Werkzeugkasten für Flusslandschaften fast komplett -Regionale 2016

Regionale 2016: Flussexperten diskutieren Ergebnisse der Gesamtperspektive Flusslandschaften

Die Gesamtperspektive Flusslandschaften ist fast fertig. Am Donnerstag (14. Juni 2012) diskutierten rund 50 Fachleute aus Politik, Ministerien, Bezirksregierungen, Gemeindeverwaltungen und Verbänden im Dorstener VHS-Forum, wie der Werkzeugkasten für die Gestaltung der Flüsse der Region in der konkreten Planungsarbeit eingesetzt werden kann. Gleich zu Anfang äußert Thomas Menzel – im NRW-Umweltministerium zuständig für die Flussgebiete im Land – seine Überzeugung vom Ansatz der Gesamtperspektive: „Wir wollen hin zu einer Begeisterung für die Gestaltung lebendiger Gewässer. Die Gesamtperspektive Flusslandschaften ist dafür ein sehr gutes Instrument“.

Thomas Backes, Stadtbaurat aus Coesfeld, zeigte anhand der Regionale-Projektidee „BerkelSTADT Coesfeld“, wie mit den erarbeiteten „Flussraumtypen“ aus der Gesamtperspektive konkrete Visionen für die unterschiedlichen Gesichter der Berkel entstehen. „Wir haben hier ein ganz praktisches neues Instrument, um Ökologie und Städtebau am Fluss zusammenzubringen“ so Backes. Auch Jürgen Kuhlmann von der Stadt Bocholt hat die Erkenntnisse aus der Gesamtperspektive bereits auf die Bocholter Aa angewendet. Er sieht darin vor allem ein Werkzeug, um individuelle Lösungen für unterschiedliche Flussabschnitte zu finden.

Die Teilnehmer des Workshops diskutierten auch, welche Spielregeln bei der Anwendung der Werkzeuge gelten sollen. „Es geht vor allem um fachübergreifende Zusammenarbeit, um kreative Wege der Projektentwicklung und -umsetzung und darum, die Auswirkungen der Einzelmaßnahmen auf das gesamte Flusssystem und die Kulturlandschaft im Auge zu haben“, fasst Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur, das Hauptinteresse an der Gesamtperspektive Flusslandschaften zusammen.

Über die Frage „Wie geht es weiter mit der Arbeit an den Flüssen der Region?“ diskutierten abschließend Thomas Menzel vom NRW-Umweltministerium, Gerhard Jasperneite von der Bezirksregierung Münster, Judith Nollmeyer vom Kreis Borken und Uta Schneider von der Regionale 2016 Agentur. Ergebnis:  Die Erkenntnisse aus der Gesamtperspektive Flusslandschaften sollen nun bei vielen konkreten Projekten entlang der Flüsse im westlichen Münsterland zum  Einsatz kommen.

Hintergrund
Die „Gesamtperspektive Fluslandschaften“ im Rahmen der Regionale 2016

Flüsse enden nicht an Stadt- oder Gemeindegrenzen! Mit der „Gesamtperspektive Flusslandschaften“ wird deshalb im Rahmen der Regionale 2016 ein sowohl fach- als auch kommunenübergreifender Blick auf die vier Fluss-Systeme geworfen, die das westliche Münsterland prägen: „Berkel-Schlinge“, „Lippe und Zuflüsse“, „Issel/Bocholter Aa“ und „Vechte/Dinkel/Ahauser Aa“. Diese Gewässernetze durchziehen die Region von Gronau im Norden bis Dorsten im Süden und zwischen Ascheberg im Osten und Isselburg an der niederländischen Grenze.

Für jedes der Flussgebiete wurden in den vergangenen Monaten sogenannte „Flussreisen“ und „Flussdiskussion“ mit den wichtigsten Akteuren mit Bezug zu den Flüssen durchgeführt. Darin wurden intensiv verschiedenste Aspekte – von Gewässerökologie und Naturschutz über Städtebau und Architektur, Hochwasserschutz und Landschaftsbild bis hin zum Tourismus – diskutiert. Ausgehend vom heutigen Status quo sollen mit der Gesamtperspektive Flusslandschaften Inspirationen und gemeinsame Strategien und Werkzeuge für alle am Fluss interessierten Akteure entwickelt werden, die ein koordiniertes Vorgehen in Zusammenhang mit den Flüssen ermöglichen.

Die Gesamtperspektive Flusslandschaften wird im Rahmen der Regionale 2016 als übergreifendes Projekt durch ein Team aus den Büros Stein+Schultz (Frankfurt), Planungsbüro Koenzen (Hilden), farwick+grote (Ahaus) und landinsicht (Hannover) bearbeitet und durch das NRW-Umweltministerium gefördert. Weitere Informationen über die Gesamtperspektive Flusslandschaften im Rahmen der Regionale 2016 gibt es unter
www.regionale2016.de/de/projekte/grundlagenprojekte/flusslandschaften.html.

Projektideen im Regionale-Verfahren mit Bezug zum Thema Flusslandschaften (Auswahl)

  • 2Stromland – Masterplan Stever- und Lipperegion; Olfen/Haltern am See/Datteln
  • BerkelSTADT Coesfeld
  • Die Berkel! Leben mit dem Fluss; Stadtlohn
  • bildungsFlusslandschaftBERKEL
  • KuBAai – Kulturquartier Bocholter Aa und Industriestraße; Bocholt
  • WasserBurgenWelt; Lüdinghausen
  • WasserWege – SteverLeben
  • Lebendige Kulturlandschaft – Aus Vergangenheit wächst Zukunft; Heek/Ahaus
  • Von der Burg zur Freiheit, von der Freiheit zur Burg; Borken

Informationen über diese und weitere Projektideen für die Regionale 2016 gibt es unter www.regionale2016.de.

Presse-Kontakt

Regionale 2016 Agentur GmbH

Michael Führs

Telefon: 02863/38398-12

Mobil: 0151/57144433

E-Mail: [email protected]