„Warum ich? Was hast du denn getan?“ Diese Fragen gingen Arno Brömmel durch den Kopf, als er erfuhr, dass er die Bundesverdienstmedaille erhalten sollte.
Am Freitag (23. Oktober 2026) überreichte Landrat Dr. Kai Zwicker dem Erler die Auszeichnung im Rathaus Raesfeld. Doch wer ist eigentlich dieser Arno Brömmel, den in Erle fast jeder kennt?
Ein Anruf, der Arno Brömmel vom Stuhl rutschen ließ
Mit seinen Brüdern war Arno Brömmel auf Fahrradtour. Gerade hatten sie eine Kaffeepause eingelegt, als sein Telefon klingelte. Am anderen Ende meldete sich eine Mitarbeiterin des Kreises Borken. Sie hatte eine Nachricht, mit der Brömmel nicht gerechnet hatte: Er sollte die Bundesverdienstmedaille erhalten.

„Ich rutschte in meinem Stuhl herunter“, erzählte er bei seiner Dankesrede im Rathaus. Seine Brüder hätten ihn daraufhin gefragt, was denn los sei. „Ihr glaubt es nicht, aber ich soll die Bundesverdienstmedaille bekommen“, habe er ihnen geantwortet. Dann begann bei ihm das Gedankenkarussell. Warum ausgerechnet er? Was hatte er denn Besonderes getan? Die Geschichte sorgte bei den Gästen im Rathaus für Heiterkeit. Brömmel erzählte sie mit sichtbarer Freude. Die Überraschung über die Auszeichnung war ihm auch an diesem Freitag noch anzumerken.
Ein Menschenfischer mit einem Herz für Erle
Wer kennt Arno Brömmel nicht? In Erle dürfte es nur wenige geben, denen dieser Name nichts sagt. Er ist bekannt wie ein bunter Hund. Ein Tausendsassa, ein Menschenfischer und einer, der sein Dorf seit Jahrzehnten mitgestaltet. „Mein Erle, mein Dorf.“ Diese wenigen Worte könnten über seinem Lebensweg stehen.
Wenn Arno Brömmel etwas anpackt, steht er selten allein da. Er kennt die Menschen, spricht sie an und schafft es immer wieder, andere für seine Ideen zu gewinnen. Seine Meinung zählt. Ob im Schützenverein, in der Kommunalpolitik oder in der Bürgergenossenschaft Erle: Brömmel bringt sich ein, organisiert und sucht Mitstreiter. Dabei habe ihn dieser Gedanke schon früh begleitet, wie er in seiner Dankesrede erzählte. Bereits während seiner Schulzeit habe er sich gerne für seine Mitschüler eingesetzt. „Dieser Gedanke hat sich wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen“, sagte Brömmel über seine Freude daran, gemeinsam mit anderen etwas zu schaffen.

Neun Kinder und ein bekannter Familienname
Dass man in Erle immer wieder auf den Namen Brömmel trifft, liegt auch an seiner großen Familie. Seine Eltern Franz und Maria Brömmel bekamen neun Kinder. Den Anfang machte 1950 der älteste Sohn Johannes. Danach folgten Marie-Therese, Annette, Franz-Josef, Gisela, Gabi und Arno. 1960 wurde Gerd geboren, einige Jahre später kam mit Stefanie die Jüngste der Familie zur Welt. Kein Wunder also, dass fast jeder Erler einen Brömmel kennt.
Die Dorfkneipe ist geschlossen, Arno bleibt
Viele Jahre gehörte die Gaststätte Brömmel-Wilms mitten in Erle zum Dorfleben. Hier trafen sich die Menschen, diskutierten, feierten und tauschten Neuigkeiten aus. Arno Brömmel war mittendrin. Inzwischen steht die ehemalige Dorfkneipe leer. Doch wer durch die Erler Dorfmitte geht, konnte Arno dort auch in jüngster Zeit immer wieder antreffen. Mal goss er die Blumen vor dem Haus, mal fegte er das Laub zusammen.
Auch im Ruhestand ist Brömmel weiterhin aktiv. Als Ehrenpräsident des Bürgerschützenvereins Erle, in der Bürgergenossenschaft und in der Kommunalpolitik setzt er sich nach wie vor für sein Dorf ein.

