„Hasse ma ’ne Mark?“

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, namentlich die Arbeitsgemeinschaft selbiger, abgekürzt: ARD sowie das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) haben für die (unfreiwilligen) Rundfunksbeitragszahler eine neuerliche Überraschung bereit. Eine unangenehme. Sie kommen mit dem Geld nicht aus. So berichtet es die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer letztfreitäglichen Ausgabe.

Na, das ist doch mal ‘ne Überraschung! – Die Jungs und Mädels von den Öffis sind klamm.

Wer hätte das gedacht?

Mit jährlich mehr als acht Milliarden Euro, hey, das is ‘ne Acht mit NEUN Nullen dahinter, also €8,000,000,000 (hatten Sie je schonmal soviel zuhause?) plus Werbeeinnahmen (wieviele hundert Millionen Euronen das sind, darüber schweigt des öffentlich-rechtlichen Sängers Höflichkeit, und auch diese Mio’s waren meinem Portemonnaie noch nie zu entlocken), kriegen es diese zwangsgesponsorten Flachpfeifen nicht hin, ihre „Risiken-und-Nebenwirkungen“-Programme kostendeckend auf die Beine zu stellen.

Nee, mehr muß her – ein Euro zusätzlich pro Monat von jedem zwangsbeglückten, bundesdeutschen Haushalt, und die dafür Verantortlichen in den Ländern sind gehalten, diese Erhöhung der monatlichen Abzocke gefälligst zu genehmigen, damit die Verschwendung ungehemmt ihren Fortgang nehmen kann. Sollte sich jemand dem verweigern, wird er solange durch die öffentlich-rechtliche Arena getrieben, bis er endlich doch klein beigibt. Von Erpressung oder gar Mobbing kann man da nicht reden, schließlich sind dies nur die gebotenen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des gesetzlich verankerten „Bildungsauftrages“ der Sender.

Wie der aussieht, mag ein Beispiel verdeutlichen.

Beruflich bedingt, war ich einst gezwungen, sehr viel mit dem Auto zu fahren; hier in NRW, in Belgien und den Niederlanden, also überall dort, wo man die Programme des Westdeutschen Rundfunks im Autoradio empfangen kann. Eins davon war auch stets eingeschaltet, nämlich das zweite. Dies besteht nun darin, daß zwischen den Belanglosigkeiten, die die wohldotierten Mikrophonartisten, teils empört, teils amüsiert, immer jedoch besserwisserisch, zum Vortrage bringen, auch Musik gespielt wird. Welche von einem ebenfalls angestellten und bezahlten „Musikredakteur“ kenntnisreich ausgesucht und zusammengestellt wird.

Soweit, so gut, besser gesagt: so schlecht, denn nach einiger Zeit fiel mir auf, daß es sich dabei stets um die gleichen paar’n-zwanzig Musiktitel handelt, die einem da Tag für Tag vorgedudelt werden. Lediglich die Abspielreihenfolge ändert sich. Und darin, diese zu bestimmen, liegt wohl die vornehmliche Aufgabe jenes „Musikredakteurs“. Eine zugegebenermaßen recht anspruchsvolle Aufgabe, die ich meiner sechsjährigen Enkeltochter allerdings auch zutrauen würde. Denn eine beliebig sich ändernde, stete Auswahl unter knapp zweieinhalb Dutzend auf einem I-Pod gespeicherten Musiktitel zu treffen, das kriegt die auch noch hin.

Nach einer Weile war ich dessen überdrüssig und schaltete vom zweiten auf das vierte Programm um. Denn dort würden – so sagte man mir – vornehmlich die alten Gassenhauer gespielt, die man aus seiner Jugend noch so kennt und nicht nur dieses neue Zeugs, das einem nach kurzem Anhören wieder entfleuchte, hielten es die „Musikredakteure“ in ihrer Abspielpenetranz nicht gewaltsam in Erinnerung. Ich hatte schon dabei zugehört, wie ein- und derselbe Titel bis zu viermal am Tag abgenudelt wurde.

Gesagt, getan. Ab sofort gab es die Songs zum Mitgröhlen (es hört einen ja keiner, wenn man allein im Auto sitzt). Aber was mußte ich feststellen? – Auch hier verfügen die mit der musikalischen Volksbildung Beauftragten des Senders lediglich über ein höchst beschränktes Repertoire, womit sich das Programm des Vierten ähnlich langweilig gestaltete wie das des Zweiten. Vermutlich unter der Veranwortung eines weiteren Rudels hochqualifizierter „Musikredakteure“.

So wird im Kleinen bestens illustriert, auf welche Weise die Öffis die zwangseingetriebenen Beitragsmilliarden im Großen zum Fenster raushauen. Oder glaubt etwa jemand ernsthaft, daß man für so’nen Pipifax Leute anstellen und bezahlen sollte??? Wenn man da jedenfalls mal drüber nachdenkt, dann kann es gut sein, daß einem dabei auch das vergangene Frühstück noch einmal durch den Kopf geht. Und zwar rückwärts.

Trotzdem ein musikalisches Wochenende
wünscht

DeWo
(der unter solchen Umständen lieber das Radio ausschaltet und stattdessen im Kirchenchor mitsingt)

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