Die SPD Ortsverein Raesfeld schickt Elke Rybarczyk ins Rennen um den Bürgermeister-Posten

Interview mit der Bürgermeisterkandidatin, SPD Ortsverband Raesfeld Elke Rybarczyk

Elke Rybarczyk bewirbt sich bei der kommenden Kommunalwahl als Kandidatin für die SPD um das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Raesfeld. Vergangenen Woche hat die Raesfelder SPD Elke Rybarczyk als ihre Kandidatin um die Nachfolge von Bürgermeister Andreas Grotendorst benannt. Sie wurde mit 16 von 17 Stimmen nominiert.

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Elke Rybarczyk bewirbt sich bei der kommenden Kommunalwahl als Kandidatin für die SPD um das Bürgermeisteramt. Foto: Petra Bosse

Die 64-jährige Lehrerin lebt seit 25 Jahren mit ihrer Familie in Erle und ist seit 41 Jahren im Schuldienst.

In einem Interview nennt sie ihre Motivation und erklärt, warum sie für diese Position geeignet ist. Ihre Themen seien die Dorfentwicklung, Mobilität, Familie, Soziales, Bildung und Kultur sowie Umwelt und Digitalisierung. Sie stehe für den Erhalt bäuerlicher Familienbetriebe.

Die Entscheidung zu dieser Kandidatur habe, so Elke Rybarczyk (64 J.), schon länger fest gestanden, aber im November, als Bürgermeister Andreas Grotendorst bekannt gab, dass er nicht mehr für dieses Amt zur Verfügungen stehen werde, habe das ihre Entscheidung gefestigt. „Die Wahl innerhalb unserer Fraktion ist deshalb schnell auf mich gefallen“. Ein weiterer Punkt ihrer Entscheidung sei auch eine Aussage von Martin Tesing bei seiner Vorstellung als Bürgermeisterkandidat der CDU gewesen. Zitat: „Zwischen mir und Andreas Grotendorst passt kein Blatt Papier“.

Neue Akzente setzen

„Ich bin der Meinung, dass jeder Bürgermeister eigene Akzente setzen muss. Ich hatte die Sorge, dass alles so weiterläuft, wie bisher“. Auch müsse ein Bürgermeister offen für neue Ideen sein. „Ich möchte die Bürger mitnehmen, jeden wertschätzen und zuhören, und dann danach handeln“, so Rybarczyk.

Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit in der Gemeinde zu setzen sei ihr sehr wichtig: „Der Zusammenhalt und die Solidarität der Menschen, ob jung oder alt, und auch untereinander, liegen mir besonders am Herzen. Wichtig für mich ist eine transparente, bürgernahe Verwaltung, in der jedem Bürger mit seinem Anliegen schnell und gut geholfen wird. Das hat in den letzten Jahren nachgelassen und ist zu kurz gekommen“. Ebenfalls plädiert sie für eine offene Streitkultur in den Rats-, Hauptausschuss- und Ausschuss-Sitzungen.

Senioren und Jugend

Besonders ältere Menschen kämen zu kurz. Deshalb sei es ihr Ziel, einen Seniorenbeirat für ältere Generationen ins Leben zu rufen. Ebenfalls möchte sie eine Bürgermeistersprechstunde einrichten, um mit ihnen in Kontakt zu kommen. Das sei in der Vergangenheit ebenfalls vernachlässigt worden, findet Rybarczyk.

Mit Blick auf die Jugend sei es auch hier sinnvoll, wie sie sagt, ein Jugendforum einzurichten, wo die jüngere Generation ihre Probleme und Anliegen einbringen kann, aber auch, um mit ihnen im Dialog zu bleiben. „Als Bürgermeisterin möchte ich die gute Arbeit der Jugendhäuser volle Kraft unterstützen“.

Sozialer Wohnungsbau

Zu weiteren Schwerpunkten ihrer Arbeit sagt Rybarczyk, zähle auch bezahlbarer Wohnraum. Als negatives Beispiel nennt sie, dass viele ältere und leerstehende Häuser in der Gemeinde in die Hände von Bauträger übergehen, die entweder aufwendig renovieren, oder abreißen und neue Häuser bauen, mit enorm überteuerten Mietpreisen. Für junge Familie, Alleinstehende und auch den Durchschnittsverdiener seien diese Kosten kaum dann noch tragbar. Deshalb habe sie die Idee, ganz im Sinne der SPD, eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, mit nicht nur bezahlbaren, sondern auch mit sozialen Wohnungen.

Für die Senioren habe sie seit Jahren ein Wohnmodell im Auge, wie Alten-WG – Mehrgenerationenhaus. „Jung kauft alt“ und die Möglichkeit damit, dass hier junge Familien Hand in Hand mit älteren Familien gemeinsam wohnen.

