In Raesfeld wird das Stromnetz für die Zukunft fit gemacht. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz setzt dabei auf die Digitalisierung von fünf Ortsnetzstationen im Jahr 2024.
Mit der Digitalisierung der Technik kann Westnetz die aus dem Netz gewonnenen Live-Daten zu Strom und Spannung künftig besser beobachten, steuern und flexibler auf Veränderungen von Netzaktivitäten reagieren.
Digitalisierung der Ortsnetzstationen
Der Schwerpunkt der Investition liege laut Westnetz in der Digitalisierung der Ortsnetzstationen. Durch die Integration digitaler Technologien können Live-Daten zu Strom und Spannung effektiver erfasst und genutzt werden. Die Digitalisierung ermöglicht es Westnetz auch, schneller und flexibler auf Veränderungen im Netz zu reagieren. Dies sei ein wesentlicher Schritt, um die Effizienz und Zuverlässigkeit des Stromnetzes zu erhöhen.
Modernisierung am Standort Diersfort
Im Fokus der aktuellen Baumaßnahmen steht der Standort Diersfort 41. Hier wird eine neue Station errichtet, die eine alte Gittermaststation ersetzt. Zusätzlich wurde ein Mittelspannungskabel über eine Distanz von 1,1 Kilometern verlegt, um die Versorgungssicherheit zu stärken und eine Verbindung zur weiteren Station im Breewinkel 7 zu ermöglichen.
Funktionen der digitalen Ortsnetzstationen
Digitale Ortsnetzstationen wandeln nicht nur Mittelspannung in Niederspannung um, sondern übertragen auch wichtige Live-Daten über Mobilfunk oder Glasfaser. Diese Echtzeitdaten erlauben Westnetz eine präzisere Analyse und Steuerung des Stromnetzes. Zudem ermöglichen sie es, das Netz bedarfsgerecht auszubauen und schnell auf unerwartete Vorkommnisse, wie Stromausfälle, zu reagieren.
Ausblick und Herausforderungen
Westnetz nehme die steigende Netzbelastung ernst und reagiere mit der Modernisierung seiner Technik. Die wachsende Belastung werde vor allem durch den Ausbau der Elektromobilität und den Einsatz von Wärmepumpen verursacht. Auch die Zunahme dezentraler Energieerzeugung wie Photovoltaikanlagen stellt neue Herausforderungen dar. Matthias Alscher, Netzplaner bei Westnetz, betont die Notwendigkeit dieser Entwicklungen für die Zukunftssicherung des Netzes. „In weniger als zehn Jahren werden unsere Netze einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt sein. Dazu tragen vor allem der Ausbau der Elektromobilität sowie der Einsatz von Wärmepumpen bei“, sagte Matthias Alscher, Netzplaner bei Westnetz.
Hintergrund:
Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen. Ebenso ist das Stromnetz in das Hochspannungsnetz (110.000 Volt), das Mittelspannungsnetz (10.000 Volt) und das Niederspannungsnetz (400 Volt) unterteilt.
Die unterschiedlichen Netze bedienen verschiedene Abnehmer: das Hochspannungsnetz größere Orte und energieintensive Unternehmen, das Mittelspannungsnetz kleinere Orte und Unternehmen sowie das Niederspannungsnetz einzelne Haushalte und Geschäfte. Umspannwerke und Ortsnetzstationen stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Spannungsebenen her – vergleichbar mit Autobahnkreuzen oder Autobahnabfahrten.



























