Austausch zwischen Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Expertinnen und Experten aus dem Kreis Borken
Kreis Borken (pd). Immer mehr Menschen mit Behinderung aus dem Kreis Borken können mit pädagogischer Betreuung selbstständig leben. Der Anteil derjenigen, die rund um die Uhr Begleitung benötigen, ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Lebten Mitte 2007 noch 75 Prozent derjenigen, die nicht alleine zurecht kommen, in einem Wohnheim, so sank der Prozentsatz bis Mitte 2009 auf 66 Prozent. „Das liegt sicherlich auch an der guten Struktur der unterstützenden Dienste, aber auch daran, dass sich inzwischen mehr Familien die Betreuung ihrer behinderten Angehörigen zutrauen“, erklärte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster bei einem Treffen von 60 Expertinnen und Experten im Kreishaus. [spoiler] Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Kreises tauschten sich dort mit den Vertretern der zahlreichen freien Träger im Kreis aus. Der LWL ist Kostenträger in vielen Bereichen der Behindertenhilfe.
Aktuell leben rund 900 behinderte Menschen im Kreis Borken in einem Wohnheim, etwa 560 Männer und Frauen bekommen ambulante Unterstützung, damit sie das Leben in der eigenen Wohnung meistern. So besucht sie regelmäßig ein Pädagoge, es hilft ihnen jemand beim Einkaufen oder begleitet sie zum Arzt. Die meisten Betroffenen sind geistig behindert, weitere haben eine körperliche Behinderung oder sind psychisch erkrankt.
Dr. Ansgar Hörster zollte den Vertreterinnen und Vertretern der zahlreichen freien Träger Respekt für ihren Einsatz. Die vielschichtige Struktur mache es möglich, Menschen mit Behinderungen passgenaue Angebote zu machen und damit den ambulanten Bereich noch weiter zu stärken.
Michael Wedershoven, Referatsleiter in der LWL-Behindertenhilfe, betonte, dass die Nachfrage nach Wohnheimplätzen in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des demographischen Wandels zurückgehen werde. Es gelte die Struktur der Einrichtungen daran anzupassen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz machten auch einige Bereiche aus, in denen es noch besondere Herausforderungen zu meistern gilt. So mangele es an Wohnangeboten für schwerst mehrfach behinderte Menschen und psychisch Kranke bräuchten bessere Arbeitsmöglichkeiten. Diese Themen wollen LWL, Kreis und freie Träger bei den weiteren Planungen im Blick behalten. [/spoiler]



























