Eintracht Erle löst seine Fußballabteilung mit den Bereichen Jugend und Senioren auf. Als Gründe nennt der Vorstand eine fehlende sportliche Perspektive, unverhältnismäßig hohe Kosten und den Schutz des Ehrenamtes. Der TSV Raesfeld übernimmt die Abteilung nach Angaben seines zweiten Vorsitzenden Karsten Meyer nicht, heißt mögliche neue Mitglieder aus Erle jedoch willkommen.
Vorstand informiert Eltern über Auflösung
Der Vorstand von Eintracht Erle hat die Eltern und die fußballspielenden Kinder schriftlich über die Auflösung der Fußballabteilung informiert. Bereits bei der Jahreshauptversammlung am 10. April 2026 habe der Verein angekündigt, sein Sportangebot im Bereich Fußball zu reduzieren.
Kosten für die Sportanlage
Mit Schreiben vom 20. Juni teilte der Gesamtvorstand mit, dass Eintracht Erle die Fußballabteilung mit den Bereichen Jugend und Senioren auflöse. Die Entscheidung sei notwendig, um im Sinne des gesamten Vereins, der verbleibenden Mitglieder und Abteilungen auch künftig verantwortungsvoll handeln zu können.
Als Gründe nennt der Vorstand eine fehlende sportliche Perspektive und den Schutz des Ehrenamtes. Ziel sei es, Kindern auch künftig langfristig gute Sportmöglichkeiten anbieten zu können.
Kosten für die Sportanlage
Zudem verweist der Vorstand auf die laufenden Ausgaben für die Sportanlage an der Westerlandwehr. Diese fielen unabhängig davon an, wie viele Mannschaften dort spielten. Für drei Jugendjahrgänge stünden die Kosten nach Darstellung des Vereins nicht mehr im Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.
Dem Vorstand sei bewusst, dass die Entscheidung für die betroffenen Kinder und Eltern enttäuschend sein müsse. Kündigungen der betroffenen Mitgliedschaften wolle Eintracht Erle entgegen seiner Satzung auch nach dem 30. Juni 2026 akzeptieren.

Unterschiedliche Sicht auf die Zusammenarbeit
In dem Schreiben an die Eltern heißt es: „Eine weitere, kooperative Zusammenarbeit war nicht im Interesse des TSV Raesfeld.“
Karsten Meyer sieht dies anders. Wie der TSV-Vorsitzende gegenüber der Redaktion erklärt, sei der Verein grundsätzlich an einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit interessiert. Für den TSV stünden der Sport, die Sportler und die Ehrenamtlichen im Mittelpunkt.
Kooperationen und Partnerschaften verstehe der Verein als Chance. Meyer betont: „Unser Fokus liegt nicht auf vereins- oder organisationspolitischen Interessen, sondern auf dem, was den Menschen und dem Sport in unserer Gemeinde nachhaltig zugutekommt.“
Der TSV fühle sich der Gemeinde und ihren Bürgern verpflichtet. Deshalb wolle der Verein auch künftig jede Möglichkeit nutzen, das sportliche Angebot gemeinsam weiterzuentwickeln und den Vereinssport in Raesfeld langfristig zu stärken.
TSV übernimmt die Fußballabteilung nicht
Auf Fragen der Redaktion stellt Meyer klar, dass der TSV Raesfeld die Fußballabteilung von Eintracht Erle nicht übernehme. Zwischen beiden Vereinen bestehe im Jugendbereich bereits seit mehreren Jahren eine Jugendspielgemeinschaft.
Getreu seinem Motto „Menschen zusammen und in Bewegung bringen“ heiße der TSV alle sportbegeisterten Menschen willkommen. Das gelte selbstverständlich auch für Menschen aus Erle.

Überlegungen seit Mitte 2025 bekannt
Dem Vorstand des TSV Raesfeld sei seit Mitte 2025 bekannt gewesen, dass Eintracht Erle über eine mögliche Auflösung der Fußballabteilung nachgedacht habe. Wann die Entscheidung endgültig festgestanden habe, könne nur Eintracht Erle beantworten.
Zu den Beweggründen und vereinsinternen Entscheidungen von Eintracht Erle könne der TSV keine weiteren Angaben machen. Diese Fragen müsse der Vorstand von Eintracht Erle beantworten.
Mannschaften sollen möglichst bestehen bleiben
Für den TSV Raesfeld stehe das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Der Verein wolle allen Mitgliedern und insbesondere möglichen neuen Mitgliedern aus Erle ein attraktives sportliches Angebot machen.
Viele Kinder seien bereits seit Jahren gemeinsam in der Jugendspielgemeinschaft aktiv. Deshalb wolle der TSV bestehende Mannschaften möglichst unverändert fortführen. Für die Kinder solle sich möglichst wenig ändern, damit sie ihr gewohntes sportliches Umfeld behalten könnten.
Wie viele Fußballmannschaften künftig antreten, lasse sich derzeit noch nicht verlässlich beantworten. Da keine Übernahme der Fußballabteilung erfolge, sei offen, für welchen Verein sich die bisherigen Mitglieder von Eintracht Erle entscheiden würden.
Einige Familien könnten sich für andere Vereine entscheiden. Ebenso sei es möglich, dass einzelne Kinder ihre sportliche Laufbahn beendeten. Belastbare Angaben könne der TSV erst nach Abschluss der Mannschaftsmeldungen für die neue Saison machen.
Meyer erklärt, der TSV freue sich über jede Familie, die sich für den Verein entscheide. Der TSV wolle alles daransetzen, für alle Kinder ein attraktives sportliches Zuhause zu schaffen.
Zukunft der Sportanlage noch offen
Die Sportanlage in Erle befindet sich im Eigentum der Gemeinde Raesfeld. Sie wurde Eintracht Erle auf Grundlage eines Nutzungsvertrages überlassen.
Nach Kenntnis des TSV Raesfeld sei dieser Vertrag gekündigt worden und ende zum 31. Dezember 2026. Der TSV sei grundsätzlich bereit, die Sportanlage künftig zu nutzen. Zunächst seien jedoch weitere Gespräche und Abstimmungen mit der Gemeinde Raesfeld als Eigentümerin erforderlich.



























