Kindern ein Zuhause auf Zeit geben
Kreis Borken sucht Familien, die Bereitschaftspflege übernehmen / Hilfe in Notsituationen
Kreis Borken (pd). Die Situationen, in denen der Fachbereich Jugend und Familie des Kreises kurzfristig eine Bleibe für ein Kind finden muss, sind oft dramatisch: Eine Alleinerziehende muss plötzlich ins Krankenhaus, es gibt aber weder Verwandte noch Bekannte, die sich um ihren Sohn kümmern können. Oder das Jugendamt stellt fest, dass ein Kind vernachlässigt wird und zumindest vorübergehend nicht mehr in seiner Familie bleiben kann. In solchen Fällen ist der Kreis auf Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen, die bereit sind, Kinder vorübergehend und kurzfristig bei sich aufzunehmen.
Rund zehn Familien engagieren sich im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes (alle Städte und Gemeinden im Kreis ohne Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau) zurzeit in diesem Bereich. „Aktuell sind aber fast alle Plätze belegt, so dass wir auf der Suche nach weiteren Familien sind“, erklärt Ruth Rösing aus dem Fachbereich Jugend und Familie. In der sogenannten Bereitschaftspflege kümmern sich Familien vor allem um Mädchen und Jungen im Vorschulalter. „Ein Pflegekind kann prinzipiell jeder aufnehmen, der geeignet ist, ein Kind oder einen Jugendlichen zu versorgen, zu betreuen und zu erziehen“, erklärt Ruth Rösing. Das können Familien, Paare und Singles sein.
„Die Aufgabe ist sehr bereichernd, gleichzeitig aber auch eine große persönliche und pädagogische Herausforderung“, erläutert die Sozialpädagogin. „Sie erfordert Einfühlungsvermögen, Toleranz, Konsequenz und Durchhaltevermögen.“ Deshalb sollten Interessierte überlegen, ob ihre Familie stabil genug ist, um zeitweise mit einem fremden Kind zu leben und ob auch alle Familienangehörigen das möchten. Voraussetzung ist zudem, dass die Familien zur Zusammenarbeit mit den Eltern des Kindes und dem Pflegekinderdienst der Jugendhilfe bereit sind.
Wie lange Kinder in der Bereitschaftspflege betreut werden, ist sehr unterschiedlich. In manchen Fällen kann ein Kind nach einer Woche zurückkehren, in anderen müssen zum Teil langwierige Gerichtsverfahren abgewartet werden. Die Pflegeeltern erhalten für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung.
Familien aus dem gesamten Kreis Borken, die sich für den Einsatz in der Bereitschaftspflege interessieren, können sich an die Nebenstellen des Fachbereichs Jugend und Familie des Kreises wenden. Sie sind erreichbar in Gescher, Tel.: 02542/95670, in Rhede, Tel.: 02872/80970, und in Stadtlohn, Tel.: 02563/96980. Interessierte Familien aus Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau können sich auch an ihre städtischen Jugendämter wenden. Bei Bedarf stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises aber auch gerne die nötigen Kontakte her.



























