Gans weg, dann wieder da – Drei Hausgänse halten Erler Familie auf Trab

Große Aufregung bei der Familie Likuski in Erle. Daisy ist verschwunden, oder besser gesagt: Gans Daisy machte sich letzte Woche einfach aus dem Staub.

Nach einer groß angelegten Suchaktion konnte sie zwei Tage später auf der anderen Seite der B 224 wieder eingefangen werden. Zuhause habe Daisy nur getrunken und sie sei sehr verängstigt gewesen, die Federn waren nur am vibrieren.

Zum Glück sind nun alle wieder vereint, denn Daisy ist eine der drei Gänse in Erle, die liebevoll von Lennard (12 J.) großgezogen wurde. Direkt nach dem Schlüpfen übernahm er, mit Unterstützung seiner Eltern und Schwester, die Aufgaben und Aufzucht als Gänsevater von Daisy, Sweety und dem Ganter Elmo. Fast wären es sogar fünf geworden, erzählt Anja Likuski, aber nur drei Eier wurden am Ende erfolgreich ausgebrütet.

Kuckuck, da bin ich… Innerhalb von 28 bis 32 Tagen waren auch die anderen zwei Geschwister geschlüpft. Foto: privat

Ungeplanter Familienzuwachs

Dass die Familie drei Gänse als Haustiere hat, sei Corona geschuldet, berichtet die Mutter und lacht. „Geplant war das nicht, denn wir hatten die fünf Gänseeier im März 2021 von einem Bekannten eigentlich zum Essen geschenkt bekommen“, so Anja Likuski. Eigentlich, bis innerhalb der Familie die Idee aufkam, sich einen Brutkasten anzuschaffen. Und tatsächlich, drei Gänse haben es im Sommer 2021 geschafft. Seitdem hält das Federvieh, die eigentlich keine Namen bekommen sollten und eher als Weihnachtsgans gedacht waren, die Familie ganz schön auf Trab.

Fulltime-Job

Besonders Lennard hatte am Anfang einen Fulltime-Job. Statt wie andere Jungs seines Alters mit der Playstation zu spielen, kümmerte er sich um die Erziehung seiner schnatternden Haustiere. Täglich, anfänglich fast 23 Stunden rund um die Uhr. Und damit er die Gänse auch richtig verstehen lernt, habe er jede Menge Fachliteratur darüber gelesen. Gänse wachsen schnell, sind neugierig und haben ihre Bedürfnisse. So musste die Familie viele Dinge anschaffen, damit es dem Trio gut geht. Es drehte sich anfänglich alles nur um Gänse.

Gänse-aus-Erle-geschlüpft

Gänse sind sehr intelligente Tiere

Gänse sind sehr intelligente Tiere, erzählt Lennard, der als Gänsevater (Mutter) die Körpersprache der Tiere kennt und deuten kann. So sollte beispielsweise jeder schnell das Weite suchen, wenn Gänse mit dem Hals zittern. „Allerdings darfst du bei Gänsen auch keine Schwäche zeigen. Du musst ihnen immer selbstbewusst gegenübertreten“, berichtet Lennard. Nur so habe es dann auch funktioniert, dass die Vögel nicht nur auf Kommando Platz machen, sondern sogar mit in den Urlaub ins Ferienhaus fahren konnten.

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Das Trio mit Gänsevater(Mutter) Lennard im Garten 2021. Foto: privat

Highlight im Feriendorf

Hier ging es dann zum gemeinsamen Schwimmen in den See hinaus oder es wurden kleine Ausflüge unternommen. Sie seien das Highlight im Feriendorf in Ostfriesland gewesen, sagt Anja Likuski. Und, wo Lennard ist, da waren anfänglich auch die Gänse. Selbst im Garten saßen sie neben ihn, wenn er seine Hausaufgaben machte.

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Gans(z) besondere Ferien: Lennard mit Elmo 12 Wochen alt in Friesland. Foto: privat

Zwischenzeitlich hatten die zwei Damen auch reichlich viele Eier gelegt. Rund 40 Stück, erzählt Lennard. Mit Nachwuchs, einen Versuch habe die Familie in diesem Jahr gemacht, habe es am Ende dann doch nicht geklappt. Dabei hat Daisy 28 Tage lang auf ihren vier Eiern gesessen und rundum die Uhr bewacht und verteidigt.

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Große Diskussion darüber, warum es mit dem Nachwuchs nicht klappt. Foto: privat

Dass Daisy diese Woche ausgebüxt ist, damit habe niemand gerechnet, denn eigentlich können Hausgänse nicht über Zäune fliegen, hieß es. Und da die Federn nicht gestutzt sind, muss sie es doch irgendwie geschafft haben, aus dem Garten zu kommen und das Dorf Erle außerhalb des Zaunes zu erkunden.

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Trauriger Lennard mit zwei seiner Gänse im Garten. Es fehlt die Dame Daisy, die an diesem Tag noch auf Erkundungstour in Erle war und sehr vermisst wurde. Foto: Petra Bosse

Nun ist die Gänsefamilie wieder vereint. Lennard ist überglücklich, dass seine Daisy wohlbehalten daheim im Garten ist. Und eins steht bei der Familie jetzt schon fest: Die Tiere kommen weder als Martins- noch als Weihnachtsgans auf den Tisch, sondern sollen zukünftig ein neues Zuhause auf einem Schulbauernhof bekommen. bis es aber soweit ist, wird die Familie gemeinsam das lustige Treiben gemeinsam genießen nur eins ist auch sicher: „So eine Aufregung wie die letzten Tage, als Daisy plötzlich verschwunden, brauchen wir nicht noch einmal“, so Anja Likuski, die froh ist, dass Daisy unbeschadet wieder zuhause im Garten ist.

Frisch gebadet nach dem Ausflug sieht die Welt schon wieder anders aus

Thema: Stutzen Gefieder

Es werden gewöhnlich an beiden Flügeln die identische Anzahl an Schwungfedern beschnitten.
Bei Hühnern und Enten genügt meist einseitiges Stutzen, da diese Vögel von Natur aus schlechte Flieger sind. Um das Risiko durch Fälle zu minimieren, empfiehlt es sich, nur wenige Federn zu beschneiden. Bei weiterhin zu großer Flugfähigkeit können weitere Federn beschnitten werden.

Um die Flugfähigkeit dauerhaft zu begrenzen, muss die Prozedur nach jeder Mauser wiederholt werden. Dabei ist zu beachten, dass die zu beschneidenden Federn ausgewachsen und nicht mehr durchblutet sind, da ansonsten der Vogel sterben könnte.

Einige Tierrechtsorganisationen kritisieren das Stutzen als Tierquälerei, da es die natürliche Lebensweise behindere und durch die jährlich notwendige Wiederholung zu Stress bei den Tieren führe. Quelle: Wikipedia

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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