Sonne, angenehme Temperaturen und jede Menge Betrieb auf dem Schulhof: Beim 73. Sommerfest der Kolpingsfamilie Erle passte am Sonntag vieles zusammen. Traditionell am ersten Wochenende nach den Sommerferien kamen die Erler Vereine wieder zusammen und sorgten mit Musik, Aktionen für Kinder, alten Landmaschinen und reichlich Verpflegung für ein buntes Programm.

Mit Gottesdienst und Erler Jägern in den Tag
Los ging es am Vormittag mit einem Gottesdienst, den das Blasorchester Erler Jäger musikalisch begleitete. Anschließend blieben die Musiker gleich vor Ort und eröffneten den Frühschoppen.

Zur Mittagszeit zog der Duft frisch gebackener Reibeplätzchen über den Schulhof. Dazu gab es zahlreiche Salate und Bratwurst. Auch die Kaltgetränke fanden bei Sonnenschein ihre Abnehmer. Wer anschließend noch Platz hatte, konnte sich bei Kaffee und frisch gebackenem Kuchen bedienen.
100 Jahre alter Dreschkasten wird zum Hingucker
Einen Blickfang hatten in diesem Jahr die Erler Ackergiganten mitgebracht. Till Momberg und seine Mitstreiter zeigten einen rund 100 Jahre alten Dreschkasten. Gerade ältere Besucher dürften solche Maschinen noch aus Zeiten kennen, als der Mähdrescher längst nicht auf jedem Acker unterwegs war.

Rollende Waldschule zum ersten Mal dabei
Eine weitere Premiere wartete auf die jüngeren Besucher. Bernhard Bölker war erstmals mit der rollenden Waldschule beim Sommerfest vertreten. Dort konnten die Kinder Tiere und Natur aus nächster Nähe kennenlernen. Das neue Angebot sei bereits am Vormittag gut angenommen worden, berichtete Ludger Aßkamp von der Kolpingsfamilie.
Am Stand des Heimatvereins war dagegen etwas Geduld gefragt. Hedwig Rentmeister ließ mit den Kindern sogenannte Lehmbomben rollen. In den kleinen Kugeln stecken Samen von Wildblumen.

„Diese werden dann über den Winter in der Erde lagern, sicher auch vor Vögeln, und im Frühjahr dann blühen“, erklärte Rentmeister.
Wer lieber mit Hammer und Nagel hantierte, war bei den Erler Schützen richtig. Am Nagelbrett lief wieder die Challenge für die Erwachsenen. Auch die Kinder durften ausprobieren, wie gut sie den Nagel bereits ins Holz bekamen.

Kronen, Karussell und Kinderaktionen
Kreativität war am Stand des Silvesterkindergartens gefragt. Mädchen und Jungen bastelten dort Papierkronen und schmückten sie mit verschiedenen Materialien und Lavendelzweigen. Ab 11.30 Uhr liefen zudem die bekannten Kinderstationen. Hüpfburg und Kinderkarussell gehörten ebenfalls zum Programm. Auch der Eine Welt Laden war vertreten. Dort konnten die erwachsenen Besucher unter anderem besondere Weine probieren.

Brejpottspöllers sorgen für Lacher
Für Unterhaltung auf der Schulhofbühne sorgten am Nachmittag die Brejpottspöllers. Mit ihren Aufführungen von „Rotkäppchen“ und „Miss Sophie“ brachten die Darstellerinnen und Darsteller plattdeutsches Theater auf die Bühne.
Das Publikum verfolgte die Szenen aufmerksam und reagierte immer wieder mit Lachen und Applaus. Die Brejpottspöllers zeigten dabei viel Spielfreude und sorgten für einen weiteren Programmpunkt beim Sommerfest.

Seit 1951 wird in Erle Sommerfest gefeiert
Das Sommerfest gehört seit Jahrzehnten fest zum Erler Veranstaltungskalender. „1951 war das erste Sommerfest“, berichtete Ludger Askamp, Vorsitzender der Kolpingfamilie Erle. Nur dreimal sei die Veranstaltung seitdem ausgefallen. Damit wurde in diesem Jahr die 73. Auflage gefeiert.
Das Fest hat sich in dieser langen Zeit verändert. Früher wurde im Festzelt gefeiert, zeitweise lockte zusätzlich eine Jugenddisco. Heute konzentriert sich das Geschehen auf den Schulhof.

„Auf dem Schulhof war es meistens relativ gut besucht“, sagte Askamp. Allerdings spiele das Wetter eine größere Rolle als früher. Bei Regen mache sich das fehlende Festzelt bemerkbar.
In den vergangenen Jahren zeige die Entwicklung wieder nach oben. „Die letzten drei Jahre ist es wieder steigend“, so Askamp. Eine eindeutige Erklärung dafür habe er nicht: „Vielleicht mehr Interesse am Brauchtum, weiß ich nicht.“

Festzelt und Jugenddisco bleiben Geschichte
Eine Rückkehr zur früheren Jugenddisco sei nicht geplant. Aufwand und Kosten seien inzwischen zu hoch. Dafür müsste unter anderem wieder ein Festzelt angemietet werden.
Dabei erlebte das Sommerfest gerade in früheren Jahrzehnten ausgesprochen erfolgreiche Jahre. Eine Hochphase habe es während des Baus des Erler Kirchturms gegeben. „Da haben wir im Jahr auch 20.000 D-Mark eingenommen“, erinnerte sich Askamp.
Heute bewege sich der Reinerlös je nach Verlauf des Festes zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Das Geld bleibt nicht bei den Veranstaltern, sondern wird gespendet.

Wohin der Erlös aus diesem Jahr fließt, steht noch nicht fest. Nach Abschluss aller Arbeiten wollen sich die beteiligten Vereine zusammensetzen und gemeinsam darüber entscheiden. Einige Empfänger werden jedoch regelmäßig berücksichtigt.
„Auf jeden Fall werden diese Behinderteneinrichtungen, wo Erler Kinder untergebracht sind, immer wieder berücksichtigt“, sagte Aßkamp.
Damit hat sich rund um das Sommerfest seit 1951 einiges verändert. Geblieben ist der Termin: Am ersten Wochenende nach den Sommerferien treffen sich die Erler Vereine auf dem Schulhof und gestalten gemeinsam den Tag.
Fotos Brejpottspöllers: Ute Heidermann-Rösler














































