Kreisvorhaben aus 138 Förderanträgen ausgewählt – 90.000 Euro als Komplettförderung

Kreis Borken (pd). Der Kreis Borken hat als eine von bundesweit 50 Regionen im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ausgeschriebenen „5G-Innovationswettbewerbs“ den Zuschlag für die finanzielle Förderung der Entwicklung eines Konzepts zur „5G-Telerettung“ im Kreisgebiet erhalten.

v. l. n. r.: Dirk Honermann (stellvertretender Leiter der Kreisleitstelle), Landrat Dr. Kai Zwicker, Daniela Glimm (Stabsstelle des Kreises), drei Einsatzkräfte der Borkener Wache sowie Carsten Thien (Fachbereich Sicherheit und Ordnung des Kreises) und Stephan Kruthoff (Leiter der Kreisleitstelle) freuten sich über die positive Nachricht aus Berlin
v. l. n. r.: Dirk Honermann (stellvertretender Leiter der Kreisleitstelle), Landrat Dr. Kai Zwicker, Daniela Glimm (Stabsstelle des Kreises), drei Einsatzkräfte der Borkener Wache sowie Carsten Thien (Fachbereich Sicherheit und Ordnung des Kreises) und Stephan Kruthoff (Leiter der Kreisleitstelle) freuten sich über die positive Nachricht aus Berlin

90.000 Euro werden dafür als Komplettförderung zur Verfügung gestellt. Diese erfreuliche Nachricht erhielt jetzt Landrat Dr. Kai Zwicker aus Berlin. Insgesamt lagen dem Bund 138 Förderanträge vor, die sich allesamt mit innovativen 5G-Mobilfunkanwendungen befassten.

Konzept  in enger Abstimmung mit dem Klinikum Westmünsterland

„Für uns als Kreis Borken, aber auch als Beispiel für andere ländliche Räume kann dieses Projekt einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die ärztliche Notfall- und Patientenversorgung zukunftssicher zu gestalten“, betonte der Landrat.

Das Konzept wird nun in enger Abstimmung mit dem Klinikum Westmünsterland und der Kreisleitstelle erarbeitet. Konkret geht es um 5G-basierte Anwendungen zur Patientendatenerfassung und -übermittlung. Zu lösen sind dabei vielfältige technische und rechtliche Fragestellungen.

Telemedizinische Unterstützung

In den Blick genommen wird zum einen die telemedizinische Unterstützung der Rettungskräfte für den Fall, dass ein Notarzt nicht verfügbar oder noch nicht am Einsatzort eingetroffen ist. Bestimmte Maßnamen können so bereits nach Konsultation mit einem zugeschalteten Notarzt eingeleitet werden. Zudem könnte der konsultierte Tele-Notarzt dann das Krankenhaus festlegen, das bezogen auf die vorliegenden Erkenntnisse die bestmögliche notärztliche bzw. intensivmedizinische Versorgung bietet.

Zum anderen geht es um Patientenverlegungen von Krankenhaus zu Krankenhaus. Hier kann im Einzelfall auf die Begleitung eines Notarztes verzichtet werden, da bei Bedarf der Tele-Notarzt hinzugezogen werden kann. Dies würde zu einer Entlastung der Notarztressourcen im gesamten Kreisgebiet führen.

Patienten- und Telemetriedaten werden schnell erfasst

In beiden Fällen könnten sofort Patienten- und Telemetriedaten erfasst und sicher an einen Notarzt übermittelt werden. Hierzu zählen unter anderem kardiologische (EKG-Werte) und sonographische Daten (Ultraschallaufnahmen als Bilder und Filme) sowie allgemeine Vitalparameter (zum Beispiel Blutdruck, Blutsauerstoffgehalt). All dies setzt aber eine besonders schnelle und sichere Mobilfunkversorgung voraus.

Pilotstrecke

Für eine Pilotstrecke zwischen den Krankenhäusern Borken und Vreden soll dazu die derzeitige Situation mit den 5G-Versorgungsanforderungen abgeglichen werden. Außerdem soll geprüft werden, wie die gewonnenen Erkenntnisse auf die Strecken zwischen Vreden und Ahaus sowie Vreden und Stadtlohn übertragen werden können.

Mit dem fertigen Konzept könnte sich der Kreis Borken anschließend um Fördermittel für die Umsetzung des Projektes bewerben. Dann würde im Kreisgebiet eine „5G-Pionierregion“ entstehen, in der die notwendige Infrastruktur ausgebaut werden könnte.

Zum Hintergrund:

Die fünfte Mobilfunkgeneration („5G“) soll künftig intelligente Echtzeit- und Massenkommunikation ermöglichen. Die Datengeschwindigkeit wird im Vergleich zum LTE-Standard („4G“) um ein Vielfaches höher sein.

Besonders schnelles mobiles und sicheres Internet mit mehr Datenvolumen und stabilen Netzverbindungen sind die Hauptvorteile für private Nutzer.

In der Wirtschaft soll eine vernetzte Produktion ermöglicht werden. In diesem Jahr wurden die ersten Frequenzen zum Aufbau von 5G-Netzen versteigert. Auch wenn ein weiträumiger Aufbau einer 5G-Netzinfrastruktur noch einige Zeit brauchen wird, werden gegenwärtig bereits mögliche Anwendungsfelder in verschiedenen Lebensbereichen untersucht.

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