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Gemeinde Raesfeld mit der wenigsten Kriminalität im Kreis

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Kriminalität 2022 statistisch auch im Kreis Borken gestiegen – Deutliche Zunahme bei Betrugsdelikten. Insgesamt ist die Kriminalität im Verhältnis zu 2019 um 166 Fälle und im Verhältnis zu 2018 sogar um 902 Fälle, also um 13 Prozent, zurückgegangen.

Insgesamt 24.598 Kriminalitätsdelikte gab es im vergangenen Jahr im Kreis Borken. Statistisch gesehen sind das 12,8 Prozent mehr Delikte als 2021. Die Aufklärungsquote liegt in 2022 bei 53,5 %

Zu der vorgestellten Statistik des Kreises Borken 2022 betonte Landrat Dr. Kai Zwicker, dass neben weiteren Faktoren, insbesondere was dem Anstieg der Betrugsdelikte anbelange, sich auch der Zuwachs von Menschen im Kreis Borken beim Anstieg der Fallzahlen bemerkbar mache, so Landrat Dr. Kai Zwicker.

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt in 2022 bei 29,1 % und damit 2,2
Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Den größten Anteil an den nichtdeutschen
Tatverdächtigen haben mit 13,5 % niederländische Staatsangehörige.(Hinweise 1 siehe unten).

Wie stark belastet die Kriminalität den Kreis Borken im Vergleich mit anderen
Regionen? Das lässt sich an der sogenannten Häufigkeitszahl ablesen:

Umgerechnet auf einen Schlüssel von 100.000 Einwohnern ergibt sich im Jahr 2022 für den
Kreis Borken ein Wert von 6.584 Straftaten – für das Land Nordrhein-Westfalen
weist die Statistik 7.624 Fälle je 100.000 Einwohner aus.

Gesamtkriminalität Raesfeld 2022 Statistik
Quelle: Kreis Borken

Deutliche Unterschiede im Kreis Borken

Im Kreis Borken selbst gibt es in den einzelnen Städten und Gemeinden deutliche Unterschiede im örtlichen Aufkommen krimineller Taten:

Die Städte Gronau und Bocholt markieren mit 10.669 beziehungsweise 8.298 Straftaten je 100.000 Einwohner das negative Ende der Skala.

Die geringste Belastung durch Kriminalität weist die Gemeinde Raesfeld mit dem statistischen Wert von 3.180 Taten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner aus.

Gesamt Delikte Kreis Borken

Rückgang Straßenkriminalität

Straßenkriminalität stehen bei der polizeilichen Betrachtung immer im besonderen Fokus, da diese einen großen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl haben und sich hier polizeiliche Präsenz besonders auswirken kann – anders als bei Delikten im nicht öffentlichen Raum (z.B. in Wohnungen oder Gaststätten).

Zwar gab es im Vergleich zu Vorjahr einen erheblichen Anstieg – im Vergleich zu den „Vor Coronajahren“ sind aber Rückgänge zu verzeichnen (zu 2018: ca. 13 % Rückgang / 902 Fälle weniger; zu 2019: ca. 2,5 % Rückgang; 166 Fälle weniger).

Schwerer Diebstahl

Ähnlich sieht dies beim schweren Diebstahl (zu 2018: 1160 Fälle weniger; zu 2019: 542 Fälle weniger) und beim Fahrraddiebstahl (zu 2018: 817 Fälle weniger; zu 2019: 390 Fälle weniger) aus. Bei den Betrugs- und Vermögensdelikten ist dagegen keine „Coronadelle“ feststellbar.

Hoher Anstieg von Gewaltkriminalität

Die Gewaltkriminalität ist geprägt durch den hohen Anteil an „gefährlicher / schwerer
Körperverletzung“ von 607 Fällen. Dies entspricht 80,7 % der Gewaltkriminalität. Gegenüber 2021 gibt es einen Anstieg um 217 Fälle bzw. +40,6 %.
In 2022 kommt es zu 93 Raubdelikten. Der Anteil dieser Delikte an der Gewaltkriminalität
beträgt 12,4 %.

Anstieg auch bei den Raubdelikten im Kreis Borken. Die Fallzahlen haben sich gegenüber 2021 um 14 Fälle bzw. 17,7 % erhöht. Die Aufklärungsquote bei den Raubdelikten liegt bei 73 %.

Ein hoher Anstieg, fast um das Doppelte, was häusliche Gewalt im Kreis Borken von 397 auf 846 Fälle im Jahr 2022 anbelangt

Häusliche Gewalt Kreis Borken Statistik 2022

Rückgang bei Wohnungseinbrüchen

In 2022 kommt es zu 298 Wohnungseinbruchdiebstählen. Dies entspricht einem Rückgang der Fallzahlen um 16,1 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der versuchten Taten liegt bei 44,3 % (Vorjahr: 40,3 %).

Fahrraddiebstahl wieder steigend

Nach den niedrigen Fallzahlen in den Jahren 2020 und 2021 steigen die Fallzahlen in 2022 wieder an, liegen jedoch mit 2.658 Fällen weiterhin unterhalb des Niveaus von 2019. Die durchschnittliche Schadenssumme je Fahrrad steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an, da vermehrt höherwerte Fahrräder (Schadenssumme 1.400 Euro) wie E-Bikes und Pedelecs, gestohlen werden.
Die Aufklärungsquote liegt bei 7,9 % und damit 1,0 Prozentpunkte über dem
Vorjahreswert.

Dazu Landrat Dr. Kai Zwicker:

Es mag sich paradox anhören, aber ich bin trotz des Anstiegs der Gesamtkriminalität in vielen Bereichen mit der Entwicklung zufrieden. Denn wir müssen die Jahre 2020 und 2021 im Lichte der Corona-Pandemie betrachten, in der das öffentliche Leben nur eingeschränkt möglich war. Ein aussagekräftiger Vergleich ist in wichtigen
Bereichen der Kriminalstatistik somit nur mit den VorCoronajahren möglich. Besonderes Augenmerk legen wir immer auf die Straßenkriminalität, also der Kriminalität, die im
öffentlichen Raum stattfindet und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders
beeinträchtigen kann. Diese Kriminalität ist im Verhältnis zu 2019 um 166
Fälle und im Verhältnis zu 2018 sogar um 902 Fälle, also um 13 Prozent, zurückgegangen.

Hinweis: Tatverdächtiger ist jeder, der nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnissen
aufgrund zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige
(Straf-) Tat begangen zu haben. Dazu zählen auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen.
Zu beachten ist ferner, dass Schuldausschließungsgründe oder mangelnde
Deliktsfähigkeit bei der Tatverdächtigenerfassung für die Polizeiliche Kriminalstatistik
nicht berücksichtigt werden. So sind in der Gesamtzahl z.B. auch die
strafunmündigen Kinder unter 14 Jahren enthalten. Als tatverdächtig wird auch
erfasst, wer wegen Tod, Krankheit oder Flucht nicht verurteilt werden kann.
Nichtdeutsche Tatverdächtige sind Personen ausländischer Staatsangehörigkeit
und Staatenlose, sowie Personen, deren Staatszugehörigkeit ungeklärt ist.

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