Rhede/Borken (pd). Insgesamt 600 000 Euro soll ein Finanzbeamter aus Rhede von Mai 2005 bis September 2010 im Rahmen seiner Tätigkeit in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
Erfundene Steuerfälle, gefälschte Bescheide, Steuerrückzahlungen ließ der 36-jährige Angeklagte in seine eigene Tasche fließen. Auch fiktive Steuererklärungen mehrerer Verwandte waren darunter, und all das Geld floss immer schön auf sein eigenes Konto. Leer ging hingegen ging das Finanzamt Borken aus und hatte das Nachsehen. Der Angeklagte soll laut Aussage das Amtsleiters Borken einer der besten Mitarbeiter gewesen sein „beliebt, sozial und zugewandt“. Bis natürlich auf diese andere, dunkle Seite.
Das Genick brach dem Rheder Betrüger zum Beispiel der Kauf eines Hauses der Schwiegereltern auf Rügen für 300.000 Euro, wo der Beamte als Bürge eingetragen war, sowie eine Hochzeit für 20.000 Euro des Bruders. Durch die verschiedenen Bankbürgschaften ist der Rheder im Laufe der Zeit selber in Schieflage geraten. Nicht nur fiktive Bescheide und Steuerrückerstattungen gehörten zu seinen lukrativen Einkünften, auch knackte der Angeklagte vor dem Landgericht Münster Passwörter von Kollegen. Aufgefallen ist die Sache erst, als die Nachfrage seiner Bank bei einem Kollegen landete, weil der Empfänger von Bescheid und Rückerstattung nicht eindeutig identisch waren. So kamen immer mehr Ungereimtheiten an den Tag, betonte Richter Ewald Rocznik zum Schluss.
Nichts davon gewusst haben sollen die Verwandte und die Ehefrau, die sich laut Aussage von dem Angeklagten mit solchen Dinge nicht beschäftigt hat.



























