Anja Lammersmann trainiert Welpen. Sie selber hat zwei Hunde, einen Setter und einen Dackel. Die drei Damen sind ein unschlagbares Team

Halter und Hund – von klein auf ein starkes Team

ERLE. „Kleine Hundewelpen wissen erst mal nichts von den Gefahren, die überall lauern“, sagt Hundetrainerin Anja Lammersmann der Hundeschule Löwenzahn. „Sie können mit Straßenschildern und menschlichen Erfindungen nichts anfangen.“

Um die Vierbeiner von Anfang an richtig auf die Welt vorzubereiten bedarf es einer frühzeitigen Erziehung. Dieses richtet sich an jeden, bei dem der Welpe schon eingezogen ist oder bald noch einziehen wird.

Hundetrainerin Anja Lammersmann
Frauen untereinander … auf die richtige Sprache kommt es an.
Körpersprache und Laute

Sie muss es wissen. Sie selber hat zwei Hunde. Sie lebt für ihren Beruf und sieht mit den Augen der Hunde. Deswegen setzt sie in ihrer Arbeit auf Körpersprache und Laute – ihr Wissen möchte sie an die Halter weitergeben.
Damit Mensch und Hund ein unschlagbares Team werden. Ein Leben lang. Denn Vierbeiner wissen nicht, was von ihnen in der Menschenwelt erwartet wird, was sie dürfen und was nicht. Das müssen Halter ihnen zeigen.

Der Mensch muss den Hund verstehen
Anja Lammersmann mit ihren Hunden Dackel Deetje, Finni und Juna, Schulhund (r.). Sie ist Chefin
Neugiere Welpen

Wer selbst schon Hunde hatte, kennt das: Die Kleinen haben tierischen Spaß, wenn sie die Welt erkunden.
Tapsend schleichen sie sich vorwärts. Sie sind neugierig. Schnuppern überall. Wenn sie aber nichts mit dem wertvollen Buch mit schönem Einband anzufangen wissen, wird der Buchumschlag kurzerhand zerrissen. Oder die Wurst, die gerade noch auf dem Tisch lag, wird stibitzt.

Anja Lammersmann Hundetrainern

Der Briefträger, der es wagt, in sein Territorium einzudringen, wird angebellt. Auch wenn er bellt: Hunde sind soziale Wesen. Wie Menschen. Manchmal wollen die kleinen Strolche einfach nicht hören und verstehen nicht, was Herrchen oder Frauchen von ihnen wollen.

Aber anders als kleine Kinder werden die Hundewelpen unsere Sprache nicht lernen. Halter sind daher gefragt, in der Sprache der Hunde zu denken. Sie tragen als „Hunde-Eltern“ die Verantwortung. „Eltern achten auf ihre Kinder. Genauso sollten Halter auch auf die Bedürfnisse ihres Hundes achten“, betont Anja Lammersmann weiter.

Hundetrainerin Anja Lammersmann aus Erle
Stop heißt auch Stop

Über ihre Tätigkeit hinaus ist Anja Lammersmann auch Jägerin – daher kennt sie die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Rassen genau. Zwei Hunde begleiten sie stets als treuen Gefährten auf die Jagd: Deetje, ein Dackel und Finja, ein Setter.

Die Rasse der Setter sind bei der Jagd die Vorstehhunde vor dem Wild. „Dackel sind vom Wesen her eher stur und dickköpfig“, sagt sie lächelnd mit Blick auf ihre kleine Dackeldame. „Meine ist vom Kopf her clever“. Sie sei hartnäckig und habe einen denkenden Kopf. Das gehöre dazu, wenn sie einen Fuchs aus seinem Bau sprengen oder auf kurzen Beinen kilometerlange Schweißfährten ausarbeiten soll.

Der Mensch muss den Hund verstehen
Rassespezifische Eigenschaften

Dackel gelten bei manchen Hundefreunden als unberechenbar und schwer erziehbar. Doch die Erziehung liegt immer auch am Menschen. Sie hat ihr Ziel erreicht, wenn Menschen ihren Hund erkennen und verstehen – und natürlich das Gelernte aus dem Welpenseminar umsetzen.

Die Hundetrainerin möchte Hundebesitzern ein Gespür für das Tier vermitteln und helfen, das Verhalten der Welpen objektiv zu beurteilen. „Jeder Hund ist ein Individuum“, sagt sie.

Da ist es wichtig, die Eigenarten der rassespezifischen Eigenschaften der Hunde zu kennen. Nicht jede Art sei gleich – und so unterschiedlich menschliche Bedürfnisse sind, so unterschiedlich sind sie auch bei den Hunden. Sie hat auch schon erlebt, dass sich nicht jeder Hund für jeden Halter eignet – und die eigenen Wunschvorstellungen überdacht werden mussten. Im Endeffekt seien die Halter meist einsichtsvoll.

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