„Das Eine tun, das Andere nicht lassen…“

Diese Redensart war bezeichnend für den Erler Pastor Franz-Josef Barlage, der heute nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren im Borkener Krankenhaus verstarb.

Ein großer Verlust, für mich, aber auch bestimmt für viele Erler und alle, die den Pastor kennen und lieben gelernt haben.

Franz-Josef-Barlage

Dabei zeigte sich Pastor Barlage noch sehr zuversichtlich vor seiner letzten Operation. Zwar schon sehr geschwächt, präsentierte er mir nicht ohne Stolz seine neue Bilderausstellung für die Adventszeit, die er auch diesmal schon recht früh komplett in „trockenen Tüchern“ hatte. Gleich so, als wenn er eine Vorahnung hatte, dass er das Krankenhaus zu Weihnachten nicht mehr verlassen wird.

Ein ungewöhnlicher Mensch, ein außergewöhnlicher Geistlicher, der nie mit seiner Meinung hinterm Berg hielt und der strikt seine Meinung auch in der Öffentlichkeit vertrat.

In Erle hatte sich Barlage besonders für den neuen Kirchturm der St. Silvesterkirche eingesetzt. Mit seinem Enthusiasmus schaffte er es, viele Menschen im Ort für seinen großen Traum zu motivieren.

Aber auch bei „wir in Erle“ war er immer aktiv dabei, vor allem dann, wenn es um „sein Dorf“ ging.

Ich hoffe nur, dass dieser Mann jetzt auch weiterhin von oben auf Erle herabschaut und seine schützende Hand über sein kleines Dorf hält. Schade nur, dass ich so einige Bemerkungen die er dann macht, nicht mehr hören kann.

Herr Pastor Barlage, ich werde Sie nie vergessen! Danke, dass ich Sie kennen lernen durfte!

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Die Beerdigung soll am Samstag (28.12.) stattfinden. Beginn wird um 10 Uhr mit dem Seelenamt in St. Silvester sein. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Erler Friedhof. Am Samstag (21.12.) wird in der Vorabendmesse um 18.30 Uhr für ihn gebetet.

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8 KOMMENTARE

  1. Nur wer Ecken und Kanten hat, der hat auch ein Profil. Und kantig war er. Einen „allerbesten Degen“ hätten wir ihn zu unserer Zeit genannt. Er war Franziskus seiner Zeit voraus. Es bleibt zu hoffen, das uns sein „exzellenter Leserbrief“ über das altehrwürdigen Pfarrheim nicht vorenthalten wird.

  2. Vor nicht ganz 9 Jahren stand Herr Pastor Barlage vor unserem Umzugswagen und fragte : “ Zieht Ihr hier ein? Das ist schön. Herzlich Willkommen , ich bin euer Nachbar, mein Haus ist das Große, mit dem Kirchturm“.Wir haben uns in den Jahren häufig unterhalten.Ich habe Ihn als einen Pastor kennengelernt,der es verstanden hat,den “ schmalen Grad „zwischen der katholischen Kirche und dem normalen Alltagsleben ganz hervorragend in Einklang zu bringen.Er hat immer seine Meinung vertreten ohne sich davon abbringen zu lassen, soweit ich das aus unseren Gesprächen beurteilen kann.Wir sind dankbar einen Pastor wie Ihn kennengelernt zu haben.Mit Ihm geht ein Stück Erle, doch er wird immer ein Teil von Erle bleiben.Er war als Pastor für „sein Dorf“ da und er war ein feiner Mensch. “ Schauen Sie von da “ Oben“ auf ihr Dorf, Ihr Geist wird hier “ Unten “ bleiben.

  3. … Ich bin wirklich geschockt und kann es gar nicht glauben, dass so ein herzlicher Mensch nicht mehr da ist … Ich war Jahre lang Messdienerin und war immer ergriffen von seinen tollen Predigten.. Ein wirklich toller Pastor, der sich stehts für sein Dorf bemühte und einsetzte … Ich sehe ihn in so vielen Situationen noch vor mir …Sein herzliches Lachen … Seine Sprüche … Seine offene Art … Ein wirklicher Verlust & er wird fehlen, denn keine Heilige Messe kommt der von Pastor Franz Josef Barlage im geringsten nahe.

  4. Ich knie vor dir Herr, in deinem Erler Gotteshaus und erinnere mich an Pastor Barlage. Von Wertschätzung und Zuneigung beseelt, fühle ich mich ihm verbunden, in seinem Hohen Haus. Er war ein Landpfarrer, der seine Herde kannte, nahe am Menschen, im Bewusstsein dessen, was nicht so gerade läuft. Uneitel und sensibel, hartnäckig und lästig in Herrgott`s bestem Sinne, das konnte er auch. Vielleicht ´mal unbequem – weiß Gott – aber immer eine ehrliche Haut. Frank und frei in seinem Anspruchsdenken, sanft und demütig ergeben, in eigenen Schicksalsfragen. Zuletzt beschwerte ihn sein Leben, durch eine schwere Erkrankung und den Verlust dessen, was ihm so am Herzen lag. Erle verliert eine beherzte wie herzliche Persönlichkeit, einen Seelsorger, der seinesgleichen sucht. Möge dir der liebe Gott dein segensreiches Wirken im Himmel vergelten. Danke, Franz-Josef Barlage, dass wir dich erleben durften.

  5. Pastor Barlage war für mich immer „der Pastor mit Herz“.
    Er hat viel für unser Dorf geleistet und ich weiß noch wie stolz er war als die Krche ihren neuen Turm bekam.
    Besonders toll fand ich immer dass er fast alle Erler Kinder mit Namen kannte.
    Ein großer Mann der bestimmt niemals vergessen werden wird.

  6. Pastor Barlage – Der letzte Pastor von St. Silvester und Erle.

    Franz-Josef Barlage hatte immer ein offenes Ohr für jedermann, egal welcher Konfession und Glaubensrichtung. Kirchendünkel und überholtes Gedankengut lag ihm fern, er war ein moderner Pastor mit echter Bürgernähe, dessen Gedanken und Taten näher bei „seinen“ Erlern als bei den Amtsträgern in Münster waren. Ein Pastor mit Verdiensten an und in Erle, die weit über den neuen Kirchturm hinausgehen, ein Pastor, der nach vorne geschaut hat, der so vieles in der Erler Pfarrei positiv verändert hat.

    Ich werde mich immer an die schönen Stunden erinnern, in denen wir beide zusammen über die Geschichte der Erler Kirche und der Pfarrei St. Silvester gesprochen haben, an seine hilfreichen Kommentare und Anmerkungen zu meinen Texten auf meiner Homepage, an die Einblicke in Büchern, Fotos und Listen, die ich dank ihm nehmen durfte, an die vielen Telefonate über Erler Themen, die uns beide am Herzen lagen, zuletzt auch das Schicksal des alten Pastorats, das ihm so wichtig war, und über das er einen exzellenten Leserbrief verfaßt, den er aber nach langer Überlegung wegen diverser Sorgen über mögliche persönliche Konsequenzen nicht zu veröffentlichen wagte.

    Ich könnte noch so viel aufzählen, aber jeder, der Pastor Barlage kannte wird es für sich selber am besten wissen, was er an ihm hatte.

    Pastor Barlage, Sie haben große Fußspuren in Erle hinterlassen, vielleicht wird eines Tages ein anderer diese ausfüllen können.

    Danke!

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