Die Jahreshauptversammlung 2026 des Heimatvereins Erle zeigt: Das Engagement vor Ort ist ungebrochen. Mitglieder, Projekte und die wachsende Bedeutung der Femeiche prägen die Arbeit des Vereins. Auch personelle Veränderungen standen im Mittelpunkt des Abends.
Rückblick auf ein aktives Vereinsjahr
Erstmals fand die Jahreshauptversammlung im HUB Erle statt. Der Vorsitzende Carlo Behler zog dabei eine positive Bilanz. Besonders hob er die Arbeit der „Brejpottspöllers“ hervor. In zwei Plattdeutsch-AGs engagieren sich rund 40 Kinder aus Grundschule und Sekundarstufe.
Neben festen Terminen wie dem Maikranzaufhängen, dem Sommerfest und einem plattdeutschen Nachmittag treten die Gruppen auch regelmäßig in Altenheimen und bei Seniorennachmittagen auf. Dort präsentieren sie Sketche und Märchen auf Plattdeutsch.

Kinder erfreuen ihr Publikum mit plattdeutschen Sketchen und Märchen. Beim plattdeutschen Kreativwettbewerb des Kreises Borken erreichten sie im Jahr 2025 den zweiten Platz mit dem Bewegungsrhythmus „Wenn ick äs ut de Schoole komm, wat könn ick dann wall wärn.“
Zudem betreut die Leiterin der AGs, Ingrid Horstmann, die Grundschüler in Erle beim Schreibwettbewerb des Heimatbundes der Herrlichkeit Lembeck zum Thema „Was bedeutet mir Heimat?“
Investitionen und Projekte für die Zukunft
Auch bei der Pflege der historischen Stationen gibt es Fortschritte. Dank der Förderung durch die Kleiderbörse „Froschkönig“ in Raesfeld in Höhe von 2.000 Euro kann der Austausch der verwitterten Holzrahmen von sieben älteren Geschichtsstationen des Heimatvereins durch wetterbeständige Metallrahmen umgesetzt werden.
Auch die Babywiese hinter der Erler Mühle wächst weiter. Inzwischen wurden 128 Obstbäume für Kinder gepflanzt. Wege, Blühstreifen sowie Blumen- und Kräuterbeete machen das Gelände zu einem Aufenthaltsort für Familien. Geplant ist eine überdachte Sitzbank für bis zu zwölf Personen. Eine Förderung über die Leader-Region Hohe Mark ist beantragt.

Femeiche gewinnt weiter an Bedeutung
Seit der Neugestaltung des Geländes vor einem Jahr ist die Zahl der Besucher an der Femeiche deutlich gestiegen. Das zeigt sich an mehr Einträgen in den Gästebüchern und einer höheren Nachfrage nach Flyern. Insgesamt fanden 18 Führungen mit 252 Teilnehmenden statt.

Ein weiterer Erfolg ist die Aufstellung eines touristischen Hinweisschildes auf die Femeiche an der A 31. Dank der Unterstützung des Landes NRW, das 70 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 24.700 Euro übernahm, sowie der Gemeinde Raesfeld, der Volksbank Raesfeld und Erle, der Sparkasse Westmünsterland und der Bürgerstiftung Raesfeld Erle Homer konnte das Schild am 23. Oktober 2025 nördlich der Abfahrt Schermbeck errichtet werden.
Präsenz in Medien und Literatur
Die Femeiche wird zudem überregional wahrgenommen. Sie ist Teil des Reiseführers „(R)echt sehenswert“ von Professor André Niedostadek. Das Buch stellt 77 Orte der Rechtsgeschichte in Deutschland vor. Auch in sozialen Netzwerken ist die Femeiche präsent. Ein Reporter der Lokalzeit Essen produzierte kurze Videos vor Ort. Darin tritt Carlo Behler in seiner Rolle als Freigraf auf.
Austausch auf Kreisebene
Vier Tage vor der Versammlung fand die Frühjahrstagung der Heimatvereine des Südkreises Borken in Erle statt. Nach einer Führung an der Femeiche trafen sich die Vertreter im Silvesterhaus. Geleitet wurde die Tagung vom stellvertretenden Kreisheimatpfleger Paul Korte. Im Mittelpunkt stand der Austausch über die Arbeit der Vereine.
Abschied nach mehr als zwei Jahrzehnten
Ein besonderer Moment war die Verabschiedung von Hildegard Gülker. Sie verlässt nach 21 Jahren auf eigenen Wunsch den Vorstand. Gülker prägte die Arbeit des Vereins maßgeblich, vor allem durch ihr Engagement bei den „Koffieköppkes“. Dort wird sie weiterhin aktiv bleiben.

Zum Abschluss der Versammlung blickten die Mitglieder noch einmal in Bildern und Berichten auf das vergangene Jahr zurück. Traditionell endete der Abend mit dem gemeinsamen Singen des Erler Liedes.
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