„Pflegekinderdienst“ des Kreises Borken sucht weiterhin Pflegeeltern

Im vergangenen Jahr waren 221 Kinder aus dem Zuständigkeitsbereich des Fachbereichs Jugend und Familie in Pflegefamilien untergebracht

Kreis Borken (pd). Nicht immer sind Eltern in der Lage, ihren Kindern die notwendige Zuwendung zu geben und die Versorgung und Erziehung sicherzustellen. In diesen Fällen können betroffene Kinder zeitweise oder auf Dauer Obhut in Pflegefamilien finden. 221 Mädchen und Jungen aus dem Zuständigkeitsbereich des Pflegekinderdienstes des Kreises Borken (alle Städte und Gemeinden im Kreis bis auf Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau) lebten im vergangenen Jahr in Pflegefamilien. Im Jahr 2009 belief sich ihre Zahl auf 212. Familien, die vorübergehend oder auf Dauer Pflegekinder aufnehmen, werden vom Pflegekinderdienst beraten und betreut.

„Für die Unterbringung außerhalb der eigenen Familien gibt es ganz unterschiedliche Gründe“, erläutert Heinz Wilmes vom Fachbereich Jugend und Familie, zu dem auch der Pflegekinderdienst gehört. So kann eine Pflegefamilie eine Lösung sein, wenn Elternteile erkrankt sind und ihre Kinder für längere Zeit nicht selbst versorgen können. „Es kann aber auch sein, dass sich Familien in besonderen Not- oder Krisensituationen befinden und nicht in der Lage sind, die Erziehung sicherzustellen“, erklärt Heinz Wilmes. In diesen Fällen werden die Fachleute des Kreises tätig, um den betroffenen Familien, insbesondere natürlich den Kindern, zu helfen.

Häufig kommen die Mädchen und Jungen aus schwierigen Lebensumständen. „Auf Grund ihrer bisherigen Erfahrungen sind sie meist nicht ‚pflegeleicht‘ und müssen oft wichtige soziale und emotionale Entwicklungen nachholen“, betont Heinz Wilmes. Was sie wie alle Kinder bräuchten, seien verlässliche Bezugspersonen, die ihnen Zuwendung, Verständnis und Geborgenheit vermittelten, aber auch Konsequenz im Umgang zeigten.

Der Pflegekinderdienst des Kreises Borken sucht weiterhin aufgeschlossene, einfühlsame und belastbare Menschen, die bereit sind, diese Kinder in ihre Familie aufzunehmen. „Dafür kommt jeder in Frage, der geeignet ist, ein Kind oder einen Jugendlichen zu versorgen, zu betreuen und zu erziehen“, so Heinz Wilmes. Das könnten Familien, Paare und Singles sein. Diese sollten Freude daran haben, mit Kindern zu leben und gleichzeitig eine persönliche und pädagogische Herausforderung suchen.

Allerdings dürfe man die Entscheidung für ein Pflegekind auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, betont Wilmes. Der Fachmann empfiehlt daher, sich selbst zunächst folgende Fragen zu stellen:

Ist unsere Familie stabil genug, zeitweise mit einem fremden Kind zu leben oder es dauerhaft zu integrieren?

Wie sieht es mit unserem Einfühlungsvermögen, unserer Toleranz, unserer Konsequenz, unserem Durchhaltevermögen und unserer Flexibilität aus?

Sind alle Familienmitglieder bereit, ein fremdes Kind aufzunehmen?

Ist unsere Paarbeziehung intakt?

Bin ich bereit zur Zusammenarbeit mit den Eltern des Kindes und dem Pflegekinderdienst der Jugendhilfe?

Wer diese Fragen positiv beantworten kann, der sollte sich mit dem „Pflegekinderdienst“ des Kreises Borken in Verbindung setzen. Ansprechpartner finden sich in den Nebenstellen des Fachbereichs Jugend und Familie in Gescher (Telefon: 02542/95670), Rhede (Telefon: 02872/80970) und Stadtlohn (Telefon: 02563/96980).