Nachttrauung
Im Bild: (von links) Die Standesbeamtin Claudia Schulte freut sich mit Oliver und Cindy Rathmann aus Borken und gratuliert zur Hochzeit.

Gemeinde Raesfeld (pd). Aus den Fenstern des Rittersaals hört man leise Musik. Die Treppe zum Schlossturm ist mit einer Blumengirlande geschmückt und alles ist in ein flackerndes Licht von kleinen Ölfackeln getaucht. Leises Stimmengewirr ist beim Öffnen der Tür zu hören und plötzlich ein lautes und entzücktes „Oh, wie schön!“ Von einem Herrn in den besten Jahren wird die junge Braut die Treppe hinunter bis ins Trauzimmer begleitet und dann vom Vater an den Bräutigam übergeben. Die Standesbeamtin beginnt mit der Zeremonie und um fünf Minuten nach zwölf fallen die magischen drei Worte: „Ja, ich will!“

Diese Trauung fand selbst für das Raesfelder Standesamt an einem der ungewöhnlichsten Termine in den Gemäuern des historischen Wasserschlosses Raesfeld statt. Am 20.09.2009 um 0:05 sagten Cindy und Oliver Rathmann aus Borken „Ja“ zueinander und waren damit wohl das erste frischgebacken Ehepaar an diesem Schnapszahldatum. Vor der Trauung hatte das Brautpaar schon mit vielen Gästen im Rittersaal des Schlosses gepoltert. Während die Braut sich eine halbe Stunde zurückzog, um ihr Brautkleid anzuziehen und die Haare nochmals frisieren zu lassen, stieg auch die Spannung der Gäste. „Obwohl die Zwei bis zur Eheschließung nüchtern blieben, war die Stimmung sowohl beim Brautpaar als auch bei den Gästen sehr gelöst“, berichtet die Standesbeamtin, Claudia Schulte.

„Wir wollten, dass unsere Hochzeit etwas Besonderes wird. Das sollte bereits beim Termin beginnen. Die Gleichförmigkeit des Datums 20.09.2009 fanden wir passend. Natürlich hoffe ich auch, dass mein Mann den Hochzeitstag so nicht vergisst. Ausschlaggebend für die Uhrzeit war dann, dass wir mit unseren Gästen auch lange feiern wollten“, sagt Cindy Rathmann über die Wahl des Trautermins. „Zum Glück konnten wir uns in Raesfeld den Termin aussuchen und es hat alles funktioniert. Am Ende der Hochzeitsfeier um halb sieben morgens waren wir uns dann auch alle einig: Die außergewöhnliche Location und die Uhrzeit haben zu einer wunderschönen Hochzeitsfeier beigetragen und vor allem – es war anders!“

„Es ist immer spannend, auf die außergewöhnlichen Wünsche der Brautpaare einzugehen. Wir sehen das als Herausforderung“, sagt der Erste Beigeordnete, Andreas Grotendorst. Auch im kommenden Jahr werden am Sonntag 10.10.10 und am Mittwoch 20.10.2010 sicherlich wieder viele Paare „Ja, ich will!“, sagen.

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