Qualitätszirkel legt Handlungsempfehlungen vor
Kreis Borken (pd). Morgens Unterricht, dann Mittagessen, danach Hausaufgabenbetreuung und weitere Angebote, oft im sportlichen oder kulturellen Bereich – das ist der feste Rhythmus, den die Offene Ganztagsschule (OGS) den Schülerinnen und Schülern bietet. Doch was passiert zu Ferienzeiten, in denen die OGS ja ebenfalls ein Betreuungsangebot sicherstellen soll? Mit dieser Frage setzte sich in den vergangenen Wochen der 2009 auf Initiative des Schulamtes für den Kreis Borken und des Fachbereichs Jugend und Familie der Kreisverwaltung gegründete Qualitätszirkel Offene Ganztagsschule auseinander. Das Ergebnis dieser Beratungen in Form einer Handlungsempfehlung legten jetzt die beiden Koordinatoren des Qualitätszirkels, Kreisjugendhilfeplanerin Elisabeth Möllenbeck und Schulamtsdirektor Erhard Marder, vor.
„Zentrales Ziel der Offenen Ganztagsschule ist es ja, den Eltern zu ermöglichen, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren“, erläuterten sie eingangs. Besonders im Blick seien da natürlich auch die Ferienzeiten. In den Kommunen gebe es dafür Angebote, die sehr unterschiedlich gestaltet seien. „Aber nicht mit den Inhalten einzelner Ferienmaßnahmen, sondern mit der grundsätzlichen Gestaltung von Betreuungskonzepten haben wir uns in dem Qualitätszirkel befasst“, betonten sie und machten deutlich: „Wir wollen mit diesen Empfehlungen die Planungsarbeit in den Städten und Gemeinden sowie auf Seiten der Schulen und ihrer Träger zu unterstützen.“
In den Empfehlungen beschreiben sie daher, wie in den Kommunen frühzeitig entsprechende Bedarfsabfragen durchgeführt werden sollten und wie Lösungen bei insgesamt geringer Nachfrage gefunden werden können. Von zentraler Bedeutung sei die Abstimmung der Ferienangebote mit den Anbietern entsprechender Maßnahmen vor Ort. Dazu zählen vor allem die freien Trägern der Jugendhilfe, wie Kirchengemeinden, Vereine, Kindertagesstätten und Wohlfahrtsverbände. Für Kinder, die sich in der Übergangsphase Kindertageseinrichtung – Grundschule bzw. Grundschule – weiterführende Schule befinden, seien Regelungen zu treffen. Geklärt werden müsse auch immer, ob Kinder, die keine OGS besuchen, bei solchen Ferienmaßnahmen mitmachen dürfen und welche Konsequenzen organisatorischer Art dies dann habe. Besonderes Augenmerk komme schließlich der Kostenfrage und der damit verbundenen Erhebung von Elternbeiträgen zu. Auch dazu gibt der Qualitätszirkel entsprechende Empfehlungen.
Zum Hintergrund:
Der Qualitätszirkel OGS führt auf Kreisebene Fachleute verschiedener Institutionen und Organisationen zusammen, die sich in der und für die OGS engagieren. Dem Gremium gehören 28 Mitglieder an. Neben den beiden Koordinatoren, Kreisjugendhilfeplanerin Elisabeth Möllenbeck und Schulamtsdirektor Erhard Marder, wirken Vertreter der Grund- und Förderschulen, der Schulträger, der Jugendämter im Kreis, der freien Träger der Jugendhilfe, der Fördervereine, OGS-Koordinatoren auf Ortsebene, des Bildungsbüros, des Kompetenzteams und des Schulamtes für den Kreis Borken mit. Ihre Aufgabe ist es, kreisweit Anregungen für eine in ihrer Qualität gleichwertige, in ihrer Ausgestaltung aber vielfältige Arbeit in der OGS zu liefern. Zu unterschiedlichsten Themenbereichen gibt der Qualitätszirkel daher nach entsprechender Beratung konkrete Handlungsempfehlungen heraus. Die nächsten Veröffentlichungen werden sich mit den Themen „Kooperation OGS – Jugendhilfe“ und „Personaleinsatz in der OGS“ befassen. Weitere Publikationen sollen folgen.
Foto: Schulamtsdirektor Erhard Marder und Jugendhilfeplanerin Elisabeth Möllenbeck



























