Mediziner und Patienten profitieren von Glasfaser-Datenautobahn –

Mediziner und Patienten profitieren von Glasfaser-Datenautobahn – Klinikverbund Westmünsterland und BORnet GmbH optimieren die medizinische Versorgung im ländlichen Raum durch schnelleren Datenfluss

Kreis Borken (pd). Ärzte, medizinische und pflegerische Mitarbeiter müssen sich für die Optimierung ihrer Arbeit ständig miteinander austauschen. „Damit das auch klinikverbundweit beispielsweise von Bocholt nach Ahaus ohne großen Zeitverlust funktioniert, greifen wir auf die Dienste der Firma BORnet zurück“, so Hermann Nientiedt, Geschäftsführer im Klinikverbund Westmünsterland. Die BORnet GmbH verbindet alle zum Klinikverbund gehörenden Krankenhäuser mit einem superschnellen Ringnetz, das vor Zugriffen von außen geschützt ist. Die Bandbreite dieses Netzes beträgt ein Gigabit pro Sekunde. Dies entspricht einer Datenmenge z.B. von einem kompletten Kinofilm pro Sekunde. Der Aufbau dieses Netzes erfolgt über das Hochgeschwindigkeitsnetz, welches der regionale Telekommunikationsanbieter BORnet mit Partnern für Geschäftskunden im Kreis Borken entwickelt.

In großen Teilen des Kreises Borken existieren bereits Glasfasernetze, die von den jeweiligen Stadtwerken ausgebaut wurden und jetzt von der BORnet GmbH genutzt werden können. „In der Vergangenheit war das Problem, dass die Strecken zwischen den Orten teilweise nicht überbrückt werden konnten“, erklärt Stephan Klaus, Geschäftsführer der BORnet. Abhilfe schafft das Leerrohrkonzept, das der Kreis Borken zurzeit mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II umsetzt. „Damit schaffen wir die Basis für eine Versorgung möglichst des ganzen Kreises mit schnellem Internet“, betont Landrat Dr. Kai Zwicker. Er begrüßt, dass mit der BORnet GmbH und dem Klinikverbund Westmünsterland starke Nutzer der neuen Infrastruktur gewonnen werden konnten.

„Die Vernetzung innerhalb des Klinikverbundes Westmünsterlandes hat auch einen angenehmen Nebeneffekt für die Gemeinde Südlohn und die Stadt Stadtlohn. Sie können durch die Umsetzung des Projekts an das bestehende Glasfasernetz angeschlossen werden“, so Alfred Kramer, Geschäftsführer der SVS Versorgungsbetrieb GmbH

Stephan Klaus sieht den Klinikverbund Westmünsterland mit dem aktuellen Projekt in einer Vorreiterrolle: „Ein solches Kundennetz ist bislang einmalig in unserem ländlichen Raum. Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s sind derzeit noch untypisch, werden im Laufe der nächsten Jahre allerdings, vor allem für Geschäftskunden, Grundlage eines zeitgemäßen IT-Infrastrukturausbaus sein“, so Klaus „Wir sind sehr stolz darauf, den Klinikverbund bei diesem spannenden Projekt unterstützen zu können. Der Klinikverbund Westmünsterland wird dank unseres Glasfasernetzes in unserer Region zu einem Vorreiter auf dem Gebiet der Telemedizin.“

Die tägliche Zusammenarbeit der Ärzte der einzelnen Krankenhäuser wird dank dieser modernen Technologie verbessert. Unter anderem wird Telemedizin verfügbar. Dies bedeutet, dass zum Beispiel ein Arzt aus dem Borkener Krankenhaus zeitgleich mit einem Arzt aus dem Vredener Hospital per Videokonferenz gemeinsam ein Röntgenbild oder ein Computertomographiebild (CT) begutachten und die Diagnose besprechen kann. Bei unklaren Befunden ist die Einholung einer Zweitmeinung durch einen Experten unerlässlich. Dank der Telemedizin entfallen lästige Fahrten „von A nach B“, die Ärzte verbringen weniger Zeit im Auto und haben mehr Zeit für ihre ärztlichen Aufgaben – und damit natürlich für den Patienten. Außerdem können sich auch die Patienten zukünftig häufig lange Wege zu einem weiteren Spezialisten sparen. Damit kann der Klinikverbund hohe medizinische Kapazitäten für Patienten schaffen und die Qualität der Betreuung von Patienten aus dem Kreis Borken deutlich verbessern.

Ganz generell wird der Datentransfer zwischen den einzelnen Standorten vereinfacht, große Datenmengen können schneller ausgetauscht werden. Nebenbei wird durch das Glasfasernetz das Ausfallrisiko reduziert.

„Die Nutzung dieses zukunftsorientierten Netzes durch den Klinikverbund bringt den Menschen in der Region den Vorteil, aus medizinischer Sicht auf Leistungen zurückgreifen zu können, die in anderen ländlichen Regionen, oft auch im städtischen Umfeld, noch nicht angeboten werden können“, so Hermann Nientiedt, Geschäftsführer des Klinkverbundes, weiter.

Dass die Glasfaser-Datenautobahn eine zukunftsichernde Investition für den Kreis Borken ist, waren sich alle Beteiligten des Projekts einig.

Warum Glasfaser?

Die bekannteste Eigenschaft von Glasfaser ist zweifelsohne die hohe Geschwindigkeit, die bei Internetverbindungen erreicht wird. Weite Entfernungen können ohne Leistungsverluste überbrückt werden. Das bringt große Vorteile beim Mailen, Up- und Downloaden von großen Dateien oder Bildern oder beim Surfen. Aber ein Glasfasernetz bedeutet weit mehr als schnelles Internet alleine; haarscharfes HD-TV und interaktives Fernsehen sind ebenfalls möglich. Zudem bleiben bei einem Glasfasernetz elektromagnetische Störeinflüsse aus und die Gefahr einer Brandauslösung, wie sie bei einem Kupfernetz gegeben ist, entfällt ebenfalls.

v.l.nr.: Dr. Annette Schwenzow, Alfred Kramer, Christoph Bröcker, Paul Schmeing, Landrat Dr. Kai Zwicker, Stephan Klaus und Hermann Nientiedt