Seit zehn Jahren züchtet Ute Kramer aus Erle Doggen. Doch dieser Wurf ist etwas Besonderes.
ERLE. Der kleine Payman hat im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll von der großen Hitze. Wie seine sechseinhalb Wochen alten Geschwister sucht auch er tagsüber ein schattiges Plätzchen.

Die fünf Doggenwelpen Payman, Phibi, Palina, Penelope und Puccini von der Züchterin Ute Kramer sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus – und bereits jetzt sind die Kleinen im Rudel unterwegs. „Damit werden diese zeitig und früh sozialisiert, denn nur im Rudel wird die beste Sozialisierung gewährleistet“, so Ute Kramer, die sich über die Selbstständigkeit der quirligen Tiere freut.

Hundemama Adele
Trotz der frühen Selbstständigkeit ist die Erler Züchterin tagsüber immer im Einsatz, um sich um das Wohl ihrer Zuchtwelpen zu kümmern. Den größten Teil der Erziehung allerdings übernimmt, so Kramer, die Hundemama Adele. Sie ist mittlerweile sechseinhalb Jahre alt und weiß als erfahrene Mutter am besten, was ihre Kinder brauchen. „Adele ist fast schon eine Übermutter, ausdauernd, nervenstark, aber auch konsequent in ihrer Erziehung. Das heißt, wenn sie etwas nicht will, dann bekommen das die Kleinen zu spüren und einen Dämpfer“.

Ruhig und ausgeglichen
Für die Doggenzüchterin ist dieser Wurf etwas Besonderes, denn es war das letzte Mal, dass Mutter Adele Junge auf die Welt gebracht hat. „Sie war unser erstes Welpenbaby. Jetzt geht sie in ihren verdienten Ruhestand“, erzählt Ute Kramer und lacht.
Aber nicht nur deshalb sei der Wurf besonders, wie sie erzählt. „Die Welpen sind unheimlich ruhig, ausgeglichen, menschenbezogen und total lieb. Das liegt wohl an den Eltern, da beide ebenfalls sehr ruhig sind und es an ihren Nachwuchs vererbt haben“.

Tiere werden weltweit vermittelt
Ute Kramer züchtet seit zehn Jahren und hat mittlerweile 87 Welpen auf das Leben vorbereitet und weltweit vermittelt. Es sei zwar anstrengend, aber auch schön, sagt sie. „Das Besondere bei diesen Tieren ist, dass es nicht nur Hunde, sondern Doggen sind, und diese sind schon fast wie Kinder. Sie geben einem sehr viel“.

Das kann ihr Mann Olaf nur bestätigen. Er unterstützt seine Frau nach der Arbeit, wo er nur kann. „Doggen sind einfach nur sanfte Riesen, obwohl man das auf den ersten Blick nicht vermutet“, so Olaf Kramer. Wenn Hundemama oder Züchterin mal keine Zeit zum Aufpassen haben, gibt es ja immer noch die kleine Hundedame Scada.
Obwohl sie sich zwischen den großen Hunden von ihrer Größe fast verliert und ausgewachsenen kleiner ist als die Hundebabys, überzeugt sie als Nanni durch ihr forsches Auftreten.

Bald heißt es für die Familie wieder Abschied nehmen. Obwohl die Trennung allen immer schwer fällt, wissen sie auch, dass ihre Tiere in ihrem neuen Zuhause gut unterbracht sein werden. „Auch noch nach zehn Jahren haben wir zu allen Familien einen guten Kontakt“, so Ute Kramer.
Text und Fotos: Petra Bosse



























