Infektionsgeschehen auf einem Gemüsehof in Borken Ergebnisse von 88 der 148 genommenen Proben liegen vor: 8 sind positiv

Borken (pd). Am Donnerstagabend haben 14 DRK-Kräfte unter Leitung von Jürgen Rave auf Anordnung des Kreisgesundheitsamtes Borken von der gesamten Belegschaft eines Gemüsehofes in Borken vorsorglich Abstrichproben entnommen.

Insgesamt handelte es sich um 148 Personen. Anlass für diese Großaktion: Bei einer Mitarbeiterin des Betriebs hatten sich Symptome gezeigt, die auf eine Coronavirus-Erkrankung hindeuteten. Sie war daraufhin zum Hausarzt gegangen, der sie dann testete. Der anschließende Befund fiel positiv aus und wurde daher dem Kreisgesundheitsamt mitgeteilt. Von dort erfolgten dann unverzüglich die Recherchen im Wohn- und Arbeitsumfeld der Erkrankten.

Bis zum Samstagabend (18.07.2020) hat das Kreisgesundheitsamt Borken nur die Ergebnisse von 88 der am Donnerstagabend auf einem Gemüsehof in Borken entnommenen 148 Abstrichproben vom beauftragten Labor erhalten.

60 Untersuchungen stehen noch aus

Acht Personen davon sind positiv. Das teilt Landrat Dr. Kai Zwicker mit. Die noch ausstehenden 60 weiteren Befunde werden erst am Montag eintreffen. Gemeinsam mit Gesundheitsamtsleiterin Annette Scherwinski betont er, dass trotz der Ungewissheit über das Gesamtergebnis keine Gefährdung der Bevölkerung bestehe. Der Kreis habe sofort nach Bekanntwerden des ersten Infektionsfalles in dem Betrieb Schutzmaßnahmen angeordnet. Damit sei dafür Sorge getragen, dass eine Ausbreitung des Virus außerhalb des Gemüsehofes vermieden wird.

Die infizierten Personen und ihre Zimmernachbarn wurden isoliert untergebracht. Auf dem Gemüsehof gelten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin Kontaktbeschränkungen. Sie dürfen das Betriebsgelände auch nicht verlassen.

Nächste Woche weitere Testung

Sobald das Gesamtergebnis der Testung vorliegt, werde der Kreis das Infektionsgeschehen abschließend bewerten und das weitere Vorgehen festlegen, erläutert der Landrat. Überdies stehe das Kreisgesundheitsamt in engem Kontakt mit dem Betriebsinhaber, der sich sehr kooperativ verhalte, ergänzt Annette Scherwinski. Dr. Zwicker kündigt für die kommende Woche eine erneute Testung der gesamten Belegschaft an, um Klarheit über den Fortgang des Infektionsgeschehens zu haben.

Die – vorwiegend rumänischen – Beschäftigten des Gemüsehofs arbeiten und wohnen in voneinander getrennten Kleingruppen auf dem Betriebsgelände. Ihre Unterkünfte waren noch jüngst durch den Arbeitsschutz (eine Abteilung der Bezirksregierung Münster) und die Stadt Borken überprüft worden. Für den Betrieb liegt auch ein Hygieneplan vor.

Voneinander getrennte Kleingruppen

Die Beschäftigten des Gemüsehofs arbeiten und wohnen in voneinander getrennten Kleingruppen auf dem Betrieb. Vorsorglich hat das Kreisgesundheitsamt die sofortige Testung der gesamten Mitarbeiterschaft veranlasst. Dies entspricht auch der neuen Teststrategie von Bund und Land. Die erkrankte Person sowie deren Arbeitsgruppe stehen unter Quarantäne. Sobald das Ergebnis der Testung vorliegt, wird nachberichtet.

Situation der Fleischindustrie

Zur aktuellen Situation der Fleischindustrie im deutsch-niederländischen Grenzraum Auf deutscher Seite führen die fleischverarbeitenden Betriebe die Coronavirus-Testungen ihrer Belegschaften laut Vorgabe des Landes NRW in eigener Regie durch. Die Abstrichproben werden je nach Betriebsgröße ein- oder zweimal in der Woche genommen. Bislang waren dort alle Befunde negativ.

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