Die Einzäunung der B224 zwischen Erle und Dorsten war mit rund 450.000 Euro kein kleines Projekt. Gut eineinhalb Jahre nach der Inbetriebnahme zog Revierförster Christoph Beemelmans jedoch eine positive Bilanz. Nach seinen Angaben sei die Zahl der Wildunfälle deutlich zurückgegangen.
Einzäunung sollte Unfälle mit Wild vermeiden
Die Einzäunung entlang der B224 sorgte bei ihrer Inbetriebnahme für großes Aufsehen. Der Regionalverband Ruhr setzte bei dem Projekt nach eigenen Angaben vor allem auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig kam moderne Technik zum Einsatz.
Die Wildwarnanlage arbeitet mit Sensoren und Warnleuchten. Sie soll Autofahrerinnen und Autofahrer rechtzeitig darauf aufmerksam machen, wenn Wild den Straßenbereich erreicht.
Revierförster zieht positive Bilanz
Gut eineinhalb Jahre nach der Inbetriebnahme sagte Revierförster Christoph Beemelmans, dass sich der Aufwand gelohnt habe. Das Wild habe die Umleitung gut angenommen.
„Wir sind ganz stolz verkünden zu können, dass wir nur zwei Unfälle im abgelaufenen Jahr hatten. Es ist ein riesiger Gewinn und eine wunderbare Sache, denn die Unfälle sind fast gegen null zurückgegangen“, sagte Beemelmans.
Grünbrücke über die A31 wird angenommen
Auch die neue Grünbrücke über die A31 habe sich nach Aussage des Revierförsters bewährt. Sie diene nicht nur einzelnen Wildarten, sondern der Vernetzung von Lebensräumen.
„Die ist mittlerweile angenommen worden vom Mauswiesel, Marder, Iltisarten, Rehwild bis hin zum Rothirsch. Alles war schon da. Besonders das Rotwild ging bereits sechs Tage nach Eröffnung über die Grünbrücke. Nur die Wildschweine hatten so einige Zeit auf sich warten lassen“, sagte Beemelmans.
Der Förster legte Wert auf die genaue Bezeichnung. Es handele sich nicht um eine reine Wildbrücke, sondern um eine Grünbrücke. „Es ist eine Grün- und keine Wildbrücke, die zur Lebensraumvernetzung dient. Wir sind sehr glücklich darüber, wie gut sie funktioniert“, erklärte er.
Warnleuchten sorgen bei Autofahrern für Fragen
Trotz der positiven Bilanz war vielen Verkehrsteilnehmern zunächst nicht immer klar, wann die Wildwarnanlage tatsächlich anspringt. Häufig habe es Beschwerden gegeben, weil die Anlage blinkte, obwohl kein Wild zu sehen war.
Beemelmans räumte ein, dass es technische Probleme gegeben habe. „Richtig, aber da gibt es immer noch so kleine technische Probleme, die ab 25 Grad Außentemperatur aufwärts auftreten. Aber auch das werden wir technisch in den Griff bekommen“, sagte er.
Sicherheit steht im Vordergrund
Entscheidend sei aus Sicht des Revierförsters, dass die Anlage zuverlässig warne, wenn Wild auftauche. Ein Warnsignal zu viel sei weniger problematisch als ein ausbleibendes Signal.
„Wenn sie einmal zu viel blinkt, ist das nicht das Problem. Nur wenn sie nicht blinkt, obwohl sie arbeiten sollte und nicht funktionstüchtig ist, dann haben wir ein Problem. Und das ist nicht der Fall. Denn immer wenn nachts Wild erscheint, dann blinkt sie. Deshalb haben wir auch keine Unfälle mehr“, erklärte Christoph Beemelmans.
Wildwarnanlage bleibt wichtiger Schutz an der B224
Die Kombination aus Einzäunung, Wildwarnanlage und Grünbrücke soll den Verkehr auf der B224 sicherer machen und zugleich Wanderbewegungen von Tieren ermöglichen. Nach der ersten Bilanz des Revierförsters habe sich das Projekt zwischen Erle und Dorsten bewährt.




























