Immer mehr Rad- und Pedelecfahrer verunglücken im Kreis Borken. Besonders betroffen sind ältere Menschen. Auch die Zahlen für Raesfeld zeigen einen deutlichen Anstieg bei Zweiradunfällen.
Mehr als doppelt so viele tödliche Unfälle mit Zweirädern
Die Zahl tödlicher Unfälle mit Rad- und Pedelecfahrenden ist im Kreis Borken deutlich gestiegen.
Im Jahr 2025 wurden sechs Pedelecfahrende und drei Radfahrende bei Verkehrsunfällen getötet. Im Jahr zuvor waren es drei Pedelecfahrende und ein Radfahrer. Damit hat sich die Zahl der tödlich verunglückten Zweiradfahrenden mehr als verdoppelt. Bis auf eine Ausnahme handelte es sich bei den neun Todesopfern um Senioren. Der jüngste Unfallbeteiligte war 73 Jahre alt, der älteste 91 Jahre.
Ohne Helm unterwegs
Menschen ab 65 Jahren gelten im Straßenverkehr als besonders gefährdet. Mit zunehmendem Alter lassen Reaktionsfähigkeit und körperliche Belastbarkeit nach. Auch die Folgen von Verkehrsunfällen sind häufig schwerer. Laut Unfallbericht trug keiner der tödlich verunglückten Zweiradfahrenden einen Helm.
Deutlicher Anstieg bei Rad- und Pedelecunfällen
Auch insgesamt ist die Zahl der verunglückten Rad- und Pedelecfahrenden gestiegen. In den vergangenen Jahren war sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in vergleichbaren Kreisen ein deutlicher Anstieg zu beobachten.
Im Jahr 2024 zeichnete sich kurzfristig eine leichte Entspannung ab. Inzwischen steigen die Zahlen jedoch wieder.
In der Vergleichsgruppe der Kreise sank die Zahl der verunglückten Zweiradfahrenden nur im Kreis Wesel, dort um 14 Personen. Der Kreis Borken verzeichnete dagegen mit plus 70 verunglückten Rad- und Pedelecfahrenden den stärksten Anstieg. Lediglich im Kreis Steinfurt lag die Gesamtzahl noch etwas höher.
Mehr verletzte Seniorinnen und Senioren
Auch die Zahl verletzter Senioren im Straßenverkehr ist gestiegen. Im Jahr 2024 wurden 315 ältere Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt. Davon waren 184 Personen, also 58,4 Prozent, mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs. Ein Jahr später stieg die Zahl auf 376 verletzte Seniorinnen und Senioren. Darunter befanden sich 223 Rad- oder Pedelecfahrende, das entspricht 59,3 Prozent.
Polizei setzt auf Prävention
Die Verkehrsunfallprävention der Kreispolizeibehörde Borken beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren intensiv mit diesem Thema.
Für Seniorinnen und Senioren wurde ein umfangreiches Informations- und Trainingsprogramm entwickelt. 23 spezielle Veranstaltungen erreichten im Jahr 2025 fast 400 ältere Menschen.
Darüber hinaus informierte die Polizei bei zehn weiteren Veranstaltungen, darunter Zweiradmessen, Präventionstage, Stadtfeste und Blaulichtveranstaltungen. Dabei kommen auch Pedelec- und Helmsimulatoren zum Einsatz. Ziel ist es, Seniorinnen und Senioren für Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren und sie zum Tragen eines Fahrradhelms zu motivieren.
Rad und Pedelecunfälle in Raesfeld
Auch in Raesfeld zeigt die Unfallstatistik einen Anstieg bei Rad und Pedelecfahrenden. 22 Menschen verunglückten im Jahr 2025 mit dem Fahrrad oder Pedelec.
Das sind zehn mehr als im Jahr 2022. Todesfälle wurden nicht registriert. Zwei Personen wurden schwer verletzt, 19 leicht verletzt.
Gesamt: Unfallstatistik Raesfeld 2025
Für Raesfeld weist die aktuelle Unfallstatistik insgesamt 54 verunglückte Personen im Jahr 2025 aus. Das sind 18 mehr als im Jahr 2022.
Von den Betroffenen erlitten 48 Personen leichte Verletzungen. Todesfälle wurden in Raesfeld nicht registriert.



























