Vandalismus im Naturschutzgebiet „Fürstenkuhle“ bei Hochmoor

Kreis Borken stellt Strafanzeige – Hinweise auf Verursacher erbeten

Gescher-Hochmoor(pd). Die „Fürstenkuhle“ nahe Hochmoor (Stadt Gescher) ist ein 99 ha großes Naturschutzgebiet.

Sie hat sogar den Status eines Schutzgebietes von europäischem Interesse („FFH-Gebiet“), denn sie bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Geschützt wird so eine reiche Flora und Fauna, die zum Teil sehr empfindlich auf Störungen reagiert.

Angesichts dieses besonders sensiblen Hintergrunds hat die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Borken in Zusammenarbeit mit örtlichen Natur- und Heimatfreunden in den vergangenen Jahren ein Konzept entwickelt, wie das Areal dennoch in behutsamer Weise für die Öffentlichkeit geöffnet werden kann.

Vandalismus im Naturschutzgebiet Fürstenkuhle bei Hochmoor

Installierte Wegesperren

Nachdem die vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt wurden, kam es leider – wie Kordula Blickmann, Leiterin des Fachbereichs Natur und Umwelt der Kreisverwaltung feststellen musste – immer wieder zu Sachbeschädigungen vor allem an installierten Wegesperren. Gerade jüngst gab es mehrere solche Vorfälle offensichtlich vorwiegend in den Nachmittag- und Abendstunden an Wochenenden. Dies hat den Kreis nun veranlasst, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen.

Reifenspuren

Im betroffenen Gebiet sind Reifenspuren eines motorisierten Fahrzeuges sowie von Fahrrädern vorgefunden worden. Da vor allem Barrieren für Fahrräder beschädigt bzw. aus dem Weg geschafft wurden, könnten Moutain-Biker dort verbotswidrig gefahren sein.

Für Hinweise auf die Verursacher der Schäden, die bislang die Allgemeinheit tragen muss, ist die Untere Naturschutzbehörde unter der Telefon-Nummer: 02861/82-1418, Mail: [email protected] dankbar.

Naturschutzgebiet „Fürstenkuhle“ in Gescher-Hochmoor:

Das Naturschutzgebiet „Fürstenkuhle“ in Gescher-Hochmoor ist im Naturraum Westmünsterland einer der letzten erhalten gebliebenen Hochmoorreste mit typischer Vegetation (u. a. mit Moorschlenken-Pioniergesellschaften und Birken-Moorwald).

Zusätzlich findet sich dort ein natürliches nährstoffarmes Gewässer (Heideweiher), das in seiner Größe und Ausstattung an Pflanzen und Tieren einzigartig in NRW ist. Die Kombination dieser Lebensräume mit den sie umgebenden extensiven Grünländern ist ursächlich für die besondere Bedeutung für durchziehende Wat- und Wiesenvögel.

In dem Gebiet existiert überdies eine der größten Moorfroschpopulationen in NRW – eine Amphibienart, die in NRW vom Aussterben bedroht ist. Zudem leben hier zwei weitere, ebenfalls vom Aussterben bedrohte Amphibienarten, die Knoblauchkröte sowie die Kreuzotter.

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