350 Einsatzkräfte meistern große Übung auf dem Gelände der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland in Gescher
Helfer bergen und versorgen Verletzte / Kreisbrandmeister zieht positives Fazit
Kreis Borken (pd). Rund 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen aus dem Kreis Borken haben am Samstag (23.10.) in Gescher den Ernstfall geübt. Auf dem Gelände der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland probten sie den Einsatz im Katastrophenfall. Die Organisatoren konfrontierten die Retter mit einem Brand in der Halle für Sperrmüllanlieferung, ausgelöst durch die Verpuffung eines unbekannten Gefahrstoffes. Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten sich 50 Mitglieder einer Besuchergruppe in der Halle aufgehalten, die sich zum Teil schwer verletzten.
Kreisbrandmeister Johannes Thesing zog nach dem Ende der Übung ein positives Fazit. „Das Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte hat gut geklappt. Die Kommunikation untereinander ist bei einer solch schwieriegen Lage die große Herausforderung.” Und Dr. Hermann Paßlick, Ordnungsdezernent des Kreises, konstatierte: „Auch die Ausrüstung ist in hervorragendem Zustand.”
Innerhalb von 80 Minuten waren alle Verletzten geborgen, versorgt und auf dem Weg in ein Krankenhaus. Und auch das fiktive Feuer hatten die Einsatzkräfte unter Kontrolle. Die Einsatzleitung vor Ort lag in den Händen von Christian Nolte, Wehrführer der Feuerwehr Gescher. Johannes Thesing unterstützte die Kräfte als Leiter eines Stabes, der sich im nahe gelegenen Interkommunalen Bauhof eingerichtet hatte. Die Führungskräfte der Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem Kreis Borken tagten bereits seit dem Samstagvormittag.
Denn die Organisatoren der Übung hatten in das „Drehbuch” zunächste eine größere Schadenslage im benachbarten Kreis Steinfurt geschrieben. Deshalb wurden Sanitäts- und Rettungsdienstkräfte sowie mehrere Feuerwehren bereits gegen Mittag in Gescher zusammengezogen. Noch während sich die Einsatzkräfte im Bereitstellungsraum befanden, kam es dann auf dem Gelände der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland zu dem Brand. Für erschreckend echte Bilder sorgten während der Übung die „Verletzten”, dargestellt von Mitgliedern des Jugendrotkreuzes und der DLRG. Wimmernd und nach Hilfe schreiend erwarteten sie die Retter.
Mitglieder des Malteser-Hilfsdienstes übernahmen in Gescher die Registrierung von Patientendaten über eine von ihnen entwickelte Software. Die Angaben über den Patienten und auch über das Krankenhaus, in das der Patient eingeliefert werden sollte, wurden erfasst und ins Kreishaus nach Borken übermittelt. Dort bauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises parallel eine sogenannte Personenauskunftsstelle auf. Sie sammelt im Ernstfall die Daten der Verletzten und ist für Angehörige telefonisch erreichbar.
Die 350 beteiligten Einsatzkräfte, die mit 55 Fahrzeugen anrückten, gehörten folgenden Feuerwehren und Hilfsorganisationen an:
Freiwillige Feuerwehren Gescher, Stadtlohn, Südlohn, Velen
Freiwillige Feuerwehr Borken (Informations- und Kommunikationstechnik)
Freiwillige Feuerwehr Bocholt (Datenerfassung für die Personenauskunftsstelle)
Freiwillige Feuerwehr Raesfeld (Aufbau Bereitstellungsraum)
Hilfsorganisationen aus dem Kreis Borken (Deutsches Rotes Kreuz, Malteser-Hilfsdienst)
Mimen (Mitglieder des Jugend-Rot-Kreuz und der DLRG)
Mitarbeiter des Kreises in der Personenauskunftsstelle/Telefon-Hotline
„Die vielen Einsatzkräfte haben bewiesen, dass sie schlagkräftig sind”, betonte Geschers Bürgermeister Hubert Effkemann, der die Übung beobachtete. Das Team um Kreisbrandmeister Johannes Thesing und Dr. Peter Wagener (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst) wird die Ergebnisse jetzt intensiv auswerten. Zu Hause üben die Kräfte in kleinen Gruppen, bei einer großen Schadenslage muss dann ein Rädchen ins andere greifen. Die Herausforderung ist es, die Übersicht zu behalten – und das werden wir auch in Zukunft weiter üben. Dr. Hermann Paßlick dankte den 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Übung. „Die meisten engagieren sich ehrenamtlich. Dieser Einsatz zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger ist Ihnen gar nicht hoch genug anzurechnen.



























