StartKreis BorkenPedelecs führen erstmalig die Unfallstatistik im Kreis Borken an

Pedelecs führen erstmalig die Unfallstatistik im Kreis Borken an

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Im letzten Jahr wurden im Kreis Borken erstmals mehr Pedelec-Fahrende als Radfahrende bei Verkehrsunfällen verletzt. Symbolfoto

Kreis Borken: Verkehrsunfallstatistik 2023: Im Kreis Borken kam es 11.324 Unfällen, 18 Menschen kamen ums Leben und es gab 242 Schwerverletzte. Erstmals gab es mehr Verunglückte mit Pedelec als mit Fahrrad.

Im Jahr 2023 sind insgesamt 744 Rad- u. Pedelecfahrende verletzt worden. Das sind 18 Verletzte weniger als noch im Jahr 2022. Das entspricht einem Minus von 2,36%. Diese Information war ein zentrales Ergebnis der von der Kreispolizeibehörde Borken veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik 2023.

Landrat Dr. Kai Zwicker, Leitender Polizeidirektor Bernd Loeffler und Polizeioberrat Frank Schulz stellten die Verkehrsunfallstatistik in einer Pressekonferenz vor.

Erhöhtes Unfallrisiko im Kreis Borken trotz durchschnittlicher Unfallzahlen

Darin heißt es, dass im Kreis Borken das Niveau der Verletzten- und Unfallzahlen (VHZ und UHZ) ungefähr auf dem gleichen Stand wie bei anderen Behörden der Vergleichsgruppe liege. Trotzdem bleibe die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden, im Kreis Borken sehr hoch.

Kreis Borken: Beliebtes Ziel für Rad-, Pedelec- und Motorradfahrende

Im Vergleich zum Land Nordrhein-Westfalen sei das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, um 19,84% höher und die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall verletzt zu werden, um 14,26% höher. Eines der Gründe sei die Situation im Kreis Borken im Vergleich zu Ballungszentren: Hier gibt es eine Vielzahl an Landes- und Bundesstraßen, wo oft mit hohen Geschwindigkeiten gefahren werde. Zudem macht die attraktive Topographie der Gegend sie zu einem beliebten Ziel für Rad-, Pedelec- und Motorradfahrende. Allerdings besteht gerade für diese Gruppen ein sehr hohes Verletzungsrisiko auf diesen Straßen.

Für das Jahr 2023 zeigte sich, trotz eines Anstiegs der Verkehrsunfälle, ein positiver Trend: Die Gesamtzahl der schwer verletzten Unfallbeteiligten sank. Radfahrende und Pedelec-Nutzer bilden weiterhin einen signifikanten Anteil an den Verunglückten, wobei Pedelecs erstmals häufiger in Unfälle verwickelt waren als Fahrräder.

Drei getötete Pedelecfahrer

Im Jahr 2023 waren 15,90 % aller verunglückten Senioren über 65 Jahre. Ihr Anteil an den Verunglückten liegt nur leicht unterhalb ihrem Bevölkerungsanteil von 19,8 %. Im vergangenen Jahr wurden drei Pedelecfahrende und ein Radfahrer bei Verkehrsunfällen getötet.

Bei den drei getöteten Pedelecfahrenden waren alle über 65 Jahre alt. Diese Altersgruppe gilt als besonders gefährdet, denn aufgrund nachlassender körperlicher Widerstandskraft sind die Folgen von Verkehrsunfällen mit zunehmendem Alter gravierender. Trotzdem gab es insgesamt 13 verletzte Senioren weniger als noch im Vorjahr.

Kreispolizeibehörde setzt auf umfangreiche Präventionsarbeit

Die Kreispolizeibehörde setzt auf umfangreiche Präventionsarbeit, wie Frank Schulz erläuterte. Dabei werden verschiedene Bevölkerungsgruppen durch Trainings, Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit erreicht. Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung von sichtbarer Kleidung und dem Tragen von Helmen.

Polizeihauptkommissarin Heike Kormann, Leiterin des Teams Verkehrsunfallprävention und Opferschutz, demonstrierte dies eindrucksvoll mit einem Helmsimulator. Sie zeigte auf, wie schnell schwere Kopfverletzungen bereits bei geringen Geschwindigkeiten entstehen können.

Dauerthema – Zunahme von Verkehrsunfallfluchten

Ein wiederkehrendes Thema sind die Verkehrsunfallfluchten, deren Zahl im Kreis Borken weiter angestiegen ist.

Bei insgesamt 11.324 Unfällen im Jahr 2023 flüchtete nahezu jeder 5. Unfallverursacher vom Unfallort.
Die Zahl der Unfallfluchten nach Verkehrsunfällen mit Personenschaden stieg geringfügig von 110 auf 115 im Jahr 2023.

Landrat Dr. Kai Zwicker betonte dabei: „Verkehrsunfallflucht ist keine Bagatelle, es ist eine Straftat.“

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