Beratungs- und Schutzeinrichtungen für Frauen stellten sich im Arbeitskreis Gleichstellung des Kreistages vor
Kreis Borken (pd). Etwa 5000 Frauen suchen in Nordrhein-Westfalen jedes Jahr Schutz und Unterstützung in einem Frauenhaus oder einer Zufluchtswohnung. Wie die Situation im Kreis Borken aussieht, darüber haben im Arbeitskreis für die Gleichstellung von Mann und Frau des Kreistages jetzt die Vertreterinnen von vier Einrichtungen im Kreis Borken informiert.
„Gewalt im sozialen Nahraum ist keine Privatsache, sondern ein Phänomen, das von allen Verantwortlichen ernst genommen und bekämpft werden muss“, betonte die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Irmgard Paßerschroer. Sie hatte die Referentinnen eingeladen. Maria Arlinghaus skizzierte die Situation im Frauenhaus in Bocholt, das vom Caritasverband Bocholt getragen wird. Allein im vergangenen Jahr fanden dort 41 Frauen und 60 Kinder für durchschnittlich zwei Monate Unterschlupf. „Durch den Einzug ins Frauenhaus wird der Gewaltkreislauf unterbrochen“, so Arlinghaus. Frauen und Kinder hätten so die Möglichkeit, neue Perspektiven zu entwickeln.
25 Frauen und 15 Kinder suchten im Jahr 2009 in der Frauenschutzwohnung des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) in Gronau eine Zuflucht. „Wir möchten den Frauen ermöglichen, dass sie wieder Vertrauen in ihre persönlichen Fähigkeiten entwickeln“, erläuterte die Diplom-Sozialpädagogin Gudrun Schemitzek das Ziel des Teams. Viele Frauen würden von ihren Partnern extrem unter Druck gesetzt und es falle ihnen schwer die Kontakte ganz aufzugeben.
Agnes Denkler vom Verein „Frauen für frauen“ e.V. Ahaus, erläuterte das Konzept der Beratungsstelle in Ahaus und des Frauennotrufs, den der Verein unterhält. 60 Prozent der Frauen, die Kontakt suchten, seien von Gewalt betroffen. Im vergangenen Jahr beriet der Verein 281 Frauen. An den Kursen zur Selbstverteidigung nahmen 98 Frauen und Mädchen teil.
Aus einer allgemeinen Sozial- und Frauenberatung hat sich in den vergangenen Jahren die Kontakt- und Anlaufstelle bei häuslicher Gewalt des SkF Ahaus-Vreden entwickelt. Mitarbeiterin Birgit Wies berichtete, dass viele Klientinnen über die Polizei von dem Angebot erfahren. „In der Beratung sollen sie merken, dass jemand da ist, der ihnen zuhört, hilft und glaubt“, erklärte Wies. Im vergangenen Jahr beriet sie 52 Frauen mit Gewalterfahrungen. Außerdem leistet sie an Schulen Präventionsarbeit.
Weitere Themen in der Sitzung des Arbeitskreises waren der Frauenförderplan für die Kreisverwaltung, den der Kreistag vor der Sommerpause verabschiedet hat, und die Ausstellung „Rosenstraße 76“, die ab dem 25. Oktober in Bocholt zu sehen sein wird. Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt „GewAlternativen“ holt das Projekt des Diakonischen Werks Braunschweig in den Kreis Borken. Die Hausmeisterwohnung der alten Staatsanwaltschaft am Benölkenplatz in Bocholt wird dafür so eingerichtet, dass sich dort Anhaltspunkte für häusliche Gewalt zeigen.



























