Wohin geht die Fahrt der Dorfkneipen bei uns in der Region? Diese Frage stellt sich immer häufiger Arno Brömmel aus Erle.
Seit es das Nichtraucherschutzgesetzt gibt, beklagt der Erler Gastronom ein Rückgang an Gästen und somit auch einen großen Umsatzrückgang.

Vorbei die Zeit, wo sich täglich ein fester Stamm zum gemütlichen Dämmerschoppen an der Theke bei Korn und Bier traf. Das gehört mittlerweile der Vergangenheit. „Früher waren es fast täglich fünf bis acht Mann, die vor der Tagesschau an der Theke saßen, ihr Bierchen tranken, rauchten und über Gott und die Welt diskutierten. Heute bleiben die Barhocker leer, die Gäste kommen nicht mehr, eben weil sie nicht mehr in der Kneipe rauchen dürfen“, so Arno Brömmel.

„Das sind alleine schon fast 2000 Euro, die mir monatlich an Einkommen fehlen“, setzt der Gastwirt hinzu. Der Erler Wirt hat die Kneipenluft quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen. Arno Brömmel ist eines von neun Kindern, der in einer Dorfkneipentradition reingeboren wurde. Heute noch schaut ab und an seine 92-jährige Mutter Maria um die Ecke und wundert sich darüber, dass es an der früheren lebendigen Theke, so ruhig geworden ist. „Es tut der Gemütlichkeit einer Gesellschaft nicht gut, wenn zwischendurch die Leute immer rein und raus gehen zum Rauchen. Das macht einfach die Gemütlichkeit kaputt“, meint die ehemalige Wirtin, die es so gar nicht versteht, dass es trotz der mittlerweilen modernen Be- und Entlüftungsanlage ein Rauchverbot in Gaststuben gibt.
„Es gab schon Situationen, wo ich bei einem Kegelclub von zehn Personen, neun Raucher hier sitzen hatte. Da kann man davon ausgehen, dass sich keine Gemütlichkeit einstellt, wenn alle zehn Minuten zum Rauchen fast alle rein und raus rennen“, so Arno Brömmel. Ein Grund auch dafür, dass mittlerweile auch viele der geselligen und umsatzstarken Knobel- und Kartenspieler wegbleiben.

„Das Gesetz ist quasi zu einer Abrissbirne einer Kneipenkultur geworden“, findet Arno Brömmel.
„Es sollte jedem Kneipenwirt selber überlassen sein, ob in seiner Kneipe geraucht werden darf oder nicht“, meint Gastronom Reinhard Nießing aus Raesfeld. „Auf alle Fälle sollte in Dorfkneipen das Rauchen erlaubt sein“, so Reinhard Nießing von dem Bistro und Café „Freiheit 24“ am Schloss und der sich vorstellen kann, dass durch das Nichtraucherschutzgesetzt in Zukunft die traditionellen Dorfkneipen aussterben werden.
„Wenn ich Luft haben möchte, dann mach ich die Fenster auf. Wenn ich eine leere Gaststätte haben möchte, dann erlass ich das Nichtraucherschutzgesetzt“, setzt der Erler Wirt etwas verbittert hinzu in der Hoffnung, dass auf Dauer die Treffs der Jugend nicht nur in privaten Scheunen und Räumlichkeiten stattfindet. Genau dort, wo kein Gesetzt greift und der Qualm wie ein Smog an der Decke klebt.



























