StartGemeinde Raesfeld10.788 Verkehrsunfälle mit 1.781 Verunglückten gab es 2022 im Kreis Borken

10.788 Verkehrsunfälle mit 1.781 Verunglückten gab es 2022 im Kreis Borken

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Foto: Archiv

Kreis Borken – Unfallgeschehen statistisch noch unter Vor-Corona-Niveau – Ältere Pedelec-Fahrer bereiten der Polizei im Kreis Borken Sorgen

Insgesamt gab es 2022 in Raesfeld 31 verletzte Verkehrsteilnehmer, sechs weniger als 2021.

Das Abflauen der Pandemie hat auch im Kreis Borken für steigende Unfallzahlen gesorgt. So lautet eine Erkenntnis, die die Zahlen der aktuellen Verkehrsunfallstatistik vermitteln.

Die Daten und Fakten dazu standen am Mittwoch im Mittelpunkt einer Pressekonferenz. Landrat Dr. Kai Zwicker, Abteilungsleiter Leitender Polizeidirektor Bernd Loeffler und Polizeioberrat Frank Schulz als Leiter der Direktion Verkehr erläuterten das Unfallgeschehen des vergangenen Jahres.

Positiv dabei: Die Unfallzahlen lagen im Jahr 2022 noch unter denen des Jahres 2019 – und damit unter denen des letzten Jahres vor der Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns. Denn inzwischen hat sich das Verkehrsgeschehen wieder normalisiert.

Insgesamt erfasste die Polizei im vergangenen Jahr im Kreis Borken 10.788 Verkehrsunfälle mit 1.781 Verunglückten. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies einen um 408 Unfälle beziehungsweise 149 Verunglückte erhöhten Wert dar.

Zum Vergleich: Im Jahr 2019 registrierte die Polizei im Kreisgebiet 11.397 Verkehrsunfälle mit 1.785 Verunglückten.

Eine Besonderheit fällt bei der aktuellen Bilanz ins Auge: Im vergangenen Jahr ist im Kreis Borken niemand bei einem Unfall gestorben, der dabei mit einem Pkw oder Lkw unterwegs war. Als erfreulich anzusehen ist auch, dass die Zahl der Kinder von 160 auf 139 gesunken ist, die im Straßenverkehr verunglückt sind.

Negative Entwicklungen

Dem stehen aber auch negative Entwicklungen gegenüber. „Leider haben im vergangenen Jahr insgesamt 15 Menschen ihr Leben bei Verkehrsunfällen auf den Straßen unseres Kreises verloren“, verdeutlichte Dr. Kai Zwicker. Sieben von ihnen waren mit einem Pedelec unterwegs.

Pedelecfahrer

Die Polizei im Kreis Borken beobachtet dies nicht ohne Sorge, erklärte Frank Schulz: „Gerade ältere Pedelecfahrende sind in besonderer Weise gefährdet.“ Auch ein weiterer Faktor spielt eine Rolle, machte Bernd Loeffler klar: „Mit dem unterstützten Fahren vergrößert sich auch der Radius, in dem auch ältere Mitbürger unterwegs sind.“ Die Polizei wolle den Risiken in vielfältiger Weise entgegenwirken – vom Appell zum Helmtragen bis hin
zu Angeboten, an einem Pedelec-Kursus teilzunehmen.

Verkehrsunfallfluchten

Einen Fokus legt die Kreispolizeibehörde Borken in der Rückschau auf 2022 auch auf die Verkehrsunfallfluchten. Dabei handelt es sich keinesfalls immer „nur“ um Unfälle mit Sachschäden, nach denen sich die Verursacher ihrer Verantwortung entziehen. In 106 Fällen kamen im vergangenen Jahr auch Menschen zu Schaden.
71,7 Prozent dieser Fälle konnten die Ermittler in den Verkehrskommissariaten aufklären – in regionalen Vergleich ein überdurchschnittlicher Wert.

Gezielte Präventionsarbeit

Die Polizei im Kreis Borken setzt auch in Zukunft auf gezielte Präventionsarbeit. Diese reicht von der Verkehrserziehung der Jüngsten mit der Puppenbühne im eigenen Bus bis hin zu Vorträgen vor Senioren, von multimedialen Angeboten in Gestalt von eigens gedrehten Videos bis zu Radtouren zu örtlichen Schwerpunkten des Unfallgeschehens. Aber auch gezielte Kontrollaktionen kommen nicht zu kurz, um das Verhalten der Verkehrsteilnehmer in die richtige Richtung zu bewegen.

Das drückt sich auch im landesweiten Slogan aus, den Landrat Dr. Zwicker hervorhob. „Ein Ziel. Ankommen. Leben“. Das bringt es gut auf den Punkt.

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