und haben sich als verlässlicher Partner erwiesen. Aber auch in Bezug auf das Gemeinschaftshaus MARTINUS oder die Friedhöfe, die für einen Ort des Verweilens und der Begegnung stehen, übernehmen die Kirchen wichtige Aufgaben, die anderenfalls der Gemeindeverwaltung obliegen würden.

Bildung ist ein wichtiges Gut unserer Gesellschaft, welches es zu unterstützen gilt. Insofern sollte es unser Ziel sein, die Schulen in Raesfeld und Erle zu stärken sowie zu unterstützen und die weiterführende Schule Julia-Koppers-Gesamtschule als attraktiven Schulstandort zu verstehen. Auch als Entscheidungskriterium für Familien und die Wirtschaftsbetriebe, die beabsichtigen, Raesfeld als Lebensmittelpunkt beziehungsweise Wirtschaftsstandort zu wählen. Die Stärkung der Schulinfrastruktur, als Beispiel seien die Unterhaltung der technischen Infrastruktur in den Schulen und die bauliche Unterhaltung der Schulgebäude genannt, zahlt sich folglich für unsere Kinder sowie als positiver Standortfaktor für die Gemeinde Raesfeld langfristig aus.

Daneben gilt es auch, den Kindern und Jugendlichen Gehör zu verschaffen. Als Stichwort sei an dieser Stelle die Jugendbeteiligung erwähnt.

Ich kann mir vorstellen, in regelmäßigen Abständen mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, um ihre Sichtweisen und Interessen kennenzulernen und sie, soweit möglich, umzusetzen. In diesem Zusammenhang ist es für mich erstrebenswert, Jugendliche an politischen Angelegenheiten zu beteiligen, die sie betreffen. Die Bildung eines Jugendrates ist für mich selbstverständlich.

Für Familien muss es auch zukünftig bezahlbaren Wohnraum in unserem Ort geben. Hierzu gehören unter anderem auch die Vorhaltung und Bereitstellung von bezahlbaren Wohnbaugrundstücken oder die Innenverdichtung und Baulückenschließung. Aber nicht nur Familien benötigen zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum. Auch junge Menschen, die erstmalig eine Wohnung beziehen wollen, benötigen günstigen Wohnraum, beispielsweise in Form von ausreichend verfügbaren und bezahlbaren Mietwohnungen. Ältere Menschen, die ihren Wohnraum oder ihr Grundstück verkleinern wollen, suchen adäquate Alternativen, beispielsweise in Form von Mikrohäusern mit entsprechenden Grundstücksgrößen oder zentrumsnahen Eigentumswohnungen. An dieser Stelle entsteht der Effekt, dass die Bestandsimmobilien frei und dem Markt zugeführt werden. Gemeinsam müssen wir die Bedarfe erkennen und entsprechend handeln, um möglichst zeitnah ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können.

Die Bereitstellung von bezahlbaren Wohnbaugrundstücken soll unter dem Nachhaltigkeitsgrundsatz erfolgen. Das heißt, dass sich die Verwaltung gemeinsam mit der Politik weitere Gedanken zu Regelungen und Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Bauen machen muss – auch im Sinne eines verantwortungsbewussten und schonenden Flächenverbrauchs. Insofern gilt es, moderne Wohnformen und nachhaltige, bezahlbare Energien stärker in den Fokus zu nehmen.

Die Stärkung der Vereine und des Ehrenamts ist ebenfalls ein wichtiges Thema für mich. Die Vereinsarbeit und das ehrenamtliche Engagement stellen wichtige Eckpfeiler in Raesfeld, Erle und Homer dar und tragen bedeutend zu einer funktionierenden Gemeinde bei. Insbesondere die Vereine und die ehrenamtlich tätigen Menschen haben einen erheblichen Anteil an der Entwicklung und Förderung unserer Kinder, Familien, älteren Menschen und des Gemeinwohls in der Gemeinde. Diese Erfahrung habe ich selbst als Raesfelder und in meiner Rolle als Familienvater gemacht. Insofern gehören sie auch weiterhin unterstützt.

Durch den Einsatz einer oder eines Ehrenamtskoordinators sollen die Vereine und das Ehrenamt gestärkt werden und eine spürbare Wertschätzung erfahren. Dass mir dieses wichtig ist, habe ich bereits im Frühjahr dieses Jahres in zahlreichen Gesprächen mit Vertretern von Vereinen deutlich gemacht.

Die Weiterentwicklung der Verwaltung in Form einer bürgernahen und modernen Verwaltung ist ein weiteres wichtiges Thema, welchem ich mich widmen möchte. Eine gute Kommunikation mit allen Beteiligten und auf Augenhöhe ist für mich selbstverständlich.

