Arndt-Brauer will nicht Kanzlerin werden

Ahaus (pd). Rund einhundert Zehntklässler der Anne-Frank-Realschule Ahaus  kehrten jetzt von einer Studienfahrt in die Bundeshauptstadt Berlin  zurück. Hierbei konnten sich die Jugendlichen einen Eindruck im Deutschen Bundestag verschaffen. In der Woche der Einbringung des Bundeshaltes hatten die Schüler zwar keine Gelegenheit mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer zu sprechen, wurden aber von einem Mitarbeiter der Politikerin durch das Reichstagsgebäude geführt. Zurück in Ahaus luden Schüler und Lehrer des Jahrgangs Ingrid Arndt-Brauer zu einer Diskussion ein, um ein persönliches Gespräch nachzuholen. Die Abgeordnete, die immer wieder gerne Schulklassen nach Berlin einlädt, folgte der Einladung und stellte sich einem umfangreichen Fragenkatalog der Schülerinnen und Schüler. Auf Nachfrage erklärte Arndt-Brauer, dass sie seit 1983 Mitglied er SPD sei. Über die Schülervertretung, Friedensbewegung dann als Stadtverordnete in ihrer Heimatstadt Wetter (Hessen), sei sie politisch aktiv geworden. Beruflich bedingt wurde Arndt-Brauer mit ihrer Familie dann im Kreis Steinfurt ansässig.. Hier war sie bis zu ihrem Einzug in den Bundestag1999 Mitglied des Kreistages. „Möchten Sie mal Kanzlerin werden?“, fragte eine Zehntklässlerin und erntete bei Arndt-Brauer ein Lächeln. „Nein, absolut nicht!“, so die Politikerin. Man habe kaum noch ein Privatleben, stehe ständig unter Beobachtung und hat dauernd Sicherheitsleute um sich. Eine solche Position sei aus ihrer Sicht nicht beneidenswert.
Ein weiteres Thema der Diskussion war das von der schwarz-gelben Bundesregierung eingebrachte Sparpaket. Bei einer Neuverschuldung von 50 Mrd. Euro muss in allen Bereichen gespart werden. Eine PKW-Maut, Abfindungen für Manager nicht steuerfrei zu setzen und die Kanzlerin solle für Staatsbesuche nur noch Linienflüge nehmen, waren einige Vorschläge, die die Schüler einbrachten. Nicht alles wäre umsetzbar, erklärte Arndt-Brauer und „man sieht, dass es nicht immer einfach ist,
Geld einzusparen, ohne bestimmten Gruppen Härten aufzuerlegen“, so die Abgeordnete weiter. Natürlich war auch der Atomausstieg ein Thema. Gerade Ahaus ist mit seinem Brennelement-Zwischenlager besonders betroffen. Allerdings müsse Atommüll sicher zwischengelagert werden, so lange kein sicheres Endlager gefunden sei, machte Arndt-Brauer deutlich. „Wir haben eine große Verantwortung für diesen Müll, der ein Problem für Jahrtausende und somit für viele Generationen ist“, so die Abgeordnete abschließend.