In der Ratssitzung am Montag, 17. November 2025, stellte Bürgermeister Dirk Kuhmann seine erste Haushaltsrede vor. Der Entwurf für 2026 fordert die Gemeinde in vielen Bereichen heraus. Kuhmann betonte, dass Raesfeld strukturelle Fragen klären und Schwerpunkte neu ordnen müsse, um handlungsfähig zu bleiben.
Ausgangspunkt: Eine Haushaltsrede unter neuen Vorzeichen
Es war die erste Haushaltsrede von Dirk Kuhmann als Bürgermeister. Er wies darauf hin, dass er an der Aufstellung des aktuellen Entwurfs nicht beteiligt war, zugleich aber die Verantwortung übernehme, die Gemeinde durch ein anspruchsvolles Jahr zu führen. Steigende Kosten, organisatorische Anforderungen und der höhere Druck auf kommunale Strukturen prägten nach seiner Einschätzung die bevorstehenden Aufgaben.
Gebäudebestand und Flächenmanagement im Fokus
Ein Schwerpunkt seiner Rede lag auf dem Gebäudebestand der Gemeinde. „Wir müssen uns ehrlich fragen, welche Gebäude wir dauerhaft wirtschaftlich betreiben können“, so Kuhmann. Es gehe nicht nur um den Unterhalt einzelner Immobilien, sondern um die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Er stellte klar, dass Raesfeld Nutzungskonzepte überprüfen und Flächen neu bewerten müsse. Auch die Aufgabe einzelner Liegenschaften sei ein möglicher Schritt, wenn deren Erhalt langfristig nicht finanzierbar sei.
Konzentration auf die wesentlichen Aufgaben
Kuhmann betonte, dass die kommenden Jahre nicht allein durch Zahlen geprägt seien:
„Wir können und müssen nicht alles leisten, was wünschenswert wäre.“ Seiner Einschätzung nach müsse sich die Gemeinde sich stärker auf die Kernaufgaben ausrichten, darunter:
- Daseinsvorsorge
- Infrastruktur
- Bildung
- Digitalisierung
- gesellschaftlichen Zusammenhalt
„Der Fokus liegt darauf, das, was wir tun, gut, effizient und verlässlich zu tun“, sagte Kuhmann. Standards und Arbeitsweisen müssten geprüft und bei Bedarf angepasst werden.
Finanzielle Ausgangslage und mögliche Kreditaufnahme
Zum ersten Mal schafft die Gemeinde die rechtliche Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Kuhmann bezeichnete dies als notwendigen Schritt: „Die mögliche Kreditaufnahme ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer verantwortungsbewussten Finanzplanung.“
Gleichzeitig betonte er, dass die Schuldenfreiheit weiterhin ein Ziel der Gemeinde bleiben solle.
Priorisierung wird zur Daueraufgabe
Kuhmann machte deutlich, dass die finanziellen Spielräume enger werden. „Wir können nicht alles gleichzeitig umsetzen“, sagte er. Maßnahmen müssten künftig stärker als bisher nach Dringlichkeit, Nutzen und Nachhaltigkeit bewertet werden. Er hob hervor, dass diese Entscheidungen Mut erforderten: „Manches wird sich verschieben, manches müssen wir neu denken.“
Personal und Arbeitgeberattraktivität
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die Personalsituation. Kuhmann wies darauf hin, dass die Gemeinde im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte stehe:
„Wenn wir handlungsfähig bleiben wollen, müssen wir als Arbeitgeberin konkurrenzfähig sein.“ Stellenstrukturen, Vergütung und Besoldung müssten deshalb überprüft werden. Der neue Stellenplan solle mehr Flexibilität schaffen, um auf Bedarfe reagieren zu können.
Blick nach vorn: Verantwortung und Realismus
Kuhmann beschrieb den Haushaltsentwurf 2026 als „ehrlich“ und „realistisch“. Er verlange Entscheidungen, Mut und ein kritisches Hinterfragen bestehender Strukturen.
„Wir stellen uns der Realität“, sagte er. Das Ziel sei, Raesfeld auch in Zukunft stark und lebenswert zu halten – mit bewussten Investitionen, klaren Prioritäten und einer handlungsfähigen Verwaltung.
Am Ende seiner Rede dankte er allen Mitarbeitenden, die an der Aufstellung des Entwurfs beteiligt waren, besonders dem Amt 20 und Kämmerer Thomas Greving. Zugleich rief er den Rat zu einer konstruktiven Beratung auf: „Lassen Sie uns die kommenden Aufgaben gemeinsam meistern.“



