Neben Bürgerbeteiligungen, Bürgerinformationsveranstaltungen, regelmäßigen Ältestenratssitzungen und der Schaffung eines Jugendrates sollen auch die sozialen Medien zur Veröffentlichung der Wochenberichte von Arbeitsergebnissen und politischen Entscheidungen genutzt werden. Transparente Entscheidungen sollen über verschiedene Kommunikationskanäle mitgeteilt werden. Ferner werde ich Bürgermeistersprechstunden auch außerhalb des Rathauses bei den Menschen vor Ort anbieten.

Des Weiteren sollen bereits begonnene verwaltungsinterne Prozessabläufe weiter digitalisiert werden und die Ausweitung der digitalen Angebote der Verwaltung für die Einwohnerinnen und Einwohner vorangetrieben werden. Hierbei spielt die Nutzung von KI, auch unter Berücksichtigung des Fachkräftemangels, eine bedeutende Rolle. Ich möchte mich für eine starke, leistungsfähige und transparente Verwaltung einsetzen und die Verwaltung gemeinsam mit den Verwaltungsmitarbeitenden, den Bürgerinnen und Bürgern und der Politik weiterentwickeln. Dazu gehört für mich auch, die Verwaltung als attraktive und moderne Arbeitgeberin am Arbeitsmarkt zu positionieren und für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen, damit die Verwaltung weiterhin leistungsfähig bleibt.


Johannes Ostermann

Erstens: Energie und Unternehmen. Die Modernisierung und der Ausbau nachhaltiger Energien sichern bezahlbare und umweltfreundliche Energie für alle. Gleichzeitig fördern wir die lokale Wirtschaft durch Vernetzung und ein Unternehmerverzeichnis, das Unternehmen vor Ort sichtbar macht und unterstützt.

Zweitens: Landwirtschaft. Als staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt kenne ich die Herausforderungen unserer Landwirte genau. Wir verbessern Wirtschaftswege und sichern die Löschwasserversorgung, damit die Betriebe effizient arbeiten und unsere Gemeinde geschützt ist.

Drittens: Jugend, Familie, Bildung. Wie unsere Kinder und Jugendlichen heute aufwachsen, lernen und sich entwickeln, entscheidet maßgeblich darüber, wie unsere Gemeinde morgen aussieht. Ich möchte, dass alle jungen Menschen beste Chancen bekommen – durch moderne Schulen, gute Betreuung, mehr Beteiligung und echte Perspektiven vor Ort.


Andreas Erzkamp

Lebensqualität für alle Generationen: Damit junge Familien hier eine Zukunft haben, ältere Menschen nicht vereinsamen – und wir bezahlbaren Wohnraum schaffen, der die Vielfalt unserer Gemeinde erhält.

Nachhaltige Entwicklung: Weil wir heute die Weichen stellen müssen, damit Raesfeld auch in 20 Jahren noch lebenswert ist.

Stärkung des Miteinanders: Ehrenamt, Kirche, Vereine und Nachbarschaften sind das Herzstück unserer Gemeinde. Sie verdienen mehr als warme Worte – sie brauchen Rückhalt und Unterstützung.


Jonathan Schmidt

Mehr Bürgerbeteiligung: Politik darf nicht im Hinterzimmer gemacht werden. Ich möchte, dass Entscheidungen transparent, offen, ehrlich und mit den Bürgern gemeinsam getroffen werden. Ich will die Menschen in Raesfeld, Erle und Homer stärker einbeziehen – nicht nur bei Wahlen, sondern im Alltag. Denn gute Entscheidungen entstehen im Dialog, nicht hinter verschlossenen Türen. Man kann es nicht jedem recht machen, jedoch steigt die Akzeptanz, wenn man miteinander redet.

Wohnen & Dorfentwicklung: Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, der sich harmonisch ins Ortsbild einfügt – mit echter Lebensqualität, dezentral und nachhaltig gedacht. Zusammen mit der Politik, dem Rathaus und den Bürgern geplant. Dazu gehört auch die sinnvolle Weiterentwicklung durch das Dorfentwicklungskonzept. Durch den sozialen Wohnungsbau werden neue Möglichkeiten geschaffen, dass sich jeder das Wohnen in unserer schönen Gemeinde leisten kann.

Verlässliche Infrastruktur: Ob marode Straßen, fehlende Beleuchtung, behindertengerechter Umbau oder digitale Ausstattung – eine funktionierende Infrastruktur ist die Basis für Lebensqualität. Ich werde Investitionen klar priorisieren, transparent kommunizieren und dafür sorgen, dass auch kleinere Dinge nicht vergessen werden, wie ein komplett abgesenkter Bordstein ohne Kante für Rollatoren und Rollstühle. Meine Weitsichtigkeit macht den Unterschied.

Diese Themen packe ich parteilos, unabhängig und lösungsorientiert an – für ein gemeinschaftliches Raesfeld mit Zukunft.


Weiter geht es im 4. Teil mit Haushaltsführung und Finanzen und die Frage: Welche finanzpolitischen Schwerpunkte möchten die Kandidaten in Ihrer Amtszeit setzen, und wie wollen Sie eine verantwortungsvolle Haushaltsführung sicherstellen?

Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.

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