Das neue Haus soll eine markante Fassade mit Wiedererkennungswert bekommen.

Am Dienstagabend stimmten die Fraktionen nach ausgiebiger Diskussion einstimmig gegen den Erhalt der Fassade Aelkes Hof in Raesfeld an der Borkener Straße.

Wie schon in der Vorstellung seines Gutachtens fasste Günter Kohlruss die Gründe für einen Nichterhalt der alten Fassade zusammen und betonte, dass das Risiko bei Erhalt der Fassade zu hoch sei. Dagegen sprechen auch die hohen Kosten von rund 500.000 Euro.

Fraktionsvorsitzender der CDU Bernhard Bölker würdigte das Engagement der Bürgerinitiative. Diese setzte sich im Vorfeld für einen Erhalt für den „Aelkeshof“ ein und sammelte dafür rund 1000 Unterschriften. „Deshalb haben wir auch ein Gutachten in Auftrag gegeben, wobei es sich nicht, wie in einigen Leserbriefen vermutet wurde, um ein bezahltes, sondern um ein bestelltes Gutachten handelte“, so Bölker. Aufgrund des Gutachtens allerdings sehe er sich nicht in der Lage, alle drei Fassaden zu erhalten, da sich die Kosten auf rund eine halbe Million Euro belaufen und das Risiko, mit Blick auf weitere Kosten, zu hoch sei.

Unkalkulierbare Folgekosten

Hinzukommen, so Bölker, die verlängerte Bauzeit des neuen Gebäudes, die enormen Einschränkungen für die umliegenden Anwohner und Geschäfte, sowie die nicht kalkulierbaren Folgekosten. „Besonders skeptisch anzusehen sind die mehreren Unterkellerungen. Hierfür gibt keine Pläne. Eine energetische Untersuchung ist nur von innen möglich“, fügte Bölker hinzu und betonte, dass auch die Bürgerinitiative die anstehenden Kosten für den Erhalt der Fassaden als zu hoch ansehe.

 Deshalb habe sich die Gemeinde mit der BI darauf geeinigt, dass bei Nichterhaltung der Fassade die äußere Form des prägnanten Gebäudes durch einen Architektenwettbewerb, an dem sich die Gemeinde finanziell beteiligen möchte, erhalten bleiben soll.

Raesfelder Geschichte durch Wiederverwertung

„Wir sehen einen Erhalt der Fassade ebenfalls nicht für sinnvoll an. Um der Bürgerinitiative entgegenzukommen sind wir aber dafür, dass beim Abbruch des Gebäudes genügend Klinkersteine entnommen werden, um diese an der Ostseite zu verwenden, damit der Charakter und ein Stück Raesfelder Geschichte durch die Wiederverwertung erhalten bleibt“, so Wolfgang Warschewski (UWG). Er schlug vor, dass die zusätzlichen Mehrkosten bis zu 50.000 Euro für die Verklinkerung die politische Gemeinde übernehmen solle und dass die Vorgaben der neuen Verblendefassade in den Architektenwettbewerb mit aufgenommen werde.

Klaus Rybarczyk (SPD) sprach sich ebenfalls für einen Abriss und einen kompletten Neubau aus. „Erhalten wir die Fassade, ja oder nein? Wir glauben dem Gutachter und ein Erhalt ist definitiv zu teuer. Wichtig ist für uns jedoch, dass der Anblick der neuen Fassade bei einem Neubau an das alte Raesfeld erinnert“.

Holger Lordieck (Die Grünen) schloss sich diesem Vorschlag an. „Der Neubau sollte ein markantes Erscheinungsbild haben, sodass man sich später an den Aelkeshof erinnert“.

Alte Ziegelsteine

Eine neue Verblendfassade, sowohl mit alten, als auch mit baugleichen neuen Klinkersteinen kosten laut Gutachter Günter Kohlruss rund 50.000 Euro. Das Architektenbüro Büro Meier und Kohlruss wurde im Vorfeld von der Gemeinde beauftragt, die Nachfolgenutzung des „Aelkeshofes“ durch das Pfarrheim St. Martin unter der Maßgabe eines Neubaus, aber unter Erhalt der Verblendfassade zu überprüfen (wir berichteten).

Für einen Erhalt der alten Ziegelsteine sprach sich auch Günter Kohlruss aus. „Wenn es mein Gebäude wäre, dann würde ich die Steine erhalten. Energetisch ist dies auch kein Problem. Alles ist machbar“.

Petra Bosse

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