Dorferhalt

„Jedes Kind braucht ein Dorf“, lautet ihr Motto. „Deshalb stehe ich für den Erhalt des Dorfes, denn im Laufe der Jahre hat das Dorf seinen münsterländischen Charakter verloren. Alte Gebäude sollen erhalten bleiben und auf den neusten Stand gebracht werden“, findet die Sozialdemokratin. Eine ihrer Sorgen sei unter anderem der Aelkeshof. Sie wolle verhindern, dass Gebäude und Grünanlagen, die noch einen Rest des alten dörflichen Bildes darstellen, verschwinden.

Dorfentwicklungskonzept – Neue Dorfmitte Erle

Die Planung für ein Bürgerhaus in Erle sei, so Rybarczyk, großartig. „Endlich ist die Katze aus dem Sack und für mich und meine Familie sehe ich hier kein Problem, auch Anteile zu zeichnen, da ich das Genossenschaftsprinzip voll unterstütze“. Allerdings seien die anderen Projekte, die noch anstehen, nicht so tranzparent. Sie befürworte auch eine kleinstrukturierte Bebauung, ebenso eine Verkehrsberuhigung der B70 durch die Ortsmitte von Raesfeld. „Warum müssen hier die LKWs durchfahren?“, fragt sie sich.

Kümmern möchte sie sich auch darum, dass weitere mittelständische und umweltverträgliche Gewerbe und Unternehmen sich ansiedeln können. „Das bedeutet auch, dass hiesige Bürger hier eine Arbeitsstätte haben“.

Mobilität

Das öffentliche Verkehrsnetz, sprich die Bus- und Zuganbindungen seien ihrer Meinung nach eine Katastrophe. Besonders die langen Wartezeiten beim Pendelverkehr zwischen den einzelnen Verbindung, bzw. nach Münster, seien teilweise unzumutbare, besonders für ältere Menschen, die zu ärztlichen Untersuchungen mit dem Bus nach Münster oder in andere Städt müssen. „Hier muss unbedingt nachgearbeitet und einiges verbessert werden“.

Auch, dass der Fahrstuhl in der Villa Becker immer noch nicht repariert sei, findet Rybarczyk sehr schade. Es scheitere hier an Kleinigkeiten und es gebe viele Ausreden, um den Fahrstuhl nicht zu reparieren.

Kulturangebot

Was den Ort für kulturelle Veranstaltungen anbelangt, fragt sich Rybarczyk: „Warum können wir uns nicht ein kleines Kulturzentrum leisten? Beispielsweise als Trägerverein“. Als positives Beispiel nennt sie den Hof Jünger in Kirchhellen.

Mit Blick auf die jetzige Ratskultur betont Elke Rybarczyk, dass vieles, auch Ideen ihrer Partei, hier einfach „totgetreten“ werden. Sie bemängelt ebenfalls das respektlose Verhalten einiger Ratsmitglieder gegenüber den anderen Parteien.

Flüchtlings- und Corona-Krise

Letztendlich sei, so betont Rybarczyk, nicht alles schlecht in der Gemeinde. Besonders positiv hervorheben möchte sie das Krisenmanagement der Verwaltung und des amtierenden Bürgermeisters Grotendorst in Krisenzeiten: „Dieses wurde meiner Ansicht nach richtig gut bewältigt“.

In ihrem Schlusswort betont die Bürgermeisterkandidatin, dass nach ihrem Verständnis von Demokratie mindestens zwei Kandidaten zu einer Wahl gehören, „sonst macht der Begriff Wahl keinen Sinn. Und, ein Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin muss in der Gemeinde leben, die ihn, oder sie gewählt hat: Bürgernähe und Transparenz müssen sichergestellt sein“.

Besetzung der Wahlbzirke

Bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag wurden die Reserveliste und die Besetzung der 14 Wahlbezirke bestätigt.

Die Wahlbezirke sehen wie folgt aus:

WB 1 Thomas Fortmann,
WB 2 Frank Buckenhofer,
WB 3 Elisabeth Lindenhahn,
WB 4 Helmut Hellenkamp,
WB 5 Sonja Köhler,
WB 6 Cedric Fortmann,
WB 7 Nadine Heselhaus,
WB 8 Hedwig Fortmann,
WB 9 Thorsten Hansen,
WB 10 Wolfgang Kadenbach,
WB 11 Elke Rybarczyk,
WB 12 Klaus Rybarczyk,
WB 13 Bejamin Mikolajewski,
WB 14 Karin Schuhte.

Petra Bosse

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