Das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten für den Erhalt der Fassade des Aelkeshofs sowie das Ergebnis des Gutachters Günter Kohlruss, sorgten sowohl in einigen Facebook-Kommentaren als auch in Leserbriefen für ausgiebige Diskussionen.

Dazu sagte der Fraktionsvorsitzende der CDU Bernhard Bölker in der Ratssitzung am Dienstagabend: „Wir haben es uns in dieser Sache nicht leicht gemacht. Deshalb gaben wir auch ein Gutachten in Auftrag, wobei es sich nicht, wie im Leserbrief vermutet wird, um ein bezahltes, sondern um ein bestelltes Gutachten handelt“.

Mutmaßungen, Unterstellungen und Vorwürfen

Während der Ratssitzung äußert sich Karl-Heinz Tünte von der CDU-Fraktion in einem Statement zu dem Leserbrief von Reinhard G. Nießing: „Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg“.

Er betont hier eindringlich, dass er nicht mehr länger bereit sei, die Mutmaßungen, Unterstellungen und Vorwürfen des Leserbriefschreibers, welche nicht der Wahrheit entsprechen. in dieser zunehmenden Art der Kommunikation hinzunehmen. Auch möchte er dafür nicht noch mehr Raum einräumen, ohne dem zu widersprechen. „Für mich spricht das für einen abgrundtiefen Hass“, so Tünte.

Wahrheit oder Unwahrheit

Für seine Worte erhielt der ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU am Ende langanhaltenden Beifall, sowohl vonseiten der zahlreichen Zuhörer, als auch von allen Fraktionen.

Wahrheit oder Unwahrheit? Karl-Heinz Tünte sieht sich in der Pflicht, einige Dinge, die nicht der Wahrheit entsprechen, klarzustellen.

Karl-Heinz Tünte kann, wie er während der Ratssitzung betont, die Aussage des Leserbriefschreibers so nicht im Raum stehen lassen. Gemeint sei unter anderem die Aussage, dass die politische Gemeinde einen Gutachter beauftragt habe, obwohl angeblich schon die Entscheidung zum Abriss längst gefallen sei.

Gutachter für Fragen zur Gesamtsituation beauftragt

Dazu Karl-Heinz Tünte: „Es gibt zwar eine Abrissgenehmigung und die Kirchengemeinde hat aufgrund der enormen Kosten, die bei einem Erhalt der Fassade anfallen würden, für sich entschieden, diesen Aufwand nicht betreiben zu können und zu wollen. Folgerichtig war deshalb die Frage an die politische Gemeinde, ob sie ein besonderes Interesse hat, die Fassade zu erhalten. Diese Frage konnte die Verwaltung allein nicht eindeutig und abschließend beantworten. Was macht man in so einer Situation? Man befragt bzw. beauftragt Menschen, die Fragen zu der Gesamtsituation, zum Beispiel Gebäudezustand des Aelkeshof, oder ob es sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist, die Fassade ganz oder teilweise zu erhalten, umfassend beantworten können“.

Verkauft von wem an wen?

Dass in diesem Zusammenhang dann davon gesprochen noch gesprochen werde, „dass keine Silberlinge“ für ein Objekt ausgegeben werden sollen, das längst verraten und verkauft wurde, sei verleumderisch, so Tünte und: „Verraten von wem. Und verkauft von wem an wen?“

Als polemisch und populistisch bezeichnet Tünte auch die wiederkehrenden Ratschläge an die Kirchengemeinde, eines ihrer Wiesengrundstücke zu veräußern, bevor ein neuerlicher Spendenverein für den Bau eines Pfarrheimes ins Leben gerufen wird.

„Die gleiche Kirche, die diesem Rat folgen würde, da bin ich mir sicher, würde von dem gleichen Schreiber an den Pranger gestellt, wenn dafür ein Bolzplatz, eine Skaterbahn, ein Spielplatz und der Vogelstangenplatz wegfallen würde“, ergänzte Tünte in seinem Statement.

Unterstellung

Als noch unverschämter bezeichnet Tünte die Ausführungen des Leserbriefschreibers – „Ein Wort zu dem Gutachten“ – „brauchst du ein Ergebnis, das ein Projekt versenken soll, dann werden die Kosten nach oben getrieben – siehe Aelkeshof“.

Dies sei eine Unterstellung, „einerseits das Gutachten vom Gutachter bewusst im Sinne des Auftraggebers, Gemeinde Raesfeld „verfasst“ wurde und andererseits Verwaltung und Rat eine solche Zielsetzung bewusst anstreben“.

