Elterngeldstelle legt Jahresstatistik 2015 vor / Antragszahlen deutlich gestiegen
Kreis Borken (pd). 4.418 Mütter und Väter haben im Kreis Borken im vergangenen Jahr Elterngeld erhalten, 231 mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg hält schon seit drei Jahren an und geht einerseits auf höhere Geburtenzahlen und andererseits auf eine etwas höhere Inanspruchnahme von Elterngeld durch den zweiten Elternteil zurück.
Der Anteil der Väter im Elterngeldbezug ist auch im vergangenen Jahr weiter angestiegen, auf nun 24,3 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und 5,4 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Der Anstieg liegt allerdings weit überwiegend im Bereich der Bezugsdauer von zwei Monaten. 919 Männern wurde im vergangenen Jahr Elterngeld für diese sog. „Partnermonate“ bewilligt. Das sind 86 Prozent aller Bewilligungen an Männer. 27 Prozent aller Bewilligungen an Eltern wurden über eine Bezugsdauer von zwölf Monaten und länger ausgesprochen. Davon entfallen nur 4,5 Prozent auf Männer.

Insgesamt 25,2 Millionen Euro hat die Elterngeldstelle an diese Empfängerinnen und Empfänger im Jahr 2015 ausgezahlt. Der Vorjahresbetrag wurde damit um 600.000 Euro übertroffen. Das durchschnittliche monatliche Elterngeld beträgt rund 580 Euro.
Auch bei den Beratungskontakten kann die Elterngeldstelle einen deutlichen Zuwachs verzeichnen: Rund 2.700 Beratungsgespräche mehr als 2014 wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt. Bei einem Viertel der insgesamt rund 12.600 Beratungen haben die interessierten Bürgerinnen und Bürger die Elterngeldstelle im Kreishaus persönlich aufgesucht. „Dieser kräftige Anstieg geht unter anderem auf die Rechtsänderungen zum ElterngeldPlus und bei der Elternzeit zurück“, erläutert Markus Grotendorst, Leiter der zuständigen Abteilung im Fachbereich Jugend und Familie.
Die Reform ist zum 01.07.2015 in Kraft getreten und erweitert insbesondere die Gestaltungsmöglichkeiten zur Elternzeit und zur Teilzeit-Erwerbstätigkeit nach der Geburt eines Kindes. In der Variante ElterngeldPlus beträgt die Höhe maximal die Hälfte des bisherigen Basiselterngeldes, welches dem jeweiligen Elternteil ohne Einkommen im Bezugszeitraum zustehen würde. Anstatt einem Monat Basiselterngeld können zwei Monate ElterngeldPlus bezogen werden. 223 Antragstellerinnen und Antragsteller haben sich für das ElterngeldPlus oder eine Kombination aus Basiselterngeld und ElterngeldPlus im zweiten Halbjahr 2015 entschieden.
Das bisherige Basiselterngeld und das ElterngeldPlus werden auch in den abendlichen Informationsveranstaltungen der Elterngeldstelle vorgestellt. Termine sowie weitere Informationen zu Elterngeld und Elternzeit erhalten Interessierte im Internet unter www.kreis-borken.de/elterngeld.
Zum Hintergrund:
Im Bereich Elterngeld ist der Kreis für alle 17 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet zuständig. Das Elterngeld ersetzt grundsätzlich 65 Prozent des bereinigten Nettoeinkommens, das der betreuende Elternteil vor der Geburt des Kindes durchschnittlich monatlich erzielt hat. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro pro Monat, die Grenze nach oben bei 1.800 Euro. Bis zu 14 Monate lang kann Elterngeld gezahlt werden, wenn auch der zweite Partner mindestens zwei Monate zu Hause bleibt oder seine Arbeitszeit reduziert.
In der Variante ElterngeldPlus beträgt die Höhe maximal die Hälfte des Basiselterngeldes, welches ohne Einkommen im Bezugszeitraum zustehen würde. Anstatt einem Monat Basiselterngeld können zwei Monate ElterngeldPlus bezogen werden. Nach der ElterngeldPlus-Reform kann nun auch wieder der Elterngeldantrag online gestellt werden. Antragsformulare sind auf der Internetseite www.kreis-borken.de/elterngeld, bei der Elterngeldstelle und den Städten und Gemeinden des Kreises erhältlich.



























