Besonders Weihnachtszeit und vor dem Jahreswechsel haben es verwaiste Mütter, Väter und Ehepaare schwer. Der Schein der Kerzen an den Tannenbäumen in den Häusern, die fröhlichen Gesichter vieler Familien, die glücklichen Kinderaugen lassen Erinnerungen an dem Menschen aufkommen, der viel zu früh verstorben ist.

Ein tiefes Loch tut sich auf, und die Frage nach dem „Warum?“, bereitet den Betroffenen über viele Jahre, oder zeitlebens, einen großen Schmerz.
Seelsorger und Diakon Klaus Elsner aus Erle hat selber den Verlust von zwei Kindern vor vielen Jahren durchlebt. Ein Grund mit dafür, dass der 52jährige den Gottesdienst für „Verwaiste Eltern“ in Raesfeld, Erle und Rhedebrügge ins Leben gerufen hat.

Klaus Elsner Diakon katholische Kirchengemeinde Raesfeld
Obwohl der Seelsorger dieses Leid selber durchlitten hat, nahm Klaus Elsner Kontakt mit betroffen Menschen auf. „Die Frage, warum Kinder, ob in der pränatalen Phase, durch Gewalt, Unfall, Freitod und Krankheit vor den Eltern aus dem Leben scheiden, kommt immer auf. „Ich weiß, dass Gott uns nicht gesagt hat, er nimmt alles Leid, Krankheit und Tod von uns, sondern er geht mit uns durch diese dunkle Zeit“, begründet Klaus Elsner seinen ungebrochenen Glauben an Gott.

Gut besuchter Gottesdienst
„Man tut sich nur selber weh damit, wenn man die Frage nach dem Warum stellt, denn es gibt darauf einfach keine Antwort“, so Klaus Elsner.
Sein Erinnerungs-Gottesdienst in der St. Silvester- Kirche war erstaunlich gut besucht von Familien und von verwaisten Eltern, wo das Kind erst kürzlich, oder schon vor langer Zeit verstorben ist. „Einen Grund dafür sehe ich, dass der Gedanke an das verstorbene Kind immer da ist, und auch noch da sein sollte“, so Elsner.
Zu Beginn des Gottesdienstes wird eine Kerze entzündet und an den Altar gestellt. „Sehr emotional wird es dann, wenn die Eltern in Erinnerung an ihr Kind einen Zettel mit Namen ein blaues Tuch heften. Das blaue Tuch steht symbolisch für den Himmel“, so Klaus Elsner.

Emotionale Momente
Die Räumlichkeit der Kirche, Weihnachten sowie der Jahreswechsel wirkt sich sehr manipulativ auf die Stimmung der Menschen aus. Hinzu kommt die Frage der Eltern an Gott „warum hast du mir mein Kind genommen“, machen die Situation für einen Seelsorger nicht immer leicht. „Für mich ist dieser Moment eine Gratwanderung, zum Einem als Betroffener, zum anderen in der Profession als Seelsorger“, gesteht der Krankenhausseelsorger.
„Damit umgehen, oder Hilfestellung geben ist schwer, denn jeder Betroffene geht damit unterschiedlich um“, sagt Elsner.
„Noch in jüngster Vergangenheit war das Thema Kindstod in der Frühschwangerschaft ein Tabuthema. Heute gibt es für ungeborene Kinder die Möglichkeit der Bestattung, und wer möchte, kann sein Kind ins Stammbuch eintragen lassen“, so Klaus Elsner, der diesen Gottesdienst für „verwaiste Eltern“ auch zukünftig weiterführen möchte. „Mein Ziel ist es, dass mehr Betroffene zukünftig in der Vorbereitung mitarbeiten, und dass jeder, der einen Verlust erlitten hat, davon profitieren kann. Es ist schön, wenn jemand seine eigenen Erfahrungen an Betroffene weitergeben kann“, wünscht sich der Erler Diakon für die Zukunft.

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