Zensus 2011: Erhebungsstelle im Kreishaus hat Arbeit abgeschlossen

Im Kreis Borken wurden 44.000 Personen befragt / 421 Erhebungsbeauftragte waren unterwegs / Große Akzeptanz in der Bevölkerung

Kreis Borken (pd). Der Kreis Borken zieht ein positives Fazit der Arbeiten rund um den „Zensus 2011“. Ende Mai ist die Erhebungsstelle geschlossen worden, die für die Durchführung der Volkszählung im Kreisgebiet zuständig war. Seit November 2010 hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stelle die Befragung von rund 44.000 Bürgerinnen und Bürgern organisiert, Erhebungsbeauftragte geschult und die Daten zum Statistischen Landesamt IT.NRW in Düsseldorf weitergeleitet.

„Das war eine Mammutaufgabe, aber wir haben sie mit vereinten Kräften gut gemeistert“, erklärt der Leiter der Erhebungsstelle, Markus Wydera. Neben dem Team im Kreishaus waren rund 400 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte im Einsatz. „Sie wurden in den allermeisten Fällen sehr freundlich aufgenommen“, berichtet Wydera. Rund 92 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die zur Haushaltsstichprobe gehörten, füllten gemeinsam mit dem Interviewer den Zensus-Fragebogen aus. Die Übrigen schickten den Bogen per Post zurück oder füllten das Formular online aus. „Nur in ganz wenigen Fällen mussten Erinnerungs- und Mahnverfahren durchgeführt werden“, erklärt Wydera.

Im Bundesschnitt wurden im Rahmen der Haushaltsstichprobe zehn Prozent der Bevölkerung befragt. Im Kreis Borken variierte diese Quote zwischen rund fünf Prozent in Heek, Heiden, Legden, Schöppingen und Südlohn und etwa 25 Prozent in Isselburg. Diese individuellen Werte resultierten aus dem speziellen Verfahren, nach dem das Statistische Bundesamt die genaue Stichprobe festgelegt hatte. Zusätzliche Erhebungen gab es in Wohnheimen, Gemeinschaftsunterkünften und Altenheimen.

Zu den letzten Aufgaben für das Zensus-Team gehörten im April und Mai weitere Befragungen in Heek, Heiden, Legden, Schöppingen und Südlohn. Die Daten sollen dazu beitragen, Unstimmigkeiten bei der Zusammenführung von Daten aus den Melderegistern und aus der Gebäude- und Wohnungszählung zu klären. Nur in Orten mit weniger als 10.000 Einwohnern war diese Befragung vorgesehen. Im Kreis Coesfeld sind alle Kommunen größer. Deshalb wurde die Erhebungsstelle dort bereits Ende April geschlossen. Im Kreis Borken bekamen 1.243 Personen noch in den vergangenen Wochen Besuch von einem Erhebungsbeauftragten.

Das Zensus-Team im Borkener Kreishaus arbeitete unter strengsten datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Zu den vorgeschriebenen Maßnahmen gehörte die komplette Trennung vom übrigen Verwaltungsbetrieb. Bis zu sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon einige in Teilzeit, arbeiteten kontinuierlich in der Erhebungsstelle mit. In den intensivsten Phasen der Erhebung, von Ende Mai bis Mitte August 2011, wurden sie von bis zu 15 weiteren Erfassungskräften unterstützt. Die Mitglieder des Kernteams haben inwischen allesamt andere Aufgaben in der Kreisverwaltung übernommen. Die Kosten für die Durchführung des Zensus wurden vom Land getragen.

Zum Hintergrund: Zensus 2011

Der Zensus wurde im vergangenen Jahr EU-weit durchgeführt. In Deutschland war es die erste Volkszählung (lat.: Zensus) seit 1987. Ziel war es, zu ermitteln, wie viele Menschen am 9. Mai 2011 in einem Land bzw. in einer Gemeinde lebten, wie sie zu diesem Zeitpunkt wohnten und arbeiteten. Die Befragung erfolgte stichprobenartig. Flächendeckend hat zudem eine Befragung aller Immobilienbesitzerinnen und -besitzer stattgefunden. Der Zensus zeichnet sich durch seine kleinräumige Gliederung der Ergebnisse aus. Dadurch stehen nach der Auswertung auf Bundes- und Landesebene, aber auch für Kommunen aussagekräftige Planungsdaten bereit. Die gesammelten Daten werden nun durch die Statistischen Landesämter und das Bundesamt ausgewertet. Erste Ergebnisse sollen Anfang 2013 vorliegen.

Foto: Das Kern-Team der Zensus-Erhebungsstelle beim Kreis Borken bildeten (v.l.): Yvonne Herzog, Birgit Kuhberg, Birgit Schwering, Markus Wydera und Claudia Buchholz.

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