Nicht alltägliche Anfrage an das Hauptorchester der Burgmusikanten Raesfeld

Was anfänglich wie eine krude Idee klang, steht nun kurz vor dem Abschluss.

(pd). Die Raesfelder- Burgmusikanten wurden beim diesjährigen Probewochenende Mitte Februar von einem Mitglied des Corps Borussia Breslau zu Köln und Aachen angesprochen, ob es nicht möglich sei ihren Corpsmarsch einzuspielen.

Man sei von dieser Anfrage ein wenig überrumpelt gewesen, berichtet der erste Vorsitzende der Burgmusikanten Matthias Sümpelmann.

So etwas sei für uns als Verein nicht alltäglich und so überwiegte auch Anfangs die Skepsis ob man so etwas überhaupt stemmen könne.
Im Verlauf des Jahres folgten dann unzählige Mails zwischen dem Vorsitzenden der Burgmusikanten und der Studentenverbindung, die im kommenden Jahr ihr 200-jähriges Bestehen feiern wird.

Burgmusikanten Raesfeld proben Borussiamarsch

Mit Ernsthaftigkeit an die Arbeit gehen

Als man sich letztlich dafür entschied die Anfrage anzunehmen und mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit anzugehen, folgten viele Telefonate, wie geht man an so ein Projekt heran, wie bereitet man sich am besten vor, was gibt es dabei zu beachten, schnell wurde deutlich, so einfach ist das nicht. Letztlich stand man auch vor der Herausforderung, wo und vor allem wer erstellt so eine professionelle Aufnahme, hier fand man mit der Landesmusikakademie in Heek einen kompetenten Ansprechpartner und bekam vom Aufnahmeleiter des Tonstudios direkt die ersten Informationen.

Anlässlich des 85. Stiftungsfestes

Nachdem nun die Formalitäten geklärt waren, stand man vor einer viel größeren Herausforderung, da die vorhandenen und überlieferten Noten so noch nicht spielbar waren. Der Marsch der Borussia wurde 1904 anlässlich des 85. Stiftungsfestes der Borussia zu Breslau komponiert vom damals 26-jährigen Breslauer Preußen Dr. Fritz Barchewitz (1878–1945), Pianist und Kapellmeister. So setzte sich der Dirigent des Hauptorchesters Kristian Palauneck daran eine für zeitgenössisches Blasorchester komponierte Partitur zu erstellen.

Marsch für altertümliche Bläserbesetzung

Laut Palauneck bestand die Herausforderung darin, das neue Arrangement so anzufertigen, dass es klanglich dem Original sehr nahe kommt, obwohl der Komponist diesen Marsch für eine altertümliche Bläserbesetzung schrieb. So finden in der Originalpartitur einige Instrumente Verwendung, die heutzutage im Blasorchester nicht mehr gebräuchlich sind. Diese mussten in der neuen Partitur klanglich ersetzt werden.

Die Besetzung, der Gestus und das Tempo des Marsches erinnern an die, im 19. Jahrhundert sehr populären Reitermärsche. Vielleicht wurde dieser Marsch damals ja sogar von einer berittenen Bläserbesetzung aufgeführt.
Dieses gesamte Projekt ist bisher einmalig in der Geschichte der Burgmusikanten und so wird man, die Aufnahme ist für den 03. Oktober angesetzt, Teil einer ganz anderen Geschichte. Angespannt nervös obgleich der Herausforderung einer professionellen Tonaufnahme, zeige sich das Orchester aber in freudiger Erwartung auf das was da nun auf sie zukommt, fasst es Sümpelmann zusammen.

Vorheriger ArtikelKohlaustausch mit Kappeshoheiten in Vecses – Ungarn
Nächster ArtikelAgri V Raiffeisen – Die Mischung macht’s
avatar
Petra Bosse (alias celawie) Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here