Zeitzeugenbericht von Burkhard Seeberg über seine Erlebnisse im Stasi Gefängnis

Zeitzeugenbericht von Burkhard Seeberg über seine Erlebnisse im Stasi Gefängnis – Alexanderschüler hörten aufmerksam zu

Hochkonzentriert, teilweise mit verständnislosem Kopfschütteln, verfolgten am Montagmorgen 46 Realschüler der Alexanderschule die Zeitzeugen-Geschichten von Burkhard Seeberg. Der gebürtige Münsteraner war siebeneinhalb Monate im Stasi Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. „Der Grund dafür war, dass ich als damaliger Mathematik Student in der damaligen DDR 1973 seine Freundin kennenlernte und versuchte, sie mit einem gefälschten Reisepasse über Ungarn in die Bundesrepublik einzuschleusen. Dies ist aufgefallen und ich wurde im August 1979 verhaftet“, startet Seeberg seine spannende Geschichte zu erzählen.

Hochinteressiert lauschten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse dem Zeitzeugenbericht von Burkhard Seeberg zu, der aus seiner Zeit als Gefangener im ehemaligen DDR-Stasi Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen berichtete.
Hochinteressiert lauschten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse dem Zeitzeugenbericht von Burkhard Seeberg zu, der aus seiner Zeit als Gefangener im ehemaligen DDR-Stasi Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen berichtete.

Nicht humorlos führt der Zeitzeuge die Schülerinnen und Schüler an seine Erlebnisse mit Hilfe per Powerpoint-Präsentation und persönlichen Fotos aus dieser Zeit heran. „Hier seht ihr zwei hübsche Frauen, die ich als Student in der DDR kennengelernt habe. Einer davon habe ich es zu verdanken, die auch später meine Frau wurde, dass ich in Haft kam“, erzählt Seeberg, der seine ersten Erfahrung als aktiver Schülermitverwalter, später als eingetragenes DKP Mitglied mit der DDR bei den Weltfestspielen 1973, mit rund acht Millionen Besuchern, machte. Drei ausgelassene Tage, später regelmäßige Besuche in der DDR, erst mit dem Zug, dann mit vollbepacktem Auto voller Schallplatten und Gütern, die es dort nicht gab, machte im Laufe der Jahre sich der Student regelmäßig nach Ost Berlin auf. „Damals sah ich die DDR noch durch eine rosarote Brille, später wandelte sich dann das Bild, als ich als BRD-Bürger und meine dortigen Freunde immer mehr bespitzelt wurden“, so Seeberg.
Wegen „staatsfeindlichen Menschenhandels“ wurde der heute 62-Jährige zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Nach siebeneinhalb Monaten Inhaftierung wurde Seeberg im September 1980 von der Bundesrepublik freigekauft.
Die Haft im Stasi Gefängnis haben Spuren hinterlassen. Mittlerweile aber, so Seeberg, falls es ihm nicht mehr schwer, über das Erlebte zu berichten.
Eingeladen wurde der Zeitzeuge Burghard Seeberg im Rahmen des Politikunterrichts und zum aktuellen Thema „Menschenrechte“. Finanziert wird der Zeitzeugen-Bericht von der Stiftung Berliner Mauer, Gedenkstiftung Berlin-Hohenschönhausen.

Vorheriger ArtikelSteller und Sternwanderung
Nächster ArtikelAutomobilverkäufer m/w gesucht – Autohaus Hüppe in Raesfeld
Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein