Mehrgenerationenhaus Bocholt droht Schließung

Kreis Borken (pd). Dem Mehrgenerationenhaus in Bocholt droht die Schließung. Spätestens Ende des Ende des Jahres 2012 wird die Förderung durch den Bund für das Aktionsprogramm I auslaufen“, berichtet die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer. „Für die neue Bundesförderung im Aktionsprogramm II, die eine Laufzeit von 2012 bis Ende 2014 hat, kann sich die Bocholter Einrichtung aber offenbar nicht mehr bewerben, obwohl den Mehrgenerationenhäusern nach dem ersten Aktionsprogramm eine Förderung darüber hinaus zugesagt worden war“, bedauerte die Abgeordnete.

Hingegen besteht für das Borkener Mehrgenerationenhaus in der Röntgenstraße 6 zumindest die Chance sich erneut um Bundesmittel zu bewerben. Grundsätzlich gibt es für keines der bundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser eine automatische Verlängerung der Förderung. Alle interessierten Einrichtungen müssen sich neu bewerben, um auch nach 2011 Bundesmittel zu erhalten. Seit dem 04. Juli ist das Bewerbungsportal der Bundesregierung für das Aktionsprogramm II online. Bis zum 12. August haben die bereits bestehenden Mehrgenerationenhäuser und neue Interessenten nun Zeit, unter www.mehrgenerationenhaeuser.de ihr Interesse an einer Förderung zu bekunden. Erst im Herbst werden die ausgewählten Häuser dann einen Zuwendungsantrag stellen können. Arndt-Brauer kritisiert, dass die Bundesregierung sich nicht ausreichend für den Fortbestand der bereits bestehenden Häuser eingesetzt hat. „Alle Träger von Häusern müssen sich neu bewerben. Hinzu kommt, dass der jährliche Bundeszuschuss pro Mehrgenerationenhaus von 40.000 auf 30.000 Euro ab 2012 sinkt. Insbesondere in strukturschwachen Regionen und im ländlichen Raum droht die Gefahr von Projektruinen.“ Die Finanzpolitikerin bedauert weiter, dass in Zukunft bundesweit nur noch 450 statt 500 Häuser gefördert werden sollen: „Das bestehende Bundesprogramm wird zusammengestrichen. Eine nachhaltige Generationenpolitik sieht anders aus.“

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

Insgesamt gibt es in Deutschland  500 Mehrgenerationenhäuser, die jährlich für die Einrichtung 40 000 Euro vom Bundesfamilienministerium bekommen. Das Geld fließt je zur Hälfte in die Finanzierung von Personal- und Sachkosten.

Die bundesweit  Mehrgenerationenhäuser sind Orte der Begegnung für Menschen aller Generationen. Sie geben Raum für gemeinsame Aktivitäten, bieten Angebote zur Kinderbetreuung und zur Betreuung älterer Menschen und schaffen so ein neues nachbarschaftliches Miteinander. Sie sind mit ihren Angeboten darauf ausgerichtet, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken, die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern und haushaltsnahe Dienstleistungen zu entwickeln und umzusetzen.

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