Brunnenbesitzer ärgern sich im Raum Schermbeck und Erle über die Nitratbelastung in ihrem Wasser

Nach den letzten Brunnenwasseruntersuchungen in Schermbeck am 2. September gab es auch für einige Erler keine keine guten Nachrichten Der VSR-Gewässerschutz e.V musste leider wieder Bürgern mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält.

Brunnenwasserprobe
Milan Toups (links) (Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst) und Harald Gülzow (Projektleiter) analysieren eine Brunnenwasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz e.V.. Foto: VSR-Gewässerschutz

Erhöhte Nitratwerte in mehren Ortsteilen

Dipl. Phys. Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz und Milan Toups, Bundesfreiwilliger fanden bei den Untersuchungen 120 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Rhade.

Etwa jeder vierte Brunnenbesitzer wurde enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist.

Harald Gülzow
Harald Gülzow (links im Bild) nimmt eine Wasserprobe von einer Brunnennutzerin (rechts im Fild) am Labormobil entgegen. Fotos: Gewässerschutz

Ein Grund für die hohen Belastungen sei laut VSR-Gewässerschutz die intensive Landwirtschaft. Diese habe sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet.

Mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Erle mit 73 Milligramm pro Liter (mg/l), Üfte mit 105 mg/l, in Altschermbeck mit 89 mg/l, in Schermbeck mit 98 mg/l, Besten mit 84 mg/l und in Holsterhausen mit 76 mg/l fest.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei laut VSR-Gewässerschutz die intensive Landwirtschaft. Diese habe sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet.

Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten viele Brunnenbesitzer, dass sie über die Nitratbelastungen der Region wütend sind. Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Ärgerlich ist insbesondere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet ist. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt.

VSR-Gewässerschutz

 

Foto: VSR-Gewässerschutz

„Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählen, verschwinden dagegen immer mehr.

Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern bei ihrem Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen. (pd VSR-Gewässerschutz)

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1 KOMMENTAR

  1. Ist doch gar kein Problem.
    Jeder, der sich daran stört soll bitte einfach aufhören zu essen. Problem gelöst!

    Nein, doch nicht? Oh, stimmt ja….ganz so einfach ist es dann doch nicht.
    Baut es doch selbst an? Ach ne…zu viel Aufwand, Dreck und ist ja auch anstrengend.

    Vielleicht lieber Öko kaufen? Ok, die CO2 Bilanz ist dort durch die geringen Erträge ein Katastrophe, sowie wird das meiste von weit her importiert, am liebsten per Flugzeug…aber fürs Gewissen ist das bestimmt besser.

    Leute, WACHT AUF. Komisch, dass gerade die Brunnen im Aussenbereich immer besser werden. Warum dann nicht innerhalb geschlossener Ortschaften? Liegt es doch an der maroden Kanalisation, oder doch ehr am 10 mal jährlich gedüngtem Rasen, der keinen „Ertrag“ bzw einen Abfuhr von der Fläche bringt?

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