
Kreis Borken (pd). Häusliche Gewalt kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor. Auch im Kreis Borken. Betroffen sind Kinder und Jugendliche jeden Alters.
Kaum jemand ist einer Familie vor und nach der Geburt näher als die betreuende Hebamme. In vielen Fällen sieht sie eine problemlose und glückliche Familienentwicklung.
Doch was ist, wenn sie feststellt, dass hier etwas nicht stimmt? Mit dieser Frage befasst sich eine Fortbildungsreihe für Hebammen unter dem Titel „Ich sehe was, was du nicht sagst…“, zu der die Arbeitsgruppe „Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche“ im „Runden Tisch GewAlternativen“ einlädt. Sie beginnt am Mittwoch, 26. Februar.
Was ist, wenn Beziehungsstörungen in der Familie sichtbar werden? Wenn mangelnde Empathiefähigkeit erkennbar ist? Was mache ich, wenn aggressives und gewalttätiges Verhalten an der Tagesordnung ist? Wie kann ich helfen, wenn die Mutter-Kind-Interaktion gestört ist? An insgesamt sieben Nachmittagen geben Fachkräfte aus den Bereichen Beratung, Justiz, Jugendhilfe, Pädiatrie, Gerichtsmedizin und Polizei Antworten auf diese Fragen und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf. Den Veranstalterinnen und Veranstaltern der Arbeitsgruppe ist es wichtig zu verdeutlichen, dass Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien in einem Netzwerk am wirkungsvollsten sind. „Wir möchten mit unserer Fortbildung dazu beitragen, Hebammen im Kreis Borken zu einem Teil des Netzwerkes gegen Kindeswohlgefährdung werden zu lassen“, erläutert Roland Bremer, Sprecher der Arbeitsgruppe.
Von Februar bis September werden die Fragen der Teilnehmerinnen fachspezifisch erörtert. So geht es etwa um die Sicht des Jugendamtes, die Aufgabe der Polizei, die Arbeit der Beratungsstelle sowie die juristische und medizinische Sicht auf das Thema. Auch auf die Arbeit der Hebamme geht eine der Veranstaltungen ein.
Die Fortbildungen finden einmal im Monat (mit Ausnahme von Juli), jeweils mittwochs von 15 bis 18 Uhr im Besucher- und Informationszentrum Tiergarten, Schloss Raesfeld, statt. Anmeldungen sind noch bis Freitag, 14. Februar, bei Roland Bremer von der Ärztlichen und Psychosozialen Beratungsstelle bei Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch in Bocholt möglich, Tel. 02871/33777 oder E-Mail: [email protected]. Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt. Die Kosten liegen inklusive Materialien bei 100 Euro. Nähere Inforamtionen gibt es bei Roland Bremer.



























