StartGemeinde RaesfeldMenschenMutmachgeschichte: Meine Perücke – Ein Stück Mut, das weitergeht

Mutmachgeschichte: Meine Perücke – Ein Stück Mut, das weitergeht

Veröffentlicht am

Foto: Privat

Die Diagnose Krebs reißt jedem die Beine unter den Füßen weg. Manchmal aber schreibt das Leben Geschichten, die man sich selbst nie ausdenken würde. Bei Marion Brömmel (50) aus Raesfeld ist die Diagnose Krebs nur eines vom schweren Schicksal, das sie in den vergangenen Jahren treffen sollte. Diese Geschichte erzählt von einer Entscheidung, die Mut schenkt und verbindet. Eine Geschichte über starke Frauen und darüber, wie Weitergeben heilt.

Wie Mut, über ihr Schicksal zu sprechen, um anderen Menschen in schwieriger Zeit zu machen, Marion Brömmel aus Raesfeld. Wie aus schweren Wegen neue Kraft entsteht.

Diagnose Brustkrebs - Mutmachgeschichte
Marion Brömmel. Vor und und während der Chemotherapie. Foto: Privat

Mutmachgeschichte von Marion Brömmel

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die man sich selbst nie ausdenken würde.
2021 verloren wir unseren 16-jährigen Sohn durch einen tragischen Unfall.
2022 traf mich dann die nächste Welle: Brustkrebs. Operation, Chemo, Bestrahlung – das ganze Paket. Und als wäre das nicht genug, trennte sich  auch mein Mann in dieser Zeit.
Alles, was sicher schien, zerbrach.

Schwere Zeiten – Marion Brömmel mit ihrer Chemo-Krankenschwester. Foto: Privat

Aber mitten in dieser Dunkelheit wuchs etwas Neues. Ich begann, wieder Schritte zu machen – ganz wortwörtlich. 2023 gründeten wir  „Walk & Talk“ Laufgruppe mit der wir gemeinsam viel Projekte gemacht haben. Eines blieb aber in der Schublade liegen: meine Perücke.
Drei Jahre lang – still, wie ein Symbol einer vergangenen Zeit.
Bis vor Kurzem, als ein Familienmitglied nach einer Lungentransplantation zum ihre Haare verlor.

Ohne zu zögern sagte ich: „Nimm meine Perücke.“

Geschichte einer Perücke nach der Diagnose Brustkrebst
Eine Perücke, die nun auf Reisen geht. Foto: Privat



Dank des Teams der Rieswick Zweithaar Manufaktur wurde die Perücke sorgfältig frisiert und angepasst. So erhielt sie ein zweites Leben – und wird nun jemand anderem Freude bereiten. Für Außenstehende sind es vielleicht nur Haare. Für mich und viele andere, die eine Krankheit durchstehen, bedeuten sie jedoch ein Stück Identität, Selbstvertrauen und Hoffnung. Genau das durfte ich jetzt weitergeben.

Und so geht sie weiter. Schritt für Schritt.

Und wenn Marion heute über Mut spricht, tut sie das mit einer Ruhe, die man nur haben kann, wenn man wirklich etwas durchgestanden hat. „Mut wächst nicht, wenn alles gut ist“, sagt sie. „Mut wächst, wenn man trotzdem weitergeht, und wenn man teilt, was einem selbst einmal geholfen hat.“

Und so geht sie weiter. Schritt für Schritt. Nicht mehr, um vor etwas zu fliehen – sondern um andere mitzunehmen.


Mut bedeutet:
Weitergeben, was einem selbst geholfen hat.
#Mutmoment #Walk & Talk #Mutmacherin #Zusammenstark

Foto: Privat

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