Ohne seine Mitstreiter wäre vieles nicht möglich gewesen
Bei seiner Dankesrede im Rathaus machte Brömmel deutlich, dass er die Bundesverdienstmedaille nicht allein als persönliche Auszeichnung betrachte. Vieles habe er nur gemeinsam mit anderen erreichen können. Dabei erinnerte er an seine Jahre im Schützenverein, an die Motorradfreunde, die Bürgergenossenschaft und seine politische Arbeit im Gemeinderat.
Die Auszeichnung betrachte er deshalb auch als Anerkennung für die gemeinsame Arbeit mit seinen zahlreichen Wegbegleitern. Besonders dankte er seiner Frau Gisela, „die mir während meiner Aktionen den Rücken frei hält“. Sein Dank galt ebenso seiner Familie, seinen Freunden, den Schützenkameraden, Motorradfreunden und dem Vorstand der Bürgergenossenschaft.
Und wer glaubt, Brömmel wolle sich nach dieser Ehrung zur Ruhe setzen, dürfte sich täuschen. Schon in seiner Rede deutete er an, dass ihm durchaus noch neue Ideen für sein Dorf kommen könnten. Dabei hoffe er weiterhin auf die Unterstützung seiner Mitstreiter.
Noch viele Geschichten auf Lager
Arno Brömmel hatte sich für seine Dankesrede ein Manuskript zurechtgelegt. Doch wer ihn kennt, weiß, dass ihm die Geschichten aus seinem Leben und aus Erle so schnell nicht ausgehen. Auch im Rathaus sorgten seine Erzählungen zwischendurch für Heiterkeit. Abseits seines Skripts hätte er vermutlich noch einiges mehr berichten können. Über seine Zeit als Gastwirt, seine vielen Jahre im Schützenverein und die Menschen, mit denen er im Dorf so manches auf die Beine gestellt hat. Doch die Zeit für die Dankesrede war begrenzt.

Einen Wunsch gab Brömmel seinen Gästen noch mit auf den Weg: „Eine große Freude hätte ich, wenn ich andere Menschen und junge Leute durch mein Handeln motivieren könnte, sich für das Allgemeinwohl einzusetzen.“
Familie, Freunde und Vereinsmitglieder bei der Ehrung
Zum Festakt im Rathaus hatte Arno Brömmel seine Familie, Freunde und zahlreiche Wegbegleiter eingeladen. Unter den Gästen waren auch Vertreter der Schützenvereine aus Erle und Raesfeld, darunter die Präsidenten. Landrat Dr. Kai Zwicker überreichte ihm die Bundesverdienstmedaille im Namen des Bundespräsidenten. Auch Bürgermeister Dirk Kuhmann gehörte zu den Gratulanten.

Auf Preen’s Hoff gab es noch viel zu erzählen
Nach dem offiziellen Festakt im Rathaus ging es für Arno Brömmel und seine Gäste auf Preen’s Hoff gemütlich weiter. Bei Kaffee, Kuchen, Suppe und dem einen oder anderen Glas Bier kamen weitere Freunde und Familienmitglieder hinzu. Alte Geschichten machten die Runde, Erinnerungen wurden ausgetauscht und es gab reichlich Gesprächsstoff. Schließlich kennen viele der Gäste Arno schon seit Jahrzehnten.

Besonders stolz auf ihn waren seine Geschwister. Auch unter den übrigen Gästen herrschte weitgehend Einigkeit. Fast alle, mit denen man an diesem Nachmittag sprach, waren der Meinung: „Das hat sich unser Arno verdient.“

































