Kirchgemeinde stellt Antrag auf Zuschuss für die Friedhofspflege

Kirchengemeinde St. Martin Raesfeld reicht Antrag für die Mitfinanzierung der Grünpflegekosten sowie für die Errichtung von Sternenkindergrabfelder ein

Katholische Kirchgemeinde stellt einen Antrag an die Gemeinde Raesfeld. Sie möchte, dass sich die Gemeinde ab 2022 an die Pflegekosten für die Grünanlagen beider Friedhöfe in Raesfeld und Erle beteiligt.

Die jährlichen Kosten für die Gemeinde belaufen sich auf 12.300 Euro für beide Friedhöfe, sowie für Errichtung von Sternenkindergrabfeldern soll es einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 11.500 Euro geben.

Der Antrag liegt zur Beschlussvorlage im Hauptausschuss am 30. Mai vor. Beide Mittel sollen außerplanmäßig bereitgestellt werden.

Im Antrag der Kirchengemeinde heißt es, dass die Pflegearbeiten der Grünanlagen durch die Kirchengemeinde in den letzten Jahren neu strukturiert und organisiert worden sei. Die Gesamtkosten für die Grünanlagenpflege belaufen für beide Friedhöfe rund 49.200 Euro (Raesfeld 33,800 Euro und Erle 15.400 Euro).

Friedhof Raesfeld-Erle

Grünanlagenpflege ist defizitär

Pfarrer Fabian Tilling begründet in seinen Antrag unter anderem damit, dass die Problematik der nicht umlagefähigen Kosten für Grünanlagenpflege in den vergangenen Jahren zu defizitären Friedhofshaushalten geführt habe. Deshalb konnten notwendige Instandhaltungsmaßnahmen nicht, oder nur sehr reduziert durchgeführt werden.

Finanzielle Unterstützung leistete die Gemeinde bereits bei wichtigen Projekten unter anderem neue Friedhofsmauer in Raesfeld und die Sanierung Aussegnungshalle in Erle. So habe die Kirchengemeinde auch nur durch fremde finanzielle Unterstützung das neue Ruhegrabfeld in Raesfeld mit veranschlagten Kosten von 23.000 Euro durchführen können.

Veränderungen der Bestattungskulturen

Besonders die Veränderungen der Bestattungskulturen im Münsterland stellen die Träger von Friedhöfen laut Pfarrer Tilling zurzeit vor immensen Herausforderungen. Mit dem neuen Ruhegrabfeld und den getroffenen Vereinbarungen zur Dauerpflege sein bereits eine zukunftsfähige Lösung gefunden worden.

Friedhof Raesfeld-Erle
Strukturelle Veränderungen auf dem Erler Friedhof sind sehr viel weitreichender und schwieriger. ©Petra Bosse

Strukturelle Veränderungen in Erle

Mit Blick auf den Friedhof in Erle seien die notwendigen strukturellen Veränderungen sehr viel weitreichender und schwieriger. Ein Strategietag habe dazu auf dem Friedhof stattgefunden.

Die Friedhöfe in Raesfeld und Erle haben eine Gesamtgröße von ca. 31.728 Quadratmeter (Raesfeld 20.415 und Erle 11.313 Quadratmeter).

Größere Teilflächen der beiden Friedhöfe werden jedoch nicht als Grabfläche genutzt, sondern sind mit Bäumen, Sträuchern und Rasenflächen sowie befestigten Flächen und Wegen für die Allgemeinnutzung vorbehalten. Der Anteil dieser Flächen beläuft sich in Raesfeld auf 61 und in Erle auf rund 52 Prozent.

Gedenkgarten-Friedhof-Beerdingskosten-Raesfeld
Neu gestaltetes Ruhegrabfeld in Raesfeld ©Petra Bosse

Hoher ökologischer Mehrwert für Bürger

Mit Blick auf den Raesfelder Friedhof habe dieser eine parkähnliche Funktion für die Raesfelder Bürger und die betroffenen Flächen hätten für die Allgemeinheit einen hohen ökologischen Mehrwert. Dieser werde jedoch nicht in der Gebührenkalkulationen für Friedhöfe auf die Gebühren umgelegt, so Daniel Knufmann von der Verwaltung. Es wird darauf hingewiesen, dass auch in drei weiteren Kommunen, Heiden, Reken und Velen, vergleichbare Anträge von Seiten der katholischen Kirchengemeinden gestellt worden sei und ein Pflegezuschuss von 25 % Prozent gewährt wurde.

Zuschuss für Sternenkindergrabfelder

Die Kosten für die Errichtung von Sternenkindergrabfeldern in Raesfeld und Erle belaufen sich laut Antrag auf insgesamt 23.000 Euro. Hier möchte sich die Gemeinde mit einem einmaligen Zuschuss für die Erstellung in Höhe von 11.500 Euro beteiligen.

Die Kirchengemeinde führt in ihrem Antrag aus, dass der vielfache Wunsch nach Sternenkindergrabfeldern an sie herangetragen worden sei.

Sternenkinder ist eine liebevolle Bezeichnung für Kinder, die während der Geburt oder kurz danach sterben. Durch ein Grabfeld für diese Kinder soll den Angehörigen ein Ort zum Innehalten und Gedenken geschaffen werden.

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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