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Dienstag, Mai 17, 2022
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Leserbrief zu „Regnum Christi – und kein Ende…

Leserbrief – Regnum Christi – und kein Ende… Der Mörder und Gott

…selbst nicht „Samstags bei Silvester“. Wobei, wenn mich meine (durchaus mangelhaften) Lateinkenntnisse nicht im Stich lassen, dann heißt „Regnum Christi“ in der Übersetzung ja „Herrschaft Christi“, und daß die kein Ende findet, das wollen wir alle doch mal hoffen, oder?

Na gut. Jedenfalls paßte es mir in die Zeit und in den Kram, mir den jüngsten Vortrag im neuen Pfarrheim (aka „St. Silvester-Haus) mal anzuhören. Ich war darauf gespannt, weil, naja, also von diesem „Regnum Christi“-Verein, da hört man ja in letzter Zeit so einiges und meistens nix Gutes.

Also, hinein ins christkatholische Verderben! Nur, dann war das mit dem „Regnum Christi“ ja so ‘ne Sache. Wenn die da überaupt in Erscheinung getreten sind, dann war da nix von zu erkennen. Missionarische Eiferer hatte ich erwartet, die mir meine Sündhaftigkeit um die Ohren hauen und verzweifelt bemüht sein würden, mich aus meiner Verderbtheit auf den rechten Pfad der Tugend führen zu wollen, mit Methoden, vor denen mich „Religiöse Verbraucherschützer“ nicht genug hätten warnen können.

Und was war? – Nix davon war.

Bei der Ankunft kriegtest Du ein Glas Rotwein in die Hand gedrückt, hast Dich hingesetzt und auf den weiteren Verlauf der Dinge gewartet. Die Veranstaltung hätte genausogut von der südwestfälischen Lottogemeinschaft oder dem Verband nordfriesischer Wattwanderer organisiert worden sein können (obwohl’s beim Letzteren vermutlich statt des Rottwein ‘n lütten Köhm gegeben hätte). Was weiß ich.

Jedenfalls fühlte ich mich in keiner Weise missioniert, nicht von „Regnum Christi“ und auch von sonst niemandem.

Den Vortrag selbst fand ich grenzwertig. Nicht der Botschaft wegen, die der Vortragende versuchte, herüberzubringen, sondern vielmehr der Art und Weise wegen, wie er das tat. Ich hatte das Gefühl, es war eine eine Million mal eingeübte und ausgeführte Choreographie (inclusive des zur rechten Zeit zum Sackenlassen der gerade pontifizierten Botschaft eingenommenen Schluckes Wasser). Das hat mich ein wenig abgestoßen. Also, nicht das Wasser, damit mich da keiner falsch versteht, aber die Darbietung der Botschaft. Obwohl diese selbst, wenn man denn das ganze Drömrömmsjesröm-Tralala mal wegläßt, schon nach- und bedenkenswert war. Aus meiner christlichen Sicht der Dinge jedenfalls.

Insofern würde ich mir weitere Veranstaltungen dieser Art auch vermutlich wieder antun. Ob sie nun von „Regnum Christi“ kommen oder von der südwestfälischen Lottogemeinschaft oder vom Verband norfriesischer Wattwanderer. Das ist mir scheiß-egal, wenn mich das Thema interessiert, klaro?!

Soviel also zu „Samstags bei Silvester“.

Jetzt zu dem anderen Quatsch, der anscheinend die Seelen der Kirchengemeinde St. Martin in so helle Aufregung versetzt, daß einige Protagonisten darüber den Dienst quittieren und das seiner Excellenz, dem Bischof von Münster auch noch meinen, schriftlich kundtun zu müssen.

Hey, Leute, worum geht’s hier eigentlich??? – Um „Samstags bei Silvester“ by „Regnum Christi“ doch wohl kaum, oder? Die Veranstaltung war so harmlos wie ein sommerlicher Grillabend in einem Nonnenkonvent.

Also, was dann?

Wollt Ihr den Pfarrer abschießen, oder was?

Wenn ja, dann sagt’s doch! – Dann kann er sich wenigstens wehren.

Obwohl, das will er ja gar nicht. Laut seiner Äußerung neulich in der Borkener Zeitung will er ja „die Diskussion nicht noch weiter anheizen“. Blödsinn, Herr Kenkel! – Chance verpaßt. Nach meiner Meinug ist es mehr als überfällig, daß Sie sich auf Ihre Kanzel stellen und den Leuten mal kund und zu wissen geben, wer hier in Ihrem Laden eigentlich der Boß ist. Und auch, daß die Kirche Gottes nix mit „Demokratie“ zu machen hat. „Roma locuta – causa finita“ heißt es an vielen Stellen, und das ist gut und richtig so. Oder wollen wir demnächst das Glaubensbekenntnis oder das „Vater Unser“ zur demokratischen Abstimmung stellen, he? – Das kann’s ja wohl nicht sein, oder?

„Regnum Christi“ ist eine durch Papst Johannes-Paul II approbierte Gruppe innerhalb der katholischen Kirche. Daß der Gründer sich im Nachhinein als ein schlimmer, krimineller Finger rausgestellt hat, ist unbestritten und Papst Benedikt XVI hat nachdrücklich darauf hingewiesen und sich redlich bemüht die Vorgänge aufzuklären. Aber das desavouiert ja doch wohl nicht den ganzen Verein, oder?

Als Katholik kann ich den gut finden oder auch nicht. Mein Bier! Aber was ich überhaupt nicht vertragen kann, ist, daß mir hier irgendwelche Denkverbote auferlegt werden sollen. Das Argument, das ich zu hören bekommen habe war: „Ja, aber die betreiben eine solch aggressive Mitgliederwerbung, da fallen unsere Kinder drauf rein.“ Das Argument, was ich dagegenhalte ist: Vermittelt Euren Blagen die (Eurer Ansicht nach) richtigen Werte, dann werden sie schon nicht drauf reinfallen. Und wenn Ihr das nicht schaftt, dann ist das Euer Problem und nicht das von „Regnum Christi“.

So verdammt einfach liegen die Dinge.

Und jetzt würde ich mir wünschen, daß dieses ganze, blödsinnige Affentheater endlich entweder ein stilles Ende findet oder die Sache so auf die Spitze getrieben wird, daß es mit einem großen Knall beendet wird. Aber diese elende Leisetreterei, die geht mir allmählich wirklich auf den Sender. Wobei ich felsenfest davon überzeugt bin, daß sich der Liebe Gott, zusammen mit seinem Sohn und – in heiliger Dreifaltigkeit – auch mit dem Heiligen Geist, über diesen Kinderkram einen Ast lacht.

Mit freundlichen Grüßen
Best regards

Detlef Wolf

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