Die hätte sich laut Karl-Heinz Tünte der Schreiber besser sparen sollen, da diese schon fast von strafrechtlicher Relevanz sei.

 „Wenn dann noch geschrieben wird – so funktioniert Politik, dann will ich nicht wissen, welcher Partei der Schreiber angehört. Wenn Politik, wie der Schreiber sich ständig wiederholt, so „ein schmutziges Geschäft ist“, warum strebt der bereits nach einem Jahr „Nichtmehrvorsitzende“ überhaupt ein politisches Mandat an?“

Gutachten ist eindeutig

Als eine weitere Unterstellung führt Tünte auf, dass die Verwaltung der engagierten Bürgerschaft mit wenig Empathie begegnet sei. Genau das Gegenteil sei, wie Tünte betont, der Fall. Inzwischen sei sich Karl-Heinz Tünte auch sicher darüber, dass die führenden Leute der Bürgerinitiative sich mit den Aussagen des Schreibers schon lange nicht mehr identifizieren. „Der Schreiber hat nach meinem Eindruck durch seine populistische Art sich selbst und den Menschen, die sich mit ehrlicher Überzeugung und Motivation engagiert für ihre Sache einsetzen, wie die Bürgerinitiative das getan hat, eher einen Bärendienst erwiesen“.

Wirtschaftlich vertretbare Lösung

„Politiker und Kirchenführer sollten eben nicht am Volk vorbei regieren und ich kann dazu nur sagen, dass das Gutachten eindeutig ist und der Erhalt des Aelkeshofes bis zu einer halben Million zuzüglich nicht auszuschließender Risiken kosten könnte. Und das die CDU sich stattdessen zusammen mit der Kirchengemeinde für eine qualitativ sehr gute, wirtschaftlich vertretbare Lösung einsetzt, kann ich beim besten Willen nicht als falsche Entscheidung und am Volk vorbeierkennen“.

Zum Ende seines Statements fügte Karl-Heinz Tünte hinzu: „Hättest Du geschwiegen, wärst Du Prophet geblieben“. Im richtigen Moment zu schweigen, sei aber schon lange nicht mehr seine Stärke. „Der Schreiber meint ja, zu allem und jedem seinen Senf hinzugeben zu müssen. Und das in einer Weise, die Menschen, die es ehrlich meinen und Ihre ganze Kraft für die Menschen und gute Lösungen für unsere Gemeinde einsetzen, es auf keinen Fall verdient haben. Ich werde zu solchen Ausführungen jedenfalls nicht mehr schweigen“.

Petra Bosse

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1 KOMMENTAR

  1. Kurzintervention und Widersruch:

    Ich bin ein überzeugter Verfechter einer engagierten, wehrhaften Zivilgesellschaft.

    Was soll das eigentlich bedeuten, Zitat: „verleumderisch“ und „abgrundtiefer Hass“? Hallo, wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat, wo das Recht auf eine freie Meinungsäußerung immer noch gilt, ob es der heimischen CDU nun passt oder nicht! Und „Verleumdung“ sollte doch niemanden unterstellt werden, solange er die Dinge beim Namen nennt.

    Der Diskurs, die streitbare Auseinandersetzung über ein komplexes Thema, das Ringen um die beste Lösung, die Konfrontation und der Konsens gehören ebenfalls zu einer offenen, lösungsorientierten Streitkultur, sowie ein guter Kompromiss in der Sache. Wenn allerdings politische Parteien erst gar nicht streiten möchte, sondern stattdessen alles in gewohnter Manier im stillen Kämmerlein beschließen und erst dann ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren, ja dann kann allgemeiner Unmut die Folge sein. Souverän sind Bürgerinnen und Bürger, die innerhalb einer aufgeklärten Zivilgesellschaft einbezogen werden möchten und eben nicht verteufelt werden sollten.

    Jetzt rettet sich die Politik zunächst einmal in ihre wohlverdiente Sommerpause, wohlwissend, das die Leute ein kurzes Gedächtnis haben. Vielleicht ist es ja gut, erst mal Gras über die Sache wachsen zu lassen, um die Gemüter zu beruhigen. Dann könnte man im Herbst oder im nächsten Frühjahr endlich zur Tat zu schreiten, um den Aelkeshof platt zu machen. Es wurde ja bereits alles gesagt und mehrheitlich beschlossen.

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