Invasion des Buchsbaumzünslers bedroht einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Buchsbaumzünsler sind für Hobby-Gärtnern einer der gefürchtetsten Schädlinge, denn ihm sind in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Buchsbäume zum Opfer gefallen.

Wer genau hinsieht, erkennt an den Buchsbäumen in seinem Garten entweder kahl gefressene Zweige, oder etliche feine Spinnennetze. Klarer Fall von Buchbaumzünsler-Befall.

Schädling Buchsbaumzünsler

Grün, fies, fett und gefährlich

Bereits im Sommer 2015 warnten NABU-Mitarbeiter vor dem breitflächigen Befall des eingeschleppten Buchsbaumzünslers.

Nach den olympischen Winterspielen in Sotschi sah sich das UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet Kaukasus mit einer neuen Bedrohung konfrontiert: NABU-Mitarbeiter stellten in den Wäldern einen dramatischen Befall durch den Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) fest.

„Die Schmetterlingsraupen sind Neophyten und entlauben die Buchsbäume innerhalb kürzester Zeit. Im gesamten Kaukasus drohen ganze Naturkomplexe mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna zu verschwinden“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt.

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.”

Zitat:Albert Einstein

Schädling Buchsbaumzünsler
Geiz ist geil

Eine weitere Ursache der Buchsbaumzünsler-Plage sind die billig Produkte aus China, die dort unter Sklavenarbeit produziert werden und für wenig Geld im Zeitalter der Globalisierung in Baumärkten und Gartencenter verkauft werden. Dadurch haben wir uns mit den Billigimporten aggressive Schädlinge eingefangen. Jetzt schlägt die Natur zurück. Geiz ist nicht immer geil, sondern kann, wie in diesem Fall, ziemlich teuer werden.

Gefährlich für Insekten

Was tun, wenn der Baum befallen ist? Über Schmierseife- oder Brennnesselsud lacht die Raupe. Obwohl auf der Seite Chefkoch.de die Wirkung von Kaffeesatz hoch gelobt wird.

Käfer gegen Buchsbaumzünsler
Das wilde Krabbeln gehört vielleicht bald der Vergangenheit an. Wer gewinnt das Rennen? Insekten oder Buchsbäume im heimischen Garten? Foto: Petra Bosse

Aber was hilft, ist nicht gut für Bienen und andere Insekten, denn besonders die Giftgruppe der Neonicotinoide steht im Verdacht, für das große, aktuelle Schmetterlingssterben, Insektensterben und Bienensterben verantwortlich zu sein.

Ein Endloskreislauf. Und selbst die Vögel, die anfänglich die Buchsbaumzünsler-Raupen als neue Futterquelle entdeckt hatten, haben nun festgestellt, dass sie diese Raupen gar nicht vertragen.

Nicht nur Bienen sind kaum noch zu sehen
Nicht nur Bienen sind kaum noch zu sehen, auch unsere gutmütigen Hummeln fallen den Pflanzengiften gegen den Buchsbaumzünsler zum Opfer. Foto: Petra Bosse
Prioritäten setzen

Da nach fachlichem Wissen eine einmalige Bekämpfung mit Gift nicht ausreicht, sollten sich Gärtner, die zum Schutze ihres Buchsbaumes jährlich Gift im Garten versprühen, sich die Frage stellen, was ihnen wichtiger ist? Weiter dieses Prunkstück zu erhalten, oder langfristig auf resistentere Sorten wie Eiben ausweichen, um somit unsere Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten zu erhalten.

Ich habe mich entschieden: Sollen die Viecher doch meinen Buchsbaum kahl fressen. Ich kann gut ohne dieses Gestrüpp, aber nicht ohne Schmetterlinge und Bienen.

Hintergrund zum Buchsbaumzünsler:

Der aus dem östlichen Asien stammende Kleinschmetterling wurde Anfang des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt und hat sich seitdem in rund 20 europäischen Staaten ausgebreitet.

In Deutschland wurde er erstmals im Jahre 2006 nachgewiesen und wurde zu einer regelrechten Plage in zahlreichen Gärten.

Petra Bosse

1 KOMMENTAR

  1. Es sind ja nicht nur diese Neonicotinoide, die gegen den Zünsler helfen. Dieser Wirkstoff ist für den Endverbraucher sowieso schon seit geraumer Zeit nicht mehr erhältlich. Auch Mittel, die z.B. im Bio-Gemüseanbau zugelassen sind, helfen gegen diese Schmetterlingsraupe! Und es gibt auch die Möglichkeit mit selbst hergestellten Brühen und Jauchen den Zünsler zu bekämpfen/verjagen. Die Eichenprozessionsspinnerraupen haben wir auch nicht mehr bei uns in der Gegend, von denen spricht keiner mehr.
    Im Übrigen, wer sagt denn, daß auch die Ersatzpflanzungen zum Buchsbaum nicht auch in den nächsten Jahren von Schädlingen befallen werden?? Dann geht die Suche nach neuen Alternativen für den Garten los…

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