In den vergangenen Tagen haben Betroffene im Kreis Borken rund 20 Schockanrufe bei der Polizei gemeldet. Die Betrüger gaben sich am Telefon unter anderem als Polizeibeamte oder Ärzte aus.
Seniorin übergibt hochwertigen Schmuck
In einem Fall brachten die Täter eine Seniorin um hochwertigen Schmuck. Am Telefon behaupteten sie, Ärzte zu sein. Eine nahe Angehörige der Frau sei an Krebs erkrankt und benötige ein teures Medikament. Die Seniorin müsse die Kosten für das angebliche Heilmittel übernehmen.
Kurze Zeit später erschien eine unbekannte Frau auf dem Privatgrundstück der Seniorin. In der Hoffnung, ihrer Angehörigen zu helfen, übergab die Seniorin der Betrügerin hochwertigen Schmuck.
Täter setzen ihre Opfer gezielt unter Druck
Der Fall zeigt nach Angaben der Polizei die systematische und psychologisch ausgeklügelte Vorgehensweise der Kriminellen. Mit erfundenen Notlagen versuchten die Täter, ihre Opfer emotional zu überrumpeln.
Bei anderen Schockanrufen gäben sich Betrüger als Polizeibeamte aus. Sie behaupteten beispielsweise, ein Sohn, eine Tochter oder ein Enkelkind habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen. Anschließend forderten die vermeintlichen Polizeibeamten eine „Kaution“.
Polizei bittet Angehörige um Unterstützung
Die Polizei appelliert an Angehörige, ihre Eltern, Großeltern und andere ältere Familienmitglieder über Schockanrufe zu informieren.
„Sprechen Sie mit Ihren Eltern, Großeltern und anderen älteren Familienmitgliedern. Sensibilisieren Sie sie für mögliche Schockanrufe“, rät die Polizei. Familien sollten gemeinsam besprechen, wie sie bei einem verdächtigen Anruf vorgehen.
Ein persönliches Familienpasswort könne dabei helfen, die Identität des Anrufers zu überprüfen. Auch der Satz „Ich beende jetzt das Gespräch und rufe zurück“ könne Betroffenen helfen, sich aus der Drucksituation zu lösen. Angehörige könnten diesen Satz gemeinsam mit älteren Familienmitgliedern einüben.
Nummer einer Vertrauensperson bereitlegen
Die Polizei empfiehlt außerdem, einen Zettel mit der Telefonnummer einer Vertrauensperson neben das Telefon zu legen. Der vertraute Name könne die betroffene Person daran erinnern, das Gespräch zu beenden und anschließend selbst unter der notierten Nummer anzurufen.
Opfer müssten sich nicht schämen. Die Täter setzten gezielt auf Angst, Zeitdruck und emotionale Ausnahmesituationen. Jedes Gespräch innerhalb der Familie könne helfen.



























