Bei der Lümmelorden und Meriten-Medaille Verleihung des RRZ wurde im Festzelt nicht nur geschunkelt, sondern auch gewürdigt. Zwei Auszeichnungen, zwei ganz unterschiedliche Geschichten und jede Menge Applaus. Zwischen Blutspenden und Fahnenstreich zeigte sich, was den Karneval in Raesfeld ausmacht: Herz, Humor und Zusammenhalt.
Es ist Sonntag, das Festzelt ist gut gefüllt, die Stimmung ausgelassen. Der traditionelle Prinzenfrühschoppen des RCV steuerte auf seinen Höhepunkt zu. Die Lümmelorden und Meriten Medaille Verleihung des Raesfelder Rosenmontagszug (RRZ) steht an.

RCV sorgt vor der Verleihung für Stimmung im Zelt
Vor der Lümmelorden und Meriten Medaille Verleihung des RRZ brachte der RCV das Festzelt bereits früh auf Betriebstemperatur. Mit mehreren Showeinlagen gestaltete der Verein einen feuchtfröhlichen Vormittag.
Besonders viel Applaus erhielt die Showtanzgruppe aus Mussum. Auch die eigenen Tanzgruppen des RCV zeigten ihr Können und sorgten für Begeisterung. So war die Bühne bestens bereitet für den Höhepunkt des Tages, die Lümmelorden und Meriten Medaille Verleihung RRZ.

Meriten Medaille für 200 Blutspenden
Zuerst rückt eine Lebensleistung in den Mittelpunkt. Unter großem Beifall erhält Werner Schneider die Meriten Medaille. RRZ Vizevorsitzender Lars Melis bringt es in seiner Laudatio auf den Punkt: „Über 200 Mal hat Werner Schneider Blut gespendet.“

Eine Zahl, die im Zelt Eindruck hinterlässt. Seit fast 50 Jahren übernimmt der 68 Jährige Verantwortung für andere. Bereits mit 19 Jahren begann er regelmäßig Blut zu spenden. Mehr als 200 Einsätze für Menschen, die er nie kennengelernt hat und denen er dennoch geholfen hat.
Ohne Spenderblut wären viele Behandlungen nicht möglich. Schneider habe über Jahrzehnte hinweg einen unverzichtbaren Beitrag für die medizinische Versorgung geleistet. Schon im vergangenen Jahr zeichnete ihn das Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Raesfeld mit einer Ehrenmedaille aus.

Lümmelorden für die Vennebuer Oehmkes
Dann wird es schelmisch. Der Lümmelorden geht in diesem Jahr an die Vennebuer Oehmkes, einen Raesfelder Stammtisch, gegründet vor 30 Jahren. Der Name bedeutet ohne Frauen und ist seit jeher mit einem Augenzwinkern gemeint.

Im vergangenen Sommer nutzten die Oehmkes die Renovierung des Schlossturms von Raesfeld. Am Gerüst des Hauptturms hissten sie kurzerhand ihre Fahne. Die Gemeinde, Eigentümerin des Schlosses, sei informiert worden, berichten die Oehmkes.
Wiederholungstäter: Erster Streich vor 25 Jahren
Ganz neu war die Idee allerdings nicht. Bereits vor 25 Jahren befestigten sie ihre Fahne an einem Gerüst der Pfarrkirche St. Martin. Damals kletterte der damalige Pfarrer Johannes Arntz selbst hinauf, um die Fahne vor der Erstkommunion zu entfernen. Als kleine Strafe mussten die Oehmkes später im neuen Pfarrbüro beim Umzug und Putzen helfen.

Für diese Aktion erhielten sie schon damals den Lümmelorden. Nun sind sie offiziell Wiederholungstäter. In der humorvoll formulierten Urkunde heißt es: „Vor 25 Jahren, welch ein Streich, hing ihre Fahne am Kirchturm. Die Strafe lang verbüßt, und von uns bereits geahndet, hing sie letzten Sommer wieder hoch oben, diese Fahne. Ganz Raesfeld lachte, klatschte und rief: ein altbekanntes Motiv. Doch diesmal kein Pastor tobte, kein Strafmaß stand, keine Sozialstunden wurden bekannt.

Lümmelorden und Meriten Medaille: RRZ feiert starke Typen und starke Streiche
Die Lümmelorden und Meriten Medaille Verleihung des RRZ zeigte an diesem Tag erneut zwei Seiten des Dorflebens. Hier wird jahrzehntelanges Engagement geehrt. Dort wird Mut zum Schabernack gefeiert. Beides gehört zusammen. Helau Raesfeld Erle Homer